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Hersfelder Anzeiger. ----^-----------------------------

Mp. . Hersfeld/ den 1. August. 1855.

Der «Hers felder Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe. dition (Neumarkt No. .587) pro Ouartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Hllr. berechnet.

Kassel, 30. Juli. Seine Königliche Hoheit der Kurfürst und Allerhöchstvessen Gemahlin, Ihre Durchlaucht die Fürstin von Hanau, sind gestern mit Gefolge von Wilhelmshöhe nach Philippsruhe ab- gereist.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnävigst geruhet:

den Secondlieutenant, Grafen Richard zu Waldeck und Pyrmont, ä la suite des ersten (lieft») Husaren- Regiments, in dasselbe einrangiren zu lassen,

dem Königlich Hannoverschen Major und Flügel-Adjutanten von Boddicn das Ritterkreuz des Kurfürstlichen WilhelmS- Ordens zu verleihen,

den Secondlieutenant Wagner, aggregirt der Pionnier« Compagnie, zum 3. Infanterie-Regiment zu versehen; ferner zu Secondlieutenants zu ernennen die Portepee-Fähniiche:

». Carls Hausen von der Garde du Corps in derselben,

Öfterwald vom 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst) in demselben,

Müller vom Artillerie-Regiment und demselben zu ag- gregireu,

Kuchenbecker vom Jäger-Bataillon in demselben,

v. Sturm jeder vom Artillerie-Regiment und demselben zu aggregiren,

Wachs vom 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst in demselben,

Boedicker vom 2. Infanterie-Regiment in demselben, den Regierungsrath von Bischoffshausen zu Kassel zur Regierung in Fulda,

den Regierungsrath König zu Hanau zur Regierung i» Kassel zu versetzen.

Sommerlieder.

L

Dom Himmel warmer, goldner Strahl, Südlich blau die Wellen, Tiefgrünes Laub durchrauscht das Thal, Glühende Rosen schwellen!

Es drängen sich, im Strahl gereift, Rings die Halmen zu Garben, So weit das Auge spähend schweift, Dolle Formen unv Farben!

Zu Blumen schuf des Sommers Gruß All' die Knospen und Blüthen, Er grüßte sie mit glühem Kuß Bis sie selbst erglühten!

2.

Laßt ruhen mich in Sommers Zelt, Daß ich künde und sage: Es fehlen heut der Menschenwelt Eben die Sommcrtage!

Ein kurzer Lenz und Winter dann;

Ein flüchtig lauteS Beben, Und eisig tritt der Tod heran Nirgend Gluth und Leben!

Wohl regen sich, wenn Frühling wirbt

Gefühle noch und Triebe Ein eisiger Windhauch Alles stirbt, Nirgend Kraft und Liebes

Und wenn ich unreif und ergraut Kinder sehe und Greise Verargt mir's nicht, daß voll und laut Ich den Sommer preise!

3.

Den Lebenssommer, welcher schafft Liebe aus Sehnen und Neigen, Den Lebenssommer, der der Kraft Thaten läßt entsteigen.

Den Sommer, der aus Keim und Traum, Früchte sieht entspringen, O wollte, wie im grünen Raum, Im Leben es erklingen:

Vom Himmel warmer goldner Strahl, Südlich blau die Wellen, Tiefgrünes Laub durchrauscht das Thal, Glühende Rosen schwellen!