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leichtem Zuge gebraucht werden; doch besser, rö geschieht auch dieses nicht. In den letzten 14 Tagen barf sie nur täglich noch eine gewisse Zeitlang herumgeführt werden. Daß daneben auf gesunde, reinliche und warme ' Stalle, gute Streu und entsprechendes Futter, gcseheii werden muß, bedarf wohl keiner besonceren Erwähnung.
Verfährt jeder Züchter nur einigermaßen nach diesen, ganz allgemein gegebenen Regeln, so wird alles viel besser gehen, und wir werden dann nur selten noch von Verfehlungen hören.
KandwiethschastlicheH.
Die hohen Spirituspreise in Frankreich baden dazu geführt, daß man jetzt auch anfängt aus den Hülsen der grünen Erbsen Spiritus barzustcllcn. Sie werden gleich der Runkelrübe und dem Kürbis behandelt, und sollen bei der Destillation ein Produkt liefern, das mindest, ns dem aus Obstwein gewonnenen Spiritus gleich ist. In England stellt man übrigeus aus den Hülsen unter Zusatz von Salbcy und Hopfen, sowie mit etwas Hefe behufs Vermittelung der Gährung, ein ziemlich angenehmes Getränk.für den Hausgebrauch dar.
Amtliche > Bekanntmachungen.
b Die Ortsvorstände des Kreises werden in Gemäß« ^eit höherer Verfügung hierdurch angewiesen, die Beaufsichtigung der, unter polizeiliche Aufsicht gestellten Individuen, welche bei dritten Personen in Dienst stehen, mit größter Rücksicht gegen deren Dienstherrn und Arbeitgeber unv möglichster Vermeidung von Belästigungen derselben, wie namentlich durch nächtliche Störungen, zu Werke zu gehen, wobei insbesondere zu beachten ist, daß die von dem Dienstherrn- ober Arbeitgeber zu übende Aufsicht auf das in sein Haus aufgenommene Individuum und die Versicherung desselben, von einer Entfernung des letzteren sogleich selbst Anzeige machen zu wollen, für die Anwesenheit des polizeilich Beaufsichtigten in der Regel ausreichende Bürgschaft enthalten wird. Hersfeld am 12. Februar 1855.
V________Kurfürstl. Landrathsamt. Muffaeth.
Folgende Personen, als:
1) Johann Georg Notl von Heringen,
2) Oswald Pfeffer von Schenklengsfelv,
3) Johann Georg Pfeiffer von'Rieverjossa und
4) Heinrich Wittich von Hattenbach haben, Behufs Auswanderung nach Nordamerika, um Entlassung auß dem Kurhessischen Unterlhancnvcrbanbe gebeten. Hersfelv, am 13. Februar 1855.
Kurfürst!. Lanvrathsamt. Muffaeth.
Dem Zimmermeister Ferdinand Boves dahier ist vor einiger Zeit ein s. g. Alotzumwendering gestohlen worden.'— Spuren des Thäfers sind dahier ansuzeigen.
Hersfeld am 13. Februar 1855.
Kuriürstl. Lanvrathsamt. Auffarth.
Vor einigen Tagen ist in Schenklengsfelv eine, als Geldbeutel benutzte Schweinsblase, mit etwa 20 — 22 Silbcrgroschcn darin, verloren gegangen. — Der Finder derselben wird zu deren Ablieferung anher aus- geforvert. Hersfeld, arm 12. Februar 1855.
Kurfürstl. Lanvrathsamt. Muffarth.
Alle Polizeibehörden werden ersucht, auf den Schul« knaben Justus Heinrich Möller von. Frieoewalv, welcher sich wiederholt heimlich von pauS entfernt hat und wahrscheinlich bettelnd umherzieht, zu fahnden, ihn im BetrclungsfaUe verhaften und anher abtiefern zu lassen.
Hersfelv, am 12. Februar 1855.'
Kurfürstl. Lanvrathsamt. Auffarth.
Die nachstehende Schilderung des dermaligen Zustandes in Nordamerika bringt man hierdurch zur Kenntniß der Kreisbewohner.
Hersfeld, am 14. Februar 1855. '
Kurfürstl. Lanbrathsaml. Muffarth
Mehrere Mittheilungen, daß es ven Auswanderern in Newyork in den letzten Monaten kaum möglich geworden ist, ein anständiges Unterkommen zrz finden, werden in folgendem Briefe, den die „Times" mittheilen unv der auch Auswanverern auf dem Conlinenle zur Warnung dienen möge, bestätigt. „Die Zeiten — heißt es in diesem vom 24 Decbr. v. J. vatirten Briese — sind sehr schlecht. Sämmtliche Artikel, Lebensmittel allein ausgenommen, sind um 30 pCt. gefallen. Wir haben einen strengen Winter. Alles ist zugefroren und Tausende sind arbeilslos. Durch ven Stillstand aller Unternehmungen, durch die vermincerte Cirkulation in Folge übermäßiger Einfuhr und der großen Baarausfuhr nach Englanv sind sämmtliche Magazine mit europäischen Artikeln über- füllt. Es treiben sich hier 20,000 Auswanderer ohne Beschäftigung herum. Möchte doch ein Menschenfreund in Europa die Leute jetzt vor dem Herüber kommen warnen; sie gehen dem Hungertote entgegen! Unsere mildthätigen Beisteuern reichen nicht aus. Unser Armenhaus beh,ibergt 7000 Personen, darunter 6000 Fremde. Es werben in unserer Stadt jährlich an 2 Mill. Doll. zu wohlthätigen Zwecken verausgabt; aber es reicht nicht aus! Wir werden die Ankömmlinge besteuern müssen,^ um ver Auswanderung Schranken zu setzen. Unjert ötabt ist voll von halbverhungerten Unglücklichen, die um einen Bissen Brvo betteln und die die Nacht beim Feuer ber Polizei-Elalion zubrlngen. Gott stehe ihnen ber!"
Auf vielseitige Anfragen die Nachricht, daß die K. Landbeschäler am 21. V. M. hier eintreffen, uns die Stutenbedeckungen am 23. d. M. beginnen werden.
C. W a I ch. _