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Du sollst nicht todten. Doch miß', o Christ, Daß der vor Gott ein Mörder schon ist. Wer dem Haß und Groll im Innern giebt Raum, Und hält nicht die stechende Zung' im Zaum.
Von Unzucht und von Buhlerei,
J Von Zechgelagen Halt dich frei.
Wer Fleischeslust nicht stets bezähmt, Um'ö sechste Gebot sich wenig grämt.
Den Ebstand halte rein und zart: Erzieh dein Kind nach Christen Art. Wo Eb'lcul Eins sind in Christo dem Herrn, Das ist noch für Kindes Kind ein Stern.
Das siebrnl' Gebot den" Diebstahl wehrt, Doch ist der Mensch so gar berhört:
■ Er jagt mit Sünde nach Gut und Geld, Und arm am Herzen verläßt er die Welt.
Du Christenkind, üb' frommen Fleiß,
Dann sorge nicht für Kleid und Speis': Gott giebt stets genug. Er giebt auch mehr, Drum hab auch ein Herz für fremd' Beschwer.
Falsch Zeugniß gieb an keinem Ort,
Treu sei dein Herz, wahrhaft dein Wort, Und immer voll Milbe- O richre nscht! Wir müssen einst all' vor Ein Gericht.
In Summa: nimm des Nächsten wahr
In aller Leib's- uno Seel'ngefabr, , Sei's Freund, sei's Feind. Denk' Christi Blut Floß allen Meuschen ja zu gut.
Doch daß dse Liebe lauter sei, Halt sie von Selbstsucht rein und frei, Und dämpse stets in deiner Brust Die alte Schlange, dir böse Lust.
Denn.wo die selbstische Lust entbrennt,
i Führt gleich der Teufel das Regiment; Und aus der innern Herzens - Begier, Bricht Greuel über Greu'l hersür.
Drum hat Gott im Gesetz zuletzt
' Noch ein zwiefacheVerbot gesetzt, Zu bändigen der Begierde Macht;
1 Du, nimm das Herz, dein Herz iü Acht. -
Dies ist der zehn Gebote Geist, Wie Christus selbst mich unterweist Und ob ich auch Eins nur verletz',
' So bin ich ein Frevler am ganzen Gesetz.
O schreib' dir dies tief in dein Herz, Und treib' mit keinem Gebot je Scherz.
Wer sie nicht stets mit Ernst beherzt- Gar leicht die Seligkeit verscherzt.
Wer aber ganz sich drin vertieft, ;
Und Herz und Wandel danach prüft: O wie wird der mit Schrecken gewahr, Daß er ein Sünder ist ganz und gar.
Und ach, so schwerer Schuld bewußt, Da ruft er, und schlägt an seine Brust, Und ruft: „Weh mir arm' Menschenkind! Wer ist, bei dem ich Rettung find?"
O Zöllnerangst, o selig Leid! Das macht selbst Engeln Gottes Freud. Die fingen dem Sünder in's Herz hinein: Zachäe, dein Heiland wartet dein.
J. W. Hanne.
Vermischtes.
Das empfohlene Mittel, die Kartoffeln vor der Aussaat einige Zeit an trockenen Orten aufzubewahren und öfters umwenden zu lassen, ist höchst zweckmäßig, uno man erhält jedenfalls eine sehr schöne Ernte. Allein zum Aufhören der Kartoffelfäule reicht dieß nicht hin. So lange unsere Landwirthe das Kartoffelstöcken bis in den Juni verzögern und nun die Sache mit Dünger forciren, werden sie noch faule Kartoffeln haben. Will man gesunde Kartoffeln uuv dabei eine schöne Einte Haben, so stecke man sie höchstens im Monat Mai bei abnehmenden Mond und Neumond, nehme gepulverten Kalk, Gyps u^ s. w., und man wird im Herdst- seine Freude daran haben.
Heilung der Stlauensenche sei Schafen.
Die Klauenseuche ist seit Jahren, namentlich in manchen Gegenden, ziemlich bedeutend ausgetreten und d)ot trotz verschiedener Mittel, die dafür seither gebräuchlich gewesen, viele Opfer gefordert. Es ist jetzt vom Apotheker F. Martini zu'Güntersberge am Harz ein Mittel angefertigt, welches von demselben auch in Flaschen a 2 Thlr. zu haben ist, wodurch dieses Ue'bel in den meisten Fällen nach einmaligem Gebrauche sofort heilt, und nur in bösartigen Fallen ist eine zweimalige Anwendung nöthig. Der Gebrauch dieses Mittel ist ganz einfach, fordert jedoch große Ac-curatesse. Nach Verlauf von 1, 2 bis 3 Tagen nach dem Gebrauch des Mittels, Je nach Dem Stadium der Krankheit, hört die Lähme auf und das Thier ist geheilt. Das erwähnte Mittel hat die Eigenschaft, daß die Klaue darnach nicht im gc- geringsten anschwillt, dabei äußerst weich uno geschmeidig bleibt und überaus ra'ch heilt, was bei den bisherigen Mitteln fast nie der Fall war.