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fenen Steige und Blätter einige Minuten hinein; im Augenblick sind die Thiere gelobtet. Auch eine Bespreng- ung oder Waschung mit dem Seikenwasser ist statthaft. Ein anderes Mittel, das nicht nur bei Pflanzen, sondern auch bei Thieren angewendet werden kann, besteht darin, daß man in 1 Quart Wasser ein Scrupel Aloesaft auf- löst und diese Flüssigkeit nut einem Pinsel auf Aeste und Zweige streicht orer das Fell der Thiere damit einreibl.^ Kleinere, von Läusen geplagte Thiere kann man geradezu in ein Bad von dieser Auflösung bringen. Die Wirkung auf das Ungeziefer ist augenblicklich' vernichtend.' Auch Pfähle, Stützen, Lallen, «Spaliere kann man mit dem Aloewasser bestreichen.

Die amerikanische cktartosfel.

In einer der letzten Versammlungen des Breslauer landmilthschaftlichen Berlins zeigte Direclor Liehr Pro­ben keiner amerikanischen Kartoffeln vor> die man in der That als höchst seltene, wo nicht einzige Erscheinun­gen des Jahres 1854 betrachten konnte. Es waren zwei Sorten, eine zapfenförmige weiße, wobei Stücke von nahe 1 Pfv. Gewicht vorkamen, und hello rosenfar­bene. Alle waren gesund und erregten die Bewunde­rung der Versammlung.. Bon der weißen Sorte wurdew ' vom Morgen 75 Säcke geerntet. Herr Liehr verkauft den Sack Samenkartoffeln mit 3 Thlr.

Berdorbenes Futter für das Bieh unschädlich zu machen.

Lanresthierarzt Grüll räth an, durch Ueberschwem- mung verdorbenes Furler in ter Art zu behandeln, daß man 1 Psd. Salzsäure mit 10 Pfd. Wasser versetzt und mit dieser Lösung dA verdorbene Futter anseuchlet.

B e r m i f ch t e s.

Vor Kurzem wurdt in der Nähe des Städchens Taucha bei Leipzig auf der Grasdorfer Flur ein Adler geschossen, der sich'als der Gattung der Fisch- oder Seeadler (Aquila haliaetus) angehörig erwies. Das geschossene schöne Exemplar, ein Weichen, mißt in der Breite der ausgespannten Flügel 4 Ellen und in der Länge fast Elle.

Im Herzogu-Um Gotha ist die Obstcultur fort­während im Zunehmen. Mit dem Hopfenbau hat man jetzt in mehreren Gegenden, wo derselbe früher gar nicht gekannt war, Versuche gemacht und gefunden, daß bei richtiger Behandlung ,n den meisten Gegenden der Boden für tneieil sehr lohnenden Culturzweig geeignet ist. Durch lie neu eingerichtete Flachsbauschule ist der belgischen Flachsbereitüngsmeihove Eingang verschafft worden. Man hat berechnet, daß bei dieser Methode der Ertrag eines Ackers mindestens um 10 Thaler höher ist. Besonders können auf diese Welle Waldgegenden sehr ergiebig gemacht werden, da sich diese sehr für den Anbau des.Frühleins eignen. Das landwirth- schaftliche Bereinswesen hat durch die Vereins- gefttzgebung eine über das ganze Land sich erstreckende

Organisation, Bezirks- und Ortspereine erhalten, welche sehr wohlthätig wirken.

Amerika (Die Vereinigten Staaten) hat nun auch bereits eine verhungerte Dichterin. ES ist Anne Jane Maclean, eine Wittwe von vier und zwanzig Jah­ren, die ihrem Leben aus Liebe und Armuth kürzlich freiwillig ein Ende machte. Allgemein hieß es die Verse der Armen zierten die amerikanischen Blätter, aber Freunde, Rath und Ermuthigung fand sie in New-Iork nicht, wo es nicht wenige Familien giebt, welche einen jährlichen Aufwand von 100,000 D. mache« und wo viele Kaufmannstöchter Kleider tragen die 3000 D. kosten.

Der Säbel, welchen Theodor Körner trug als er fiel und der ihm von einem Waffen- und Zeitgenossen abgeschnallt wurde, ist von der bisherigen Besitzerin, in deren Familie er als Reliquie aufbewahrt wurde, kürzlich dem Prinzen Friedrich Wilhelm, dem Sohne des Prin­zen von Preußen geschenkt worden.

Das kranke Landmädchen.

Mutter, ich bin bei'm Doclor gewesen,

Das ist ein wunderlicher Mann;

Hat ein so gutes und freundliches Wesen, Der hilft-mir sicher, wenn Einer es kann. Bin fast zwei Stunden bei ihm geblieben, Er hat ganz haarklein mich ausgesragt, Ich hab' vertrauend ihnP Alles beschrieben, Uno hab' ihm all' meine Schmerzen geklagt.

Daß ich umsonst auf dem Lager mich wälze,

Uuv mich doch der schlaf beständig flieht;

Daß ich vor Angst und vor Hitze fast schmelze Wenn auch kein Fünkchen im Ofen glüht.

UnD wenn ich auch schlafe, dann stellen die bangen

Die fürchterlichen Traume sich ein;

Da i|t nur's, aUs wolle der Michel mich fangen, Ich laufe,er hascht mich da muß ich denn schrei'n.

Ich sagt' ihm, daß ich Beklommenheit habe, Da, festes aus der Seüe^ ich athme nie frei; Dass unr's ist, als ob Jemand im Herzen mir grabt, Daß nur lieber der Mond als die Wonne fei; Dass wenn wir so mähen, ich und der Michel, Ich ganz verwirrt fei und schrecklich zerstreut, So daß ich im Irrthum mit meiner Sichel Anstalt in das Gras, in die Finger mir schneid'.

Und als ich dem Doctor nun Alles gestanden, Und er mit lächelndem Blicken mich maß, Da nahm er ein Blättchen Papier schnell zu Handen, Schiieb d'rauf und sprach:gib der Mutter das!" Ich bin auf dem Wege dann stehen geblieben Unv habe gelesen: ein seltsames Ding!

Weht Mutter er hat mir den Pastor verschrieben, - Den Michel und einen goldenen Ring.