Einzelbild herunterladen
 

79 -

KreisblatteS von v. J. wieder rühmen"zu hören, wollen aber nicht sei säumen unsere Mitbürger aufzuklären. Dieser Polnische Waizen ist in Der That außerordentlich groß, verliert aber bei gewöhnlicher Feldkultur sehr viel, und ist kaum ergiebiger als gemeiner Weizen. Wird er hingegen mit der Maschine wcülauftig gesätt oder gar gepflanzt und behackt, (wie eS die Verbreiter dieses, Korne gethan), so braucht man nur halb so viel Aus­saat als beim gewöhnlichen Korn" und gewöhnlicher Saat. Das gerühmte Gcllcire würde temnäcb zu em­pfehlen sein, wen» das Mehl davon zu gebrauchen wäre. Dies ist aber nicht der Fall, denn es ist gleich schleckt zum Verbacken wie zum Kochen. Wir wollen Niemanden abhalien, es mit' einem Loch Samen zu versuchen, war­nen aber, viel Geld hineinzuffecken und viel Land daran zu wenden.

Eine neue Kulturpflanze wird als die bedeutendste reue Erscheinung in der landwirihschaftlicken Wett seit f 30 Jahren bezeichnet und von derselben behauptet, daß sie den Vereinigten Staaten zu größerem Segen gerei­chen inerte, als selbst Die Eisenbahnen; es ist die Oregon «Erbse (Oregon pea). Ein strauchartiges Gewächs, mit einer grauen Menge von Zweigen, er­reicht Die Oregon - Erbse eine Höhe von 5—6 Fuß und bringt an jedem Zweige Büschel von 4—10 Schoten, eine jede circa 15 Erbsen enthaltend hervor., Stengel und Blätter geben Den schönsten Heucrirag Der Welt, nicht blos qualitativ, sondern auch ^quantitativ; keine Futterpflanze wer Vereinigten Staaten soll so viel au>- bringen und begieriger von Rindvieh, Schafen und Pfer­den gefressen werten.

Bei dem Gebrauch des Guano wird Vorsicht em­pfohlen. Dei selbe hat schon oft bei Personen, Die ihn mit verletzten Händen ausstreulen, schmerzhafte Entzündung und Anschwellung Der Hand und selbst des Armes zur Folge gehabt, so daß Die Leute einige Tage arbeitsunfähig wur- den. Hibrzu kommt der folgende, wegen seines schlimmen Ausganges, wohl zu beachtende Fall: Ein Zollbeamter in der Nähe von Venloo (Holland) hatte eine leichte Verwunkung am Finger durch einen Dorn chatten. Dieser war nahezu geheilt, als er den ankommcnken Guano mit den bloßen Händen untersuchte. Ein Stunde später war Die verletzte Hand ganz, nach 3 Stunden der Arm und ein Theil bei Brust geschwollen, und 'rotz der Hülfe von zwei Aerzten starb' der Mann noch an demselben Abend, 8 Stunden nach Dir Jnfection.

Vermif ch t e S.

Auf einem 'amerikanischen mit Passagieren überla­denen Schiffe trat neulich ein Californier mit den Wor­ten zum Eapitain: „Sir, fetzt möcht ich eine ordentlichk

Schlafstelle zugewiesen bekommen, wcnn's Ihnen rech wäre." — „Ja, wo haben Sie Denn Die beiden letzten Näckte geschlafen?" fragte dieser, worauf jener antwor­tete: „Da lag ich auf einem kranken Manne, aber der ist jetzt besser und will'S nicht mehr leiden."

In Berlin litt ein Kaufmann lange an einer Läh­mung der drei Mittelfinger Der beiden Hände, Die all* mäklig eingetreten war und für deren Entstehung sich durchaus kein Anhaltepunkt gewinnen ließ. In Folge des elektrischen VerhältenS der gelähmten Muskeln stellte Dr. Meyer daselbst die Diagnose auf Bleilähmung, und in der That hatte sich Der Patient, wie eine sorg* ' fällig verunstaltete chemische Analyse herausstellte, durch zehnjähriges Schnupfen einer Sorte Tabak, dessen scharfe Saucenthcile viel von dem umgelegten Jöleipapier auf- lös'lcn und Dem Tabak beimischten, eine chronische Blei­vergiftung zugezogen.

Tintenflecke vertilgt man aus Büchern na$ Dr. Waltl auf folgende Art vollkommen, und zwar ohne Schaden des' Papiers.' Man benetzt den Fleck mit Wasser, so daff er feucht wird, reibt Kleesäure zu sehr seinem Pulver, tropft Wasser so lange zu, bis ein Brei entsteht und streicht diesen auf den Flick oder Die Schrift, Die man wcgbrmgen will. Diesen Brei läßt man so lange Darauf, bis der Fleck verschwunden ist. Sollte in Der Tinte Campechebolz-Farbestoff vorhanden gewesen sein, so wird eine rothe Färbung zurückbleiben; diese entfernt man, indem man Chloikalk zu Brei anmacht und darauf streicht, aber ja nicht länger darauf läßt, bis Die Farbe verschwunden, was in wenig Minuten der Fall ist; bann wäscht man vorsichtig aus, hängt zum Trocknen auf und glättet nachher.

Ein Fabrikant in Tournay will eine Entdeckung gemacht haben, welche Die Aussicht gewährt, Die Lebens- j ckre der , alten Patriarchen zu erreichen. Hufelanv's Makrobiotik uno des alten Denelianers Cornaro Epistel werden dadurch vollständig in den Schatten gesetzt. In Dem „Feuille be Tournay" antwortet Der glückliche Er­finder auf Die Ein würfe einiger Ungläubigen, die es gewagt haben, an Der Wirkung seiner „e le c tri sch en Unter zieh st rümpfe" zu zweifeln, indem er sich auS- läßt: „Ich sage es mit jener Gewißheit, wie sie allein eine tiefe Ueberzeugung giebt, daß vermittelst meiner elic- lriichen Unterzichstrümpfc das Leben eines Menschen um mehr als ein Jahrhundert verlängert werden kann. Aus meinen Berechnungen resultirl cö,' kaß, wenn ein junger Mensch beim Auöiritt aus Der Pension, d. b. ungefähr 18 Jahic alt, Gebrauch von meinen Verfahren macht, , er guten Grund zu erwarten hat, daß er w.uiastens ein Aller von 150 Jahre erreicht. UebrigenS hat meine Entdeckung unter andern Eigenthümlichkeiten auch die,