Hers selb er Anzeiger.
Nr. 28.
Her-feld, den 7. April.
1955«
Der »Hersfelder Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postansschlag hinzu. — Anzeigen alle, Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren RanD mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den zu der erledigten Reetorstelle an der Stadtschnlc zu Gudensberg präsentirten Candidaten des Pfarramts Friedrich Baum aus Hersfeld zu bestätigen.
Jesus Christus -er Geliebte Ist wahrhaftig auferstanbe«.
Unterm Kreuze des Erlösers Steht die Mutter voller Schmerzen; Als des Heil'gen Brust durchstochen, Drang das Schwert zu ihrem Herzen.
Als sein Auge sanft geschlossen, AIS sein Angesicht erbleichte, AlS im letzten, schweren Kampfe Tovesmatt sein Haupt er neigte, Blickt sie aus in stummem Jammer, Sinkt dahin mit stillem Weinen, Möchte sich mit dem Geliebten Und mit seinem Kreuz vereinen.
Doch die Kriegesknechte dräuen, Stoßen weg die Mutter wieder, Senken von Dem Fluchesholze Drauf des Sohnes Leichnam nieder.
Da noch einmal streckt die Hand sie Nach dem Haupt, das dorn umkrönet, Bricht ein Reis von dem Geflechte, Wie die rohe Schaar auch höhnet, Drücket auf die heil'gen Lippen, Ach, die einst so hold gesprochen, Einen Kuß, und eilt von bannen Mit dem Reis, das sie gebrochen.
Und daheim versenkt sie's klagend In des kleinen Gartens Becie. Frisch noch um das Reislein rinnet Heil'gen Blutes Purpurröthe.
Tritt Johannes hin zur Mutter, Und sein Blick, so schmerzumwoben, Ruhet auf dem letzten Zeichen; Doch sein Glaube schaut nach oben. „O Maria, sprach der Meister, Eh' sie ihn ans Kreuz geschlagen,
Tröstend nicht: ich bau ihn wieder, Diesen Tempel, in drei Tagen?"
„Laß uns dieses Zweiglein pflegen: Konnte Aarons Stab einst grünen, Soll dies Reis der Dornenkrone „Uns zum heil'gen Zeichen dienen."
„Wenn drei Tage wir mit Thränen Heißer Liebe es begossen,
Laß uns warten, o Maria, Ob nicht Blüthen ihm entsprossen. Blüht dies Reis, so wird auch Christus, Der den Tod auf sich genommen, Wieder aus der Nacht des Grabes Zu uns Sehnsuchiskranken kommen."
„Seine Schäflein, die zerstreuten, Wird er sammeln dann und leiten Und ich werd an seinem Herzen Selig ruhen, wie vor Zeiten."
Als der Jünger so gesprochen, Blickt Maria auf, und Strahlen, Helle Hoffnungsstrahlen lichten Ihrer Seele dunkle Qualen. Still am Ostermorgen schreitet Sie zum Garten hin mit Bangen. O wie lieblich jetzt am Reise Helle Purpurblüthen hangen!
Lebenssaft durchrinnt die Zweige, Wo des Blutes Tropfen flossen, Sieht die Schmerzensmutter fröhlich Blüth und Blätter aufgeschossen.
Nieder sinkt sie jetzt mit Beben Uno aus ihren bleichen Wangen Ist der erste Frührothsckimmer Heil'ger Freude aufgegangen.
Weint und betet uno die Hände Hemmen fast des Busens Wogen, Und Johannes, rasch sich nahend, Hält die Mutter sanft umhegen.
„Auf Maria, laß das Trauern, Streife ab des Schmerzens Banden: Jesus Christus, der Geliebte, Ist wahrhaftig auferstanden.