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Hersfelder Anzeiger.

Stp. s«. Hersfeld, den 31. März. 1855*

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Seine K,ön i glich e Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Referendar Gustav Reimerdes zum Ober-Finanz- Assessor und Referenten in der Abtheilung des Finanzministeriums für die Domainen zu ernennen,

den Justizbeamten Carl Siegmund FZlda vom Justizamte zu Homberg in gleicher Eigenschaft zum Justizamte in Herren- breitungen,

den Amtsassessor Theodor Wagner vom Justizamte in Witzenhausen als außerordentlichen Assessor zum Lriminalgericht in Marhurg,

, den Aktuar Adolph Eckhardt vom Justizamte in Herren­breitungen in gleicher Eigenschaft zum Justizamte I in Hanau .zu versetzen,

dem Pfarrer August Rollmann zu Hintersteinau die er­ledigte 2te Pfarrerstcüe an der evangelischen Gemeinde in Fulda, dem Iten Repetenten an der Stipendiaten-Anstalt, außer­ordentlichen Pfarrer und Sicentinten der Theologie Friedrich Wilhelm Hassen camp zu Marburg die erledigte 2te Pfarrer- stehle in Ziegenhain zu übertragen,

den zu der erledigten Pfarrei Ermschwerd in der Classe Witzenhausen präsentirten Pfarrer Ludwig Sepbert in Ziegen- Hagen zu bestätigen,

den Regierungs-Referendar August Wolrad von Baum­bach zu Cassel zum Regierung« - Assessor und ordentlichen Refe. reuten bei der dasigen Regierung, und

den HülfSprodalor bei dem Konsistorium zu Cassel Peter Dörfsler zum Probator bei dem Consistorium zu Marburg, beide provisorisch zu ernennen.

Flachs- Martha.

(Fortsetzung.)

Der Belgier richtet sein Hauptaugenmerk auf die Röste; die Wasserröste ist Der Thamösle weit vorzuziehen. Die Röstgruben kann man_ 12 18 Fuß breit und 4 Fuß tief machen. Flußwaßer ist vas Beste. Hat man /Nur Quellwasser, so muß es 14 Tage in Der Grube ge­standen haben, um.weich zu werden; auch wirft man Erlenblätter hinein. Der Flachs wird zu einer regel­mäßigen Schicht in die Grube gelegt, die Wurzelenden nach unten, dann mit Stroh uno Wasen beDecfr, Damit Licht und Luft nicht zutreten, und schließlich mit Steinen beschwert, um ihn schwimmend unter Wasser zu halten. Der Flachs steigt während der Gahrung unv müssen

dann noch Steine beigefügt werden, um ihn nieder zu halten. Die Dauer der Röstung hängt von der Witte­rung ab; der Belgier röstet in den warmen Tagen des Frühjahres. Bor allen Dingen heißt eS: ausgepaßt! Oft kann der Flachs Schaden leiden, wenn er nur 6 Stunden zu lange liegt, namentlich während eines Ge­witters: deshalb macht man zweimal am Tage die Probe folgendermaßen. Ziehe aus verschiedenen Bündeln einige Stengel. Knicke den Stengel zweimal in der Mitte auf 6 Zoll Entfernung; dann fasse die Rinde beim oberen Knick und ziehe sie ab bis zum unteren. Bricht der spähn nicht und bleibt die Faser unverletzt. so ist die Röstung vollendet. Man nimmt die Bündel vorsichtig aus dem Wasser und stellt sie 24 Stunden aufrecht zum Trocknen hin. Darauf öffnet man die Bündel und legt sie Handvoll reihenweise 6 12 Tage auf einen reinen und kurzen Rasenboden. Regelmäßig muß gewendet wer­den, damit Sonne und Regen regelmäßig darauf einwir- ken nach allen reiten. Hier macht man die Probe, in­dem man die Stengel in der Hand reibt, und achtet, ob die Rinde sich gehörig vom Flachse sondert oder durch einen größeren Versuch mit der Handbraake. Darauf wird der rohe Flachs vorsichtig in Bündel von gleicher Länge gebunden und an einem luftigen Orte aufbewahrt.

Will man Den Flachs brechen, so stellt man ihn an die Sonne; die Trocknung auf der Darre oder im Back­ofen verdirbt Die Güte desselben.

Alle 9 10 Jahr wird der Flachs wieder auf den­selben Acker gesäct, bei früherem Wechsel gedeiht derselbe nicht so gut.

Martha vergaß diese Lehren nicht, und was mehr ist, sie brächte solche auch beharrlich zur Anwendung.

Die ersten Versuche machte sie im Garten, dann auf einem kleinen Stück Feld, und später bestellte sie re« mäßig einen preußischen Morgen. Hört, wie die Frau das Ding ergriff. Der Schulze bestimmte jährlich einen Morgen, tiefen, trockenen Lehmboden zu Kartoffeln und düngte stark. Martha grub diesen Acker 15 Zoll, also tiefer, wie ein Pflug kommt, mit dem Späten um. Der Schulze scheute diese Ausgabe von 3^ Thlr. nicht; denn er wußte, Die Erndte sei größer und der Acker erhalte eine Verbesserung für viele' Jahre. Nachdem die Kartoffeln gecrntlet und der Bocen gehörig umgepflanzt war, nahm