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HerSfeld, den 28. Februar.

1855*

Der »Her-felder Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwoch- und Sonnabend». Preis desselben bei der Espe« bition (Nenmarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeige« «Her Art werden ausgenommen und die Zeile «der deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königlich e Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Forstjunker Hermann Schenk zu Schwein-berg die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des »on des Königs von Preußen Majestät demselben »erlikhenen St. 3o- hanniter-Ordens zu ercheilen.

Das Gor » # m ^

(Fortsetzung.)

Drei Wochen Paris ein.

V.

später zogen die Verbündeten in

beendet, Wilhelm frei. Er erhielt

Der Krieg war beendet, Wilhelm frei. Er erhielt seinen Äbschiev uuv eilte nach der Heimalh.

Seine Eltern fand er durch den Krieg zurückgekom» men und leiner Hülfe bedürfüg. Das schmerzte ihn nicht: war er doch kräftig und arbeitsfähig und wohl im Stande, seine Eltern zu erhalten. Allein um Karolinen trug er Sorge. Er hatte gleich bei seiner Rückkehr an sie geschrieben, aber keine Antwort erhalten. Sollte sie ihn vergessen haben? Acht Jahre war er von ihr ge- trennt, in acht Jahren ändert sich Vieles, auch eines Mädchens Herz. Ihn peinigten die schrecklichsten Zwei­fel. Die ärgste Gewißheit ist nicht so schlimm als diese. Gewißheit wollte er sich verschaffen, er wollte selbst sehen, selbst hören und machte sich auf den Weg nach Schlesien.

Treu^ hatte er seine Liebe im Herzen bewahrt, das Andenken an Karolinen war der Trost gewesen, der ihn aufrecht hielt in vielen Mühseligkeiten und Leiden; je näher er jetzt dem Ziele seiner Reise kam, desto schwerer ihm der Gedanke auf das Herz, Karoline ' ihn verloren sein. Endlich erreichte er das welchem Wilhelm als Verwalter gelebt hatte, niemanden; mit beklommenen Herzen ging er Fvrsthause.

Er trat ein fremde Gesichter kamen gegen.

könne für Dorf, in Er fragte nach Dem

ihm ent-

bösartiges

, Er fragte nach dem Oberförster ein Viertenfieber hatte ihn schon im Jahre 1810 wcqaeraffl. ou nach Karolinen sie war' einem 'd)?m " - Berlin gegangen. Mehr wußten die Leute

Am andern Tage war Wilhelm auf dem Wege nüch Berlin. Hier angekommen, erkundigte er sich überall -r niemand konnte ibm Auskunft geben; wußte er ja doch den Namen des Oheims nicht. Mit klopfendem Herzen durchstrich er die Straßen Berlins und meinte Karolinen an jedem Fenster zu erblicken; er besuchte alle öffentlichen Orte, in der Hoffnung, sie zu finden. Lange vergebens. Nach acht Tagen endlich sah er im Theater ein Mäd­chen, die ihr glich. Unverwandt heftete er seine Blicke auf sie, er konnte nicht zweifeln, sie war eS. Entwickel­ter in den acht Jahren der Trennung, schöner geworden, saß sie vor ihm, aber sie war es doch. Das war ihr treues Auge, das war ihr holdes Lächeln; sein Herz klopfte hörbar. Aber sie-saß in einer Loge ersten Ranges sie war in Seide und Spitzen gekleidet, und sie sprach freundlich mit einem fein gekleideten, jungen Manne, der neben ihr saß. Wilhelm schnürte sich das Herz zusam­men. War sie reich und vornehm geworden, was konnte er ihr noch gelten, er, der arme Landwirth, der aus dem Kriege heimgekehrt nicht einmal einen Ort besaß, wo W sein Haupt hinlegen konnte, der jetzt erst anfangen mußte, sich ein Loos zu gründen? Er fühlte bei ihrem Anblick seine alte Liebe in neuer Gluth aufloderv- sie aber stand ihm in unerreichbarer Ferne!

Das Schauspiel ging zu Ende. .Er drängte sich durch die Zuschauer, sah Karolinen herauskommen, er drängte sich ihr nach. Der junge Mann, der neben ihr gesessen, führte sie zu einem eleganten Wagen, hob sie hinein und trat zurück. Der Wagen fuhr fort, Wilhelm stürzte ihm nach und verfolgte ihn athemlos durch drei Straßen. Da endlich hielt er, sie stieg aus. Wilhelm merkte sich ,das Haus und ging in Der höchsten Aufreg­ung nach seine Wohnung. Manche harte Nacht hatte er im Lager, im Bivouak, auf dem'Gefangenschiffe zr»- gebracht, so hart wie diese war ihm noch keine ge­wesen. Von den wicdcrstreüendstcn Empsinrungen, von Furcht und Hoffnung, von Zweifel und Eifersucht gepei­nigt, warf er sich schlaflos hin und der.

Am andern Morgen erkundigte er sich, wer in jenem Hause wohne. Herr von K, hieß es, ein reicher Guts­besitzer. Seine letzten Hoffnungen schwanden. Doch Gewißheit wollte er haben, sie wenigstens noch einmal sprechen, wenigstens Abschied von ihr rühmen.

_ Er ging hin. Das Haus war prächtig eingerichtet,