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Kammer, gab ihm 10 Tage lang täglich weniger, die vier letzten Tage gar nichts zu essen oder trinken, und wenn nicht eine Nachbarin das Klagge- gestöhn: „O, Mutter, nur einen Tropfen Wasser!» gehört und Lärmen gemacht hätte, wäre das arme StnD jetzt eine Leiche.
Vor etwa vier Wochen wurde auf dem bei Prenz- lau in der Uckermark gelegenen, dem Grafen von Wchlip- pcnbach gehörigen Gute Schönermark aus Versehen das Rindvieh mit Chili-S a Ipeter statt Viehsalzes gefüttert; 9 Stunden darauf wurde das Vieh toll und es starken 44 holländische Kühe. Bei 30 Stück wurde schnell Milch angewendet und dieselben gerettet. Vor etwa 2 Wochen wurde ein gleiches Versehen in Neustadt a. W. gemacht und den Schafen Chili-salpeter statt Viehsalzes gegeben. Der sofortige Tod von hundert und einigen dreißig Schafen war auch hier die Folge davon. 'Beide Vorfälle mahnen zu großer Vorsicht, da sich der Chili-Salpeter als ein sehr starkes Gift gezeigt hat.
(Ein unübersteigliches Hinderniß auf Eisenbahnen.) Einem allen Mann in den Vereinigten Staaten verdroß es, daß ihm die Regierung über sein Eigenthum eine Eisenbahn gelegt hatte. ' Er beschloß sich zu rächen, baute während der Stacht eine kleine Hütte auf der Bahn, umgab diese mit kleinen Mörsern und sagte, diese seien mit Pulver gefüllt. Darauf nahm er selbst Platz in der Hülle. Inzwischen näherte sich der Zug, hielt aber an, als der Locomolivführcr das Hinderniß bemerkte. Jetzt erschien der ergrimmte Alte, und da man von ihm begehrte, er solle die Hütte forlschaffen, erklärte er, daß ihm dies gar nicht einfalle, vielmehr werde er, mache man Miene, den Zug in Bewegung zu setzen, Feuer in das angehäufte Pulver werfen und sich und Alles in die Luft sprengen. Die Unterhandlungen dauerten an zwei Stunden. Nach deren Verlauf kam eine starke Abtheilung Polizei, bemächtigte sich des hartnäckigen Opposilions'mannes und riß die Hütte ein. Man fand darin etwa ein halb- Fäßchen Pulver. Während dieses seltsamen Vorfalles hatten sich gegen tausend Neugierige eingefunven, die sich indeß wohl hüteten, Hand an den entschlossenen Greis zu legen.
Ein reicher Amerikaner schickte einer bekannten Sängerin der großen Oper in Paris ein zärtliches Billet, geschrieben auf der Rückseite einer Banknote. Die Sängerin lächelte bei Empfang dieser Botschaft und ließ ihren. Anbeter mündlich um Entschuldigung bitten, daß sie ihm keine Antwort zurückgebe, sie habe kein ähnliches Briefpapier in Händen, werde aber dem Herrn Amerikaner sehr dankbar fein, wenn er ihr ein oder zwei Buch von dem seinigen zugehen lassen wolle.
Ein Irland er erhielt eine Ausforderung zu einem Duell, lehnte sie aber ab. Als man ihn nach dem Grund fragte, meinte Pat: „Zum Henker, soll ich denn, seine Mutter zur Waise machen?
Seltene Geistesgegenwart.
Ein Reisender in Hindostan erzählt folgendes Beispiel von Geistesgegenwart:
In der Nähe von Agra hatte eine Gesellschaft junger Leute, unter ihnen mehrere britische Offiziere, eine Jagd- partie eingestellt. Sie nahmen Felle und Teppiche mit, ließen Zelte aufschlagen und auf einem etwas freierem Platze im Walde ein förmliches Lager einrichten.
Die Pferde wurden an verschiedenen Bäumen angebunden, große Feuer angezündet und die Diener waren theils mit Unterhaltung derselben, theils mit Zubereitungen für das Madl beschäftigt, während die Herren in Gruppen umher standen oder lagen und plauderten, lachten, sangen, tranken oder rauchten. Obschon man mitten in einem indischen Walde, d. b. von tausend Gefahren umringt war, gaben sich die muntern fröhlichen Jäger der ungebundensten Laune hin.
Plötzlich stürzte, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, ein großer Königstiger mitten in das Gewühl; erfaßte, als wollte er sich einen würdigen Gegner suchen, einen der schönsten und kräftigsten Offiziere bei der Brust und schleppte ihn mit sich in das Dickicht hinein, ehe Jemand daran dachte, ihm seine Beute zu entreißen. Denn als die Jäger sich so weit ermannt hatten sie geeigneten Maßregeln zu ergreifen, war er mit seiner Beute bereits dem Bereiche ihrer Verfolgungen entrückt.
Dem jungen Offizier hatte allerdings der Schreck auch für Augenblicke die Besinnung geraubt, aber kaum kehrte sie wieder, so überlegte er auch, ob er nichts zu seiner Befreiung thun könnte. Denn daß von seinen Kameraden wenig zu erwarten war, ward ihm klar, da der Tiger in großer Eile durch Dornen und Gestrüpp seinem Lager zueilte und dem Offizier in jedem Augenblick neue und größere Schmerzen bereitete, die nur die Vorläufer eines gräßlichen Todes waren.
Er hatte, da ihn der Tiger an der Brust hielt, die Hände frei und gute Pistolen im Gürtel, lag auch glücklicher Weise mit der rcchten^Hanv auf der linken Seite deö Thiers, behutsam ergriff er daher das eine Pistol und feuerte es^ab, indem er nach dem Herzen des Thiers zielte. Der Vchuß ging fehl, weil die Hand des Schüz- zen entweder zitterte oder er nicht genau zielen kennte, er machte das Thier daher nur wüthender und trieb es zu größerer Eile an. Er griff nun zu dem zweiten und dieses Mal war er glücklicher, er traf seinen Feind mitten in das Herz. Sobald dieser todt zu Boden stürzte, fiel auch er bewußtlos nieder und wäre vielleicht neuen Gefahren entgegengegangen, wenn nicht seine Freunde, durch die Schüsse geleitet, seine Spur gefunden hätten. Er ward trotz Blut und Wunden unter Jubel- und Freuvengeschrei in das Lager getragen. Spater wurden seine Wunden geheilt und ist jetzt als gereifter Mann nicht wenig stolz, daß sein Muth und seine Geistesgegenwart einen frühen und martervollen Tod von ihm abgewendet haben.