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Große Aufmerksamkeit erregte bei der Pariser Industrieausstellung eine Dampfmaschine von SiemevS. Anfangs zweifelten die Beschauer, obwohl sie die Gediegenheit derselben anerkannten, nachdem sie den Feuerraum gesehen, daß eine Maschiene von 40 Pferve- krafl mit einer Feuerung wie für 3 Pferde gehen könne. Die Probe wurde aber gemacht uno sie ging. Die Er« sparung an Feuer belauft sich auf |. Einige Grubenbesitzer schauten eben nicht vergnügt Darein.
In Mittel- und Unterhalten sind jetzt Mord, Räubereien und Diebstähle der verwegensten Art an der Tagesordnung. Das Banditenhandwert blüht, wie in den schönsten Tagen der Vergangenheit, die Campagnen- besitzer fliehen in Die Städte, Alles im Stich lassend, die Pächter und zurückgelassenen Aufseher fliehen nach, und daS Volk der Räuber schwelgt in den verlassenen Küchen und Kellern, uno nimmt beim Abzug Alles mit, was nicht nied- und nagelfest ist. Doch auch in Den Städten ist es nicht viel besser, und Die offiziellen Zeitungen von Bologna, Ferrara, Ravenna und auch der „Carriere Jtaliano" theilen mit, daß, da Die gewöhnlichen Mittel nicht mehr ausreichen, diesen schlimmen Gesellen das Handwerk zu legen, Die Regierung solche Verbrecher standrechtlich behandeln wird, und bereits büßte auch zu Bologna ein Dutzend dieser modernen RinaldiniS ihre Frevelchat am dreibeinigen Thier.
In Den Meyer'schen Kohlenw erken bei dem Marktflecken Neuhaus aeriethcn am 12. Juni 16 Berg- Ie,u*e in eine schreckliche Lage. Indem sie sorglos in der Tiefe arbeitetenbrach in einem verlassenen, mit Wasser angefülllen Schachte Die Wassermasse durch die Wand, Die zwei Schachte trennte und begrub sofort einen Der Bergleute in dem mit Wasser gemischten Schutt. Die übrigen 15 Mann retteten sich in ein Gesenke, waren aber von der Außenwelt gänzlich abgesperrt, dursten auch nicht auf Rettung hoffen, da außerhalb Niemand das unglückliche Ereigniß ahnte. Dennoch machten sie einen Versuch sich zu retten, der ihnen auch vollständig gelang. Sie arbeiteten eine Oeffnung über sich aufwärts aus und gelangten schon nach Durchschla- gung von einer halben Lachter an Die freie Luft. Der vermißte Kamerad wurde aber erst nach fünf Tagen ldsedergefunden, jedoch, wie nicht anders zu erwarten? war, todt. — In einer andern Kohlengrube in der Nähe desselben Orts verlor am 22. Juni Der unver- heiraihete, ganz junge Bergmann Wilhelm Linst aus Steinach durch Unvorsichtigkeit das Leben. Er fuhr Abends auf dem sogen. Hund (Förderkorb) aufwärts, brächte den Kopf darunter und erhielt eine Quetschung, Die augenblicklichen Tod herbeiführte.
Dreifacher Stoff.
Ein Herz rief einst zum großen Geist da droben, In seines Lebens mannigfachem Leid,
O sende eine Linderung mir von Oben, Daß ich erliege nicht im Kampf und Streit.
Der Weltengeist sprach mit der Liebe Hauche: So nimm die Thräne hin, du Menschenherz, Sie sei Dein Kleinod, sei Dein Trost, gebrauche Sie weise, bei des Lebens Leid und Schmerz.
So ward dem armen Menjchenhcrz auf Erden, Als erster Trost der Thräne Glück gewährt, Der tiefsten Wunde muß sie Balsam werden, Durch ihren Glanz wird auch das Leid verklärt. —
Und wieder blickt das Auge matt von Thränen Zum Himmel, und das Herz von Gram erfüllt.
O tröste wieder! — stille Du das Sehnen, Gieb Ruhe dem, das keine Thräne stillt! —
Da sprach der Geist: ich will den Schlummer senken
Auf Deine Stirne mit des Kampfes Schweiß, Der wird Dir das Verlorne wieder schenken, Uno wird sie kühlen mit dem Frievensreiß.
Das ist der zweite Trost, der uns geworden,
Der mächtig, selbst der Thränen Quelle schließt — In dessen Reiche, hinter dunklen Pforten Uus eine Traumwelt voller Licht begrüßt.
Doch dieser Trost, er geht so bald vorüber, Und Stunden giebt es, wo kein Schlummer naht — Da war es, wo das Herz noch banger, trüber Auf's Neu' um Trost den Geist der Welten bat.
Der sprach: so will ich einen Trost Dir geben, Der Dich begleite, dem kein Wechsel droht, Das Ende von Den Thränen, von dem Leben — Mein letzter Trost für Dich — es ist der Tod. —
O Trost, der dunklen Wolke zu vergleichen, Umläumet von der Abendröthe Schein —! Wenn Tod und Hoffnung sich die Hände reichen, Dann kann er nur ein Lebensengel sein!
AwMche Bekanntmachttngett.
Um die Entlassung des Valentin Beriet von Solms aus Dem Kurhessischen Umerthanenverbanve, Behufs Auswanderung nach Nordamerika, ist gebeten worden. Hrrsfeld, am 13. Juli 1855.
Kurfürst!. Landrathsamt. Afuffarth.
Gefunden: ein Brecheisen und einen Stock.
Der Eigenthümer kann sich zum Empfang dieser Gegenstände dahier melden.
Hersfeld, am 12. Juli 1855.
Kurfürst!. Landrathsamt. A!«ffavth