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Hcrsfcldcr Anzeiger.

Stk. 41. Her-feld, den 23. Mai. 1855.

DerHerrfeld er Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expt dition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 HLr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bet Wiederholungen, mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnävigst geruhet:

dem »om krblandposimeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, zum Obcrpostaints-Sekrctair in Vorschlag gebrachten Oberpostanits-Assistenten Theo da Ib zu Lasset die al- lerhöchstlandeSherrliche Bestätigung zu ertheilen.

Die Schmuggler an -er Ei-er.

Ein Bemäldc aus Schleswig von

M. Storden.

Ein Nachtstück entrollt sich vor unsern Blicken; die Ufer der Eider, jenes in der neuern Geschichte so viel genannten Flusses, breiten sich vor ihnen aus. An der einen Seite, auf Holsteins Boden, wohnt das Volk der Dilmarsen, welches vor Jahrhunderten den Ruhm des deutschen Namens weit über seine heimischen Gauen hinaus erschallen ließ, und welches noch jetzt das stolze Freiheitögcfühl seiner Altvordern im Laufe der Zeiten nicht ganz verloren hat; an der andern, auf Schleswigs Erde, haust der alte Stamm der Nordfriesen, jenes stahl- gehartete Seevolk, dessen kernige Natur, sein Drang nach Abenteuern und seine Kühnheit in der trotzig herauöge- forderten Gefahr sprichtwörtlich sind. Vor Kurzem erst war von dem dänischen Regiment die Zollgrenze an der Oder errichtet worden zur vermehrten Trennung jener bisher^ so eng verbundenen Länder; früher war sie stets

Dr.D?nar^ "ach Jütland zu, gelegen. Ein lebhafter -Schleichhandel fing an sich von Holstein nach Schleswig fetzt zu bilden und auch diesmal hatte sich unter dem verschwiegenen Schutze der dunkeln, ster- hochbepack-er Wagen voll kost. £ Ä Norderditmarschens flache Gegenden bls an das Gestade des Flusses in Bewegung gesetzt °^ Auslenkeiches - an^er^ancern Sekte des hohen, breiten Deichs, dessen grüne Mauer an beiden Ufern fortläuft, so weil das Auge reicht

^r,rmte ®^aluPPe ä« erreichen, welche tie mert^ grat^t einnefnnen sollte. Der häufig gefallene Re- gen hatte den schmalen Weg so tief gemacht, daß die breiten Räder bald an der einen, bald an der andern Seite tief entsanken, so daß das Fuhrwerk stark hin und

berschwankte. Acht bis zehn kräftige Männer gingen nebenher, um durch Festhalten des Wagens dessen Um« schlagen zu verhüten. Diese derben, verwegen aussehen­den Gestalten, welche den Hut tief in die finstern, trotzi­gen Antlitze gedrückt Hallen, die steil aufsteigende Nasen­wand des Deiches hart zur Rechten, in ebenso unmittel­barer Nähe links die schwarzen, weißköpfigen Fluten, welche mit reißender Gewalt der nur wenige Stunden entfern­ten Nordsee zueilten diese ganze todtenstille und doch so bewgte Szene durch den schwachen Schein eines vom Wagen herabschimmernden Lämpchens erleuchtet, machte einen Eindruck düstern Interesses, bei welchem nur die Macht der Gewohnheit die Theilnehmer ihre Kaltblü­tigkeit unverändert bewahren ließ. Endlich war das große Boot erreicht und schnell von seiner Ladung voll­gepackt; ein Theil der Beschäftigten entfernte sich zurück nach Heide zu, von welchem Hauptorte Norderditmarschens aus man sich in Bewegung gefetzt hatte und vier Män­ner nur ergriffen die Ruder.

Der Fluß ist hier, wenige Meilen von seiner Mün­dung, so breit, daß nur die Gebäude der an der schles- wigschen Küste gelegenen Stadt am Tage dem unbewaff- neten Auge erkennbar war, sonst aber das Ufer in un­deutlicher Ferne verschwamm. Plötzlich wurden die in der späten Stunde nur einzeln mehr glimmenden Lich­ter des Städtchens um eins vermehrt welches in einiger Entfernung von den übrigen Häusern heller als die übri- den herüberstrahlte; gleich darauf wurden noch zwei an­dere daneben sichtbar, so daß alle zusammen die Form eines Dreiecks bildeten. Die Rudernden hielten inne und blickten aufmerksam auf dies Signal.

Sie passen gut auf drüben die Zöllner haben Wind von unserm Vorhaben bekommen. Wir können nicht bei der Stadt anlegen auch nicht bei Woller- sum, denn wir dürfen nicht von der Seite in die Stadt kommen sie werden dort ihre Wachen ausgestellt ha­ben," sagte einer der Schmuggler, eine vierschrötige Ge­stalt in grau leinener Jacke und weitem Beinkleider, mit scharfen grauen Augen in den dunkel gerötheten Antlitz, über welches der mit schwarzem Wachstuch überzogene Filzhut tief herabgezogen war.

Wir müssen weiter herabfahren nach Großulverscm zu, dort werden wir sicherer landen können. Haben wir die Sachen nur erst im Hause, so sind wir geborgen,"