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Johann will sich dagegen wehren, aber der Präsident wird blutroth vor Zorn, unterbricht ihn stets be^ der ersten Anrede und droht ihm mit den gesetzlichen totra» fen wegen Mangels an Achtung und Gehorsam vor dem Gerichte. Johann sieht, daß sein Widerstreben, welches bereits Heiterkeit im Publikum verbreitet, vergeblich ist, und ^crgiebl sich in sein Schicksal. So schwört er denn mit erhobener Hand, die Wahrheit zu sagen, die ganze Wahrheit und nichts 'als die Wahrheit, so wahr' ihm Gött helfe und sein heiliges Evangelium. Amen. Nach einem abermaligen kurzen Widerstreben beantwortete er dann ebenso die üblichen Vorfragen nach Namen, Alter, Stand und ob er mit dem Angeklagten verwandt, verschwägert, oder in seinen Diensten sei. Als er so weit gekommen ist athmet der Präsident hoch auf.
Präs, eo, nun sprecht, nun erzählt; was wißt Ihr von der Sache?
Johann. Von der Sache? Davon weiß ich nichts!
Präs. Aber war hat Euch denn geladen?
Johänn. Mich geladen? Mich hat kein Mensch geladen, aber der Herr E. schickt mich, um den Herrn Präsidenten auf heute Mittag zu Tisch zu laben..
(Ungeheure Heiterkeit im Publikum.)
Der Präsident schellt heftig bis die Ruhe wieder her- gestellt ist.
Präs. Und deshalb kommt Ihr her, und schwört einen Eid?
Johann. Ja, der Hr. Präsident wollten mich ja nicht reden lassen. Ich war in des Herrn Präsidenten Hause, der Herr Präsident war schon fort, und nachher fürchtete ich, es würde zu spät werden.
Der Präsident schüttelt noch einigemal unwillig sein Haupt, brummt sein Hm! Hm! aber auf seinem Antlitze liest man-doch, die zarte Sorgfalt Johanns, daß dem Herrn Präsident die Mittagstafel nicht entgehe, erweicht sein Gemüth. Er scheint einen Augenblick verlegen, was er sagen soll» dann winkt er Johann mit dem Haupte, und sagt: „Eine schöne Empfehlung, und ich würde mich einfinden."
Vermischtes.
Den Nahm von der Milch zu scheiden. — Ein Amerikaner erhielt für folgendes Mittel ein Patent: Er bringt in' bad Milchgefäß ein Stück Zink oder wendet Milchgefäße von Zink an. Mau erhält dann mehr und besseren Nahm, und aus diesem wohlschmeckendere Butter.
Mittel zur Abwehrung der Hasen von den Obstbäumen im Winter. — Man nehme £ Pfund Schleifpulver und ein Quart Schweinefett, bereite unter starkem Nüyren eine Art schwärzlicher Salbe, uns mache in einiger Höhe über der Schncefläche auf die Rinde eines jeden Obstbäumchens mit jener Mischung einen Ring, so bleiben die Hasen gewiß fern. Gröbere Baumschulen sichert man vor dem Benagen der Hasen
dadurch, daß man ring# um dieselbe eine Schnur zieht, und an derselben hin und her Tuchlappen befestigt, die mit obiger Salbe gut getränkt sind; Einige setzen derselben auch noch etwas Fischthran zu.
Amtliche-Bekanntmachungen»
Zur Vollziehung der Verordnung vom 19. December 1854, den Verkehr mit Schießpulver betreffend, werden diejenigen.Ottsvorstände der Stadt- und Landgemeinden kes Kreises Hersseld, in deren Gemeinden sich Pulverfabriken befinden, oder Handel mit Schießpulvep betrieben wird, angewiesen, davon binnen 8 Tagen unter namentlicher Bezeichnung der Fabrik- beziehungswelse HandluugT-Jnhaber anher Anzeige zu machen.
Hersfeld, am 18. Januar kö5.
Kurfürstl. LancrathSamt. Muffarth.
Johannes Schuch von Niederaula hat, Behufs Auswanderung nach Nordamerika, um Entlassung aus dem Kurhessischen Unterthanenverbande gebeten. Hersfeld, am 19. Januar 1855.
Kurfürstl. Laridrathsamt. ^tuffarth.
Gefunden: ein Rohrstocke — Der Eigenthümer kann' solchen bei unterzeichneter Stelle in Empfang nehmen. Hersfeld, am 16. Januar 1855.
Kurfürstl. Landrathsamt. Muffarth.
Gefunden: ein Beutel mit einem' Geldbeträge darin. — Der Eigenthümer desselben kann solchen bei unterzeichneter Stelle wieder in Empfang nehmen.
Hersfeld, am 18. Januar 1855.
Kurfürstl. Laridrathsamt. Muffavth.
Gefunden: eine Art. — Der Eigenthümer kann dieselbe. beim OrtSvorstand zu Röhrigshof in Empfang nehmen.
Hersfeld, am 18. Januar 1855.
Kurfürstl. Laridrathsamt. Äuffarth.
Der unterm 23. September v. I. gegen den Schul- knaben Konstantin Fischer von Hersfeld erlassene Eleck- ' brief wird, als erledigt, zurückgezogen.
Hersseld, am 19. Januar 1855.
Kurfürst!. Lauvrathsamt. Wu^arth.
Alle Polizeibehörden werden ersucht, auf die hierunter signälisirte Elisabeth Mohr aus Heimboldshausen, welche sich heimlich von Haus entfernt hat und wahrscheinlich vagirend umherzKht, zu fahnden, sie im Belre« tungsralle verhaften und anher abliefern zu lassen.
' Hersseld, am 15. Januar 1855.
Kurfürstl. LanoratbSamt. Tkuffaeth ‘ Signalement. Alter: 21 Jahre/ Große: 5 Fuß,. Haare: blond, Stirn: hoch, Augenbr.: blond, Augen: grau, Nase: spitz, Mund: Mittel, Zähne: gesund, Kinn: