Hersfeldcr Anzeiger.
Stv. S4. HerSfeld/ den 24. März. 18SS.
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- . Seine Kön igliche Hoheit der Kurfürst hüben allergnävigst geruhet:
dcn Actuar Andreas Altmannsperger vom Justizamte zu Salmünster in gleicher Eigenschaft zum Justizamte in Burg- hauu zu versetzen,
den Rechtspractikantcn Hermann Michael in Schlüchtern zum Actuar bei dem Justizamte I in Hanau provisorisch zu bestellen,
den zu der Stelle eines tsten Lehrers und Jnspectors der neu begründeten Mädchenschule zu Laffel präsentirten bisherigen 2ten Lehrer an der dasigen Realschule Dr. Carl Friedrich Wilhelm Clemen zu bestätigen,
den Polizci-Eammiffar Fuchs zu Fulsa in gleicher Eigenschaft zur Polizei-Direction in Hanau zu versetzen,
dem praelischen Arzt Vr. Spielmann in Wolfhagen die Gestattung zur Verlegung seines Wohnsitzes nach Hanau zu ertheilen, und
den Bauconducteur Riemann bei der Ober-Bau-Commis- sion in den Ruhestand- zu versetzen.
Flachs-Martha.
’ (Fortsetzung.)
K a p. IV.
Martha im Garten.
Unsere Wittwe war keine gelernte Gärtnerin, allein bei der Pastorin hatte sie Manches abgesehen und es fehlte nicht an Lust und Liebe zum Dinge.
Um den Garten lief eine kleine Wcieenhecke, hier und am Graben schnitten die Jungen die Weiden zu ihren Körben; sie wurden in Bündel trocken gestellt und wenn man sie brauchen wollte, wieder in Wasser aufgeweicht. Das Erdreich oft und tief graben, war Martha's Hauptregel; sie stach zu bis 15 Zoll, wenn sie ein Beet tüchtig vorbereiten wollte; der Bor theil ist doppelt. Die Wurzel kann tiefer niedergchen, z. B. beim. Flachs und der Runkelrübe und das Wasser vesickcrt besser. Sie hatte nur eine Ziege und der Dünger war also rar, da half sie sich durch manche erntete Mittel. Alles Unkraut wurde zum Faulen aus einen Haufen geworden, sie beachte es sogar grün mit aus fremden Gärten und versetzte es mit dem Schlamm aus fein Dorfgraben, Kehricht und der ausgelaugten Asche der Wäsche. Alles Seifenwasser und Lauge trug sie in den Garten; oft hatte sie einige
Eimer voll von der Wäsche des Schulzen Frau; das ist eine treffliche Düngung und die Wirthe sind nicht zu rühmen, weiche dieses Wasser laufen lassen. Hühnermist ist ungemein wirksam für manche Gemüse, und GipS namentlich für Hülsenfrüchte. Für die kleinen Blumenbeete sammelten die Knaben Hoizerre aus faulen Stämmen; fand sich Kalk, alter Lehm, Ruß und dergleichen auf einem verlassenen Schutthaufen, so wanderte dieses Düngungsmittel in den Garten. Martha gab ungern Geld aus;, allein, für ihr großes Gemüsebeet kaufte sie jährlich einige schwere Fuder Dünger;-der Betrag kam mit guten Zinsen zurück. Rinderblut gehört in den Garten und nicht in den Rinnstein. Das trockene Kartoffellaub verbrannte Martha und sammelte sorgfältig die Asche, denn sie ist besser zum Waschen, als irgend eine andere. Das Knochenmehl blieb für den Flachs bestimmt, nur einige Hände voll verwendete sie beim Pflanzen der Runkelrübe u. f. w. Moos suchten die Kinder als Streu für die Stallung, dieser Dünger wirkt wegen seines Pottaschengehalles vortrefflich.
Manche Leier mögen es auffallend finden, daß ich alle diese Kleinigkeiten nenne; allein der Pfennig macht den Thaler. Ohne solche Benutzung geringer Abfälle, die am Ende einen Haufen machen, könnte eine arme Frau nie ihren Garten ausreichend düngen. Martha zog die besten Gemüse im Dorfe Das große Beet für ihre HancelSfrückle lag 1^ Fuß über dem Boden des Gartens und wurde zwei Fuß tief auögegraben und reichlich gedüngt. Zuerst säete sie Salat, darin wurde Blumenkohl in 2 Fuß Entfernung reihenweise gepflanzt und dazwischen später Sollen). An dem Rande uno der Abdachung fanden Kohlrabi ihren Platz. Wenn es nicht regnete, so wurde das Beet alle Tage aus dem Graben wie Leinwand stark begossen. Nach dem Kohlrabi folgte noch später Blumenkohl. Jedes Jahr-zog Martha auf demselben Beete dieselben Früchte, welche vortrefflich gediehen. Auf 18 Quadratruthen oder ^ Morgen gewann sie in guten Jahren 400 Stück Blumenkohl., die jedes 1—4 Silbergroschen werth waren. Mit einem Worte: von diesem Beete zog sie ihre ganze Pacht; dafür sorgte sie, stets mit den Ersten auf dem Markte zu sein und die besten Preise zu madjen. Wenn Jedermann Uereifluß hat, ist wenig zu verdienen. Im übrigen Theile des Gartens zog "die Jöimoe Gemüse, welche den eigenen