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auf fünfzehn anwachsen. Ist aber vierundzwanzig Tha-, ler Reinertrag vom Morgen nicht ein anständiger Preis für die Anstrengungen einer ländlichen Familie? Bedeute man, daß wenn die Pflugarbeit geschehen ist, Kinder und Alte die übrigen Verrichtungen erfüllen können-, so daß die Kräfte cer Erwachsenen für die Geschäfte, die nur ein starker Arm vollführen kann, unbehindert sind, und baß während der Kornernte die Rübe keiner Pflege bedarf, als einer etwaigen nochmaligen Behäufelung, die ohnehin am besten an einem Regentage geschieht. End­lich vergesse man nicht, daß das Gels nicht auf Kosten des nothwendiges Brodes erworben ist, sondern der Rü­benbau besser als reine Brache den Wachsthum des Roggens fördert.

Man sieht also, daß es nur vom Fleiße des Men­schen abhängt, auch von einer kleinen Flache sich und die Seinigen ernähren zu können. Das erinnert an -die schöne Fabel Gellen's von rein Lchatze, der im Wein­berge begraben sein sollte; eS war freilich nicht Gold und Silber, es war die liebe Mutter Erbe selbst, die ihre fleißige Bearbeitung durch reiche Gaben belohnte. Wißt ihr, wieviel ein Bürger von Rom, dessen tapferer Arm die kriegerischsten Völker unterjochte, in den Zeiten seiner größten Kraft und Tugend zum Erbtheil besaß? Sieben Jugern, das sind etwa sechs Magdeburger Mor­gen; aber er war auch fleißig; sechs- und siebenmal pflügte er das Dreeschland um, bevor er ihm die Saat anvertraute. - -

Am besten also ist es, wenn das zum Rübenbau bestimmte Land, nachdem es hinlänglich abgelrocknel ist, mit dem Spaten umgegraben wird; dadurch kann man kS in einer Tiefe auflockern, die mittelst des mangelhaf­ten Pfluges und der schwachen Kraft des Zrgviehe's nicht zu erreichen wäre, und doch ist es, klar, daß dieses die erste Bedingung zum Gedeihen der Runkelrübe ist; denn sie ist eine zari'e Wurzel und vermag nicht, einen unauf- gelockerten Boden zu durchdringen, um aus der Tiefe der Erde Stoffe zu ihrem Wachsthum heraufzuziehen; sie wird daher nur so tief eindringen, wie die Erde für sie aufgeschlossen ist, wogegen ihrem Wachstbume keine andere Schranken gesetzt sind, als das Aufhören der Sonnenwärme, wenn sie Spielraum zu ihrer Ausbrei­tung hat. Indem sie in den Stand gesetzt wird, aus einer Tiefe, bis zu welcher die Wurzel des Korns nicht dringt, Nahrung zu saugen, vermehrt sie den Verrath dcö Pflanzenuahrungsstoffes unmittelbar, so daß dieser als Dünger dem Korn zu Gute kommt und eine größere Kornernte ermöglicht. So ist es denn klar, daß die Rübe nicht nur den Acker nicht entkräftet, sondern die Wirth- schaftskräfle vermehrt, unter der Bedingung, daß die Ackerfläche in größerer Tiefe als vorher aufgeschlossen wird. Nachdem das umgegrabeneLand mit dem Recken (der Harke) glatt gezogen und die kleinen, Errklöße zer­trümmert sind, wird der Saamen gesteckt. Dazu kann man sich ein einfaches Werkzeug machen. Man vereinigt nämlich drei Enden Latte von beliebiger Länge durch ei­

nige Querlatten, so daß das Gerüst einer Egge dadurch nachgeahmt wird, bohre darein Löcher, je einen Fuß aus­einander, und stecke Pflöcke, die einen kleinen Zoll her- vorstehen und etwas zugespitzt sind, in dieselben. In der Mitte des Pflanzers befestige man einen senkrecht gegen denselben stehenden Stiel zum Aufheben desselben. Mit diesem Werkzeug zieht man nun Furchen vor, welche möglichst gerade sein müssen und den (Laamensteckern zur Richtschnur dienen sollen. AlSvann setzt man das Werkzeug auf die Linie, drückt es mit dem Fuße ein wenig an, und schreitet so vor, indem man dasselbe im­mer in die letzten Löcher von neuem einsetzt. Dann legt man in jedes der Löcher ein Korn und die Pflanzen kommen also gleichweit von einander entfernt zu gehen; dies ist sehr wichtig beim Guten deS Unkrauts (Mieten), denn dieses wächst schneller als das Runkelpflänzchen, und versteckt es öfter so, daß es mit ausgerissen werden würde, wenn man nicht die Stelle kennte, wo eS zu suchen ist. Das erste Guten muß also mit der Hand erfolgen, und zwar, wenn das Unkraut die Größe und Festigkeit erlangt hat, daß es beim Raufen nicht mehr abreißt und feine Wurzel in rer Erde zurückläßt; auch muß es vorher geregnet haben, damit die Erde hinläng­lich locker fei und man die Unkräuter ausziehen könne. Ist das Handgälen sorgfältig verrichtet, so kann die Be- hackung im Juni mittelst des Kartoffelbackpfluges erfol­gen, obgleich auch hier die Hancbehackung vorzuziehen ist, da das Auge deS Menschen die Hand leitet und da nachhelfen kann, wo Fehler der Bobcube'chafftnhcck eine solche Nachhülfe erheischen. (Schluß folgt.)

Amerikanischer Maispflug und amerikanische eiserne Egge.

Graf Handick empfiehlt imAraber Anzeiger" die amerikanischen Pflüge zum Anbau des Maises. Sie zie­hen, nur mit einem Pferde bespannt, die Furche, legen in dieselbe den Samen, scharren die Erde daraus und drücken dieselbe fest. Alle diese Verrichtungen werden mit Präcision ausgeführt. Die- eiserne amerikanische Egge leistet in Z-rkrümelung der Schollen und in der Ebenung veö Ackers Ausgezeichnetes. Beide Geräthe werden in der Maschinenfabrik von Leo Wolfs in Wien gefertigt.

Die Zehn Hauptgebote der Landwirthschaft.

Erstes Gebot: Du sollst vieles Fuiler bauen und beim Anbau desselben vernuns,gemäß verfahren. Zweckes Gebot: Du sollst einen Deinem Grundbesitz angemesse­nen Viehstand halten und Denselben gut züchten, füttern und pflegen. Drittes Gebot: Du sollst vielen und guten Dünger 'bereiten und denselben zweckmäßig anwenden. L er'es Gebot: Du ssollst die nothwendigsten und zweck­mäßigsten Ackergcräihe anschaffen. Fünftes Gebot: Du sollst Dein Ackerland mit allem Fleiße bestellen. Sechstes Gebot: Du sollst solche Feldfrüchte, welche Deinem Bo­den angemessen sind, und welche zugleich den höchsten Ertrag in Meuge und Güte geben, mit allem Fleiß an-