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Hersfelder Anze>ger.

Ste. 3V. HerSfeld, den 14. April. L8LS.

Der »HerSfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe- dition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche H »beit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Hauptmann Bauer ä la suite des Leibgarde-Regiments, zur Dienstleistung^alS Platzmajor von Caffel zu commandiren,

dem Generalmajor Petrst Commandeur des Artillerie-Regi- ments, das Commandeurkreuz zweiter Classe des Kurfürstlichen Wilhelms-Ordens,

dem Obersten von Spiegel, Commandeur des ersten Infanterie-Regiments (Kurfürst), dem Oberste« Wegener, Commandeur des zweiten Infanterie«Regiments, dem Oberstlieu­tenant von Coche »Hausen vom Artillerie-Regiment und dem Oberstlieutenant von Meyerfeld, interimistischem Chef des Generalstabs, den Kurfürstlichen Wilhelms-Orden vierter Classe zu verleihen.

Hab' ich" ist besser alsHätt' ich "

Die Franzosen erzählen von einem Milchmädchen, das große Pläne machte, worüber sie verlor, waS sie halte. Man übersetzte den kleinen Schwank und vergaß, daß er deutschen Ursprungs ist; da wollen wir denn also, mit gutem Recht, deutsches Eigenthum in Anspruch neh­men, indem wir die altdeutsche Erzählung hier mittheilen.

Eine Bauers-Wittwe hatte nur eine einzige Henne, denn sie wußte bei Lebzeiten ihres Mannes nicht zu wirthschaften. Diese Henne legte ihr alle Tage ein Ei; sie sammelte derselben so viel, bis sie meinte, für drei Groschen zu haben, nahm sie in ein Körblcin und zog damit zu Markt. Unterwegs fielen ihr allerlei Gedan­ken ein; unter Anderem machte sie sich folgende Rechnung: /,Siehe", sprach sie bei sich selbst, »du lösest auf dem Markte drei Groschen. Dafür willst du zwo.Leg-Hennen kausen. Diese zwo, sammt ver einen, die du schon hast, legen dir in so viel Tagen so viel Eier; wenn du die verkaufst, willst du noch drei Hennen kaufen; das Uebrige ist schon Gewinn. Nun hast du sechs Hennen, die legen dir in einem Monat so viel Eier; die willst du verkau­fen (kannst dennoch wohl zuweilen ein halbes essen) und das Geld zusammen legen. Asio kannst du Nutz haben von den Hennen: die alten, so nicht mehr legen, verkaufst du, das ist Eins; die jungen legen dir Eier: das ist das Andere; sie brüten die Jungen aus, die du zum Theil ziehen und den Hausen mehren, zum Theil verkaufen und Geld' daraus machen kannst: das ist das Dritte; auch sannst du sie rupfen wie die Gänse, das ist das Vierte.

Aus dem zusammengelegten Geld willst du darnach etliche Gänse kaufen; die tragen dir auch Nutzen, mit Eiern, mit Jungen, mit Federn. Also hast du Nutzen von Hennen und Gänsen und kommst in acht Tagen so und so weit. Nach Solchem willst du eine Ziege'kaufen, die giebt dir Milch und junge Zicklein. Also hast du junge und alte Hühner, junge und alte Gänse, Eier, Federn, Milch, Zicklein, und Molle; denn du willst versuchen, ob sich die Ziege vielleicht scheeren lasse. Nach Solchem willst du eine Schweinemutter kaufen, so hast du Nutzen zu dem vorigen Nutzen, mit jungen Ferkeln, Speck, Wür­sten und Anverm. Nach Solchem willst tu eine Kuh kaufen, die giebt Milch, Kälber und Düngung. WaS willst du mit dem Dünger, so du keinen Acker hast? Du willst einen Acker kaufen: der giebt dir Korn, daß du keines mehr zu kaufen brauchst. Darnach willst du Pferde kaufen und Knechte dingen, die dir dein Vieh versehen und den Acker bauen. Darnach willst du Schafe kaufen. Darnach willst du dein Haüs größer machen, damit du auch wohl Miethsleute haben kannst. Darnach willst du mehr Güter kaufen. Also kann dir's nicht feh­len, denn du hast Nutzen von jungen und alten Hühnern und Hahnen, von jungen und alten Gänsen, von Eiern/ Ziegenmilch, Wolle, Zickleim, Lämmlein, Ferkeln, Kühen (vcnnen du wohl die Hörner absägen und den Meffer- fchmieven verkaufen willst), von Kälbern, von Aeckern, von Wiesen, von Hauszins und Andcrm. Darnach willst du einen jungen Mann nehmen, mit dem willst du in Freuden leben und eine gnädige Frau sein. O wie willst du dir's lassen so wohl sein,' und Keinem ein gut Wort geben! Juho, jubwaho, hopplas!" Mit sol­chen Gedanken verstieg sich die gute Frau so hoch, daß sie gleichsam ganz unempfindlich wurde, und ibr nicht anders war als einem Trunkenen. Darum als sie »In Hoppsas! schrie, wollte sie auch einen Arm dazu aufwcr- fen und einen Sprung thun. Ich weiß aber bei Sanct Grir nicht, wie sie es machte. Als sie den Arm auf# schwang und dazu jauchzte, stieß sie mit solchem den Korb vom Kopfe, daß er sich ganz ungestüm hernieder begab und die Eier zerbrachen. Hiermit lag alle ihre gnädige Frauenschaft im Koth. Wer Lust dazu hat, mag's auflesen und gerade so ein gnädiger Herr werden, wie sie eine gnädige Frau geworden ist.