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Soldaten, die Rädelsführer, gegen die Sie als Kläger auftreten; es sind drei Brüder!" sagte der Fürst zum Pachter. — »Es thut mir leid, daß es drei Bruder sind. Freilich ist's hart, drei Brüder füsiliren zu las­sen, aber das ist ihre Schuld!" — »Ehe wir sie vor Gericht schicken", fiel der Fürst ein, »sollen Sie und die Deliquenten bei mir essen- Wir wollen ulle Fünf erst ein Frühstück einnehmen. Meine Herren, fegen öie sich!" — Als die sonderbaren und Anfangs in ihrer Stellung sehr verlegenen Gäste zwei bis Drei Gläser Wein getrunken, wonach die Diener ihnen noch immer einschenkten, gewöhnten sie sich allmählig an ihre wun­derliche Lage.' — »Wo haben Sie den Krieg gemacht, Herr Pachter?" fing der Fürst die Unterhaltung heiler an. — „In Italien und Deutschland, mein Fürst!" — Die andern Drei, der sranzöfsifchen Sprache vollkommen mächtig, horchten mit gespannter Aufmerksamkeit dem nun beginnenden Gespräch! — »Sind eie der Dir Einnahme irgend einer Stadt gewesen?" — »Gewißlich !" — »Auch bei andern Ueber fällen?" — »Ja, mein Fürst! Es ging heiß her. Wir störten den Feind hinter einer Pach- lerwohnung auf, legten diese in Asche, dann kam Alles an uns!"' — „Auf ihre Gesundheit!" sagte der Fürst, ihm selbst ein Glas Bordeaur-Wein einichenkend. »Fah­ren Sie fort!" — Die drei Soldaten athmeten kaum.

— »Sapperment! Wir machten es, wie man es mit ei­nem eroberten Lande zu machen pflegt. Wir aßen, iran- fen und quartirten uns bei den Bürgern ein. Ich ge- rieth zu einem Prediger und während der zwei bei ihm zugebrachten Monate, kann ich sagen, cay Die Hühner den Bratspieß nicht verließen." — Auf Ihre Gesundheit, Herr Pachte!!" — der Füist schenkte ihm ein. — „War sein Wein gut, so waren seine Hühner fett; ich trant seine legte Flasche." — »Ohne Zweifel hat er sie Ihnen sehr freundschaftlich aufgevrungen?" — „Ach bewahre! Der alte Geizhals! Aber ich hätte den doch sehen mögen, der mich hatte verhindern tollen, den Kel­ler zu zapfen?" — »Wenn er Ihnen nun den Schlüssel versagt hätte?" — „Dann wäre ich zur Thür eingebro­chen." — „Auf Ihre Gesundheit, Herr Pachter'!" — der Fürst schenkte ein. »Also, Sie würden die Thür er­brochen haben? Aber —der Kriegsrath — ?" — „Bah! Ein Kriegsrath in einem eroberten Lande! Run ja! Zum Nachtrab des Regiments wäre ich aller­dings verdammt worden!" — »Feder und Papier!" rief der Fürst seinem Bedienten zu. — Er schrieb und laS dem Pachter dann folgende Zeilen vor: „Ich, Pachter, zu Svity-sous-Etioles, alter Soldat, der den Krieg in Italien und Deutschland gemacht und zuweilen aus eig­nen! Antrieb und gegen den Willen meines Wirths dessen Wein getrunken, aber niemals dafür eine Strafe erlitten, ich willige nichts desto weniger ein, daß gegenwärtige drei Soldaten, zur Strafe, meinen Weinkeller geplündert zu haben, ohne Gnade zum Tode ve rurl helft. werden." — »Unterzeichnen Sie, Herr Pachter!" — Der Pachter nahm aber nicht die Feder, sondern Stock

und Hut und suchte schleunigst die Thür zu gewinnen. — „Nein! So sollen Sie doch nicht fort!" rief der Fürst ihm lachend nach; berechnen S^e Ihren Verlust und wir werden Beide einig. Thun Die, als ob ich Ihnen den Wein abgetanst." — „Geht!" sagte hierauf^der Fürst zu den vor Freude und Rührung bestürzten Sol­daten: »Ichverdamme Euch unwiderruflich zu dreimo­natlichem Wassertrinken!"

Vermischtes.

Vor einiger Zeit wurde in Frankenthal ein ge­wisser Jac. Platz von Hambach wegen eines von ihm verübten Mordes eingebracht. Da Derselbe Dem Gericht als geisteskrank bezeichnet worden war, ließ ihn Der Ge- fängmßarzi sich am andern Morgen zur Untersuchung in der^Schreibstube des Bezirkögcfänguißverwatters vorfüh­ren. Nach einigen wenigen kurz beantworteten Fragen fiel Der Jnquisit über ihn' her, warf ihn im Nu zu Bo­den und schlug mehrmals mit einem sich im Zimmer be­findenden Gewichistein auf ihn loS, wobei Derselbe stark am Kopfe und an einem Arme verwundet und nur durch Die rasche Hülfe des herbeigeeilten Beschließers, Der an der Thür Wache stand,. gerettet? wurde. Der Mörder war Der Meinung, Der Arzt sei ein Jude und da er sich berufen glaubte, alle Juden todt schlagen zu müssen, so hatte er auch hier seine Mission erfüllen wollen; als er erfuhr, oap der schwer Mißhandelte der Gefäng­nißarzt fei, sprach er sein Bedauern .über sein Ver­brechen aus. •

^Wunderbare Rettung.sl Im Chrudim wurde, M den „Pr. Nov". aus Köln gemeldet wird, vor einiger Zeit ein Weib nebst ihrem Kinde auf wunderbare Weise vom Tode gerettet. Die schlief mit ihrem dreijährigem Söhnchen allein in einer Stube, als plötzlich nach Mit­ternacht Der Knabe sie mit dem Rufe werft: »Mütterchen steh' auf und laufen.wir davon, mir hat soeben geträuirt, daß die Decke über uns eingestürzt ist und unö Beste erschlagen hat." Das Weib sprang sogleich auf unv kaum halten sie die Stube verlassen, als richtig die Decke hinter ihnen einstürzie.

Bei Calais ereignete sich dieser Tage ein Vorfall, Der in jenen Gewässern zu den Seltenheiten gehört. Die englische GvAeile „Waterloo", welche von Lyon nach Shidbam suhl., begegnete einem riesigen Fische, der z» der Wallfischgattung zu gehören schien und erhielt einen solchen Dchlag von dem See-Ungeheuer, daß ein M entstand, das nicht mehr zu stopfen war. Nach vergeb­lichen Mühen stieg das Wasser so hoch, daß Die Mann­schaft sich in die große Schaluppe retten mußte, mit der sie auf Calais zusteuerte tuno von einem KüstenschG ausgenommen wurde. Die Goelelte ging vor ten Aüg^ der Mannschaft unter.