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hatte, aus, verstärkte sich auf dem Zuge durch einige dänische Fähnlein, rückie eilfertig heran, das Belagerungs- . Heer unvorbereitet übcrfallend,- über welches er, nach kur­zem hitzigem Kampfe, am 22. Januar 1676 einen voll­ständigen Sieg errang. Die Schweden, wo sie sich zeig­ten, zurückdrängenv, griff er nun ihre festen Plätze in Deutschland an und eroberte zuletzt Steilin, in'welcher Stadt er am 27. des Ehristwonrö 1677 an der Seile seines Kurfürsten einzog. Dieser ernannte ihn sofort zum Statthalter von Vor- unv Hinterpommern. Da Sucht nach Ehrenstellen und Prunk von jeher ihm fremd gewesen und die Aussichten damals auf Fueven reulelen, bat er um Entlassung von seinem Posten, von einer Last, der jüngeren Kräfte wohl besser gewachsen seien; er sel­ber — 'je schrieb er dem Kurfürsten — habe sich auf seine Reise nach jenseits vorzubereilen. Der Kurfürst aber wvlltö von seiner Entfernung nichts wissen und schrieb ihm zurück: daß er redlich säen geholfen habe, er sollte nun auch milhüten und Früchte erndten. Der Feld­herr ließ sich durch die Wünsche seines vortrefflichen Ge­bieters bestimmen, seinen Dienst weiter forlzusühmi, nicht nur die eroberten Länder zu verwalten, sondern auch den Angriff forlzusetzen. Im Jahr 167S überzog er nämlich die Insel Rügen, von welcher aus die Schweden bestän­dig die Küsten beunruhigten. Am 13. September setzte er sein Heer auf vieLnsel über und war bald mit dem schwedischen Heere, unter Königsmark, im Treffen. Da tie Borenbrschaffrnhrtt lür 'eine Reiterei' ungünstig schien, saß er mit den Deinigen ab, griff zu Fuße an, errang nicht nur einen vollständigen Sieg, sondern schnitt auch dem Feinde den Rückzug nach Stralsund ab. In Folge des Sieges fiel Slralsunv am 15- Octvber, Greifswalo am 6. November in feine Gewalt, und somit waren die letzten Vormauern Schweecns in Deutschland zusammei- gebrochen, war von dieser Seite Deutschland ganz von seinen Widersachern gesäubert. Schweden, welches so rasche Fortschritte des alten Helden weder gehofft noch befürchtet hatte, versuchte durch einen Angriff aus Preu­ßen Luft zu gewinnen und in Folge dessen tu Pommern sich wieder feinen zu können. 16,000 Schweden, un­ter Horn'ö Leitung, setzten nach Preußen über und be­drohten Königsberg. Deifflinger, der in Pommern eben seine beste Arbeit gethan, rückte alsbald im Eilmärsche über das gefrorne kurische Haff und vernichtete durch den kecken Zug das schwedische. Heer gänzlich. Dies war die letzte Heldenthat des brandenburgstchrn Heeres unv seines Helden in diesem Kriege, welcher kurz darauf im Frieden von «st. Germain seine Endschaft erhielt. Derff- Ilirgcr gewann mit vielem Frieden die erwünschte Ruhe, verlor zwar seine Komthurei Wildenbruch unv seine Statt- Halterei, wurde aber dafür zum Feldmarschall aller bran- denburgischen Truppen, zum Ober-Statthalter aller Fest­ungen ernannt. Einmal in Ruhe und Friedenv lebaio, war ihm jedoch das Spiel tes Krieges so zuwider, daß ' er sich wenig mehr mit den Angelegenheiten des HeeieS befaßte, selten in den Sitzungen des Reichöraths erschien.

Sein Kurfürst, der in dieser Beziehung andere Ansichten hatte, warb daher den Marschall von Schomberg für seine Dienste, als Stellvertreter des greifen Helven," wes­halb dieser, eiwas empfindlich, sich ganz zurückzog und im Sommer des Jahres 1687 seinen Abschied nahm. Von nun an lebte er sich und ven Seinigen auf seinem brandenburgischen Gute Gusow und starb im Jahr 1695 am 4. Februar, hr seinem ncunundachlzigstcn Lebensjahr. Nach seinem letzten Willen wollte er, ohne alles Schau­gepränge, in der, auf seinem Gute von ihm selbst erbau­ten Kirche begraben sein, hatte auch alles Lob in der Trauerrede verbeten. In seinem ganzen Leben war er einfach und anspruchslos, unv hatte er Stolz, war es ter, in einer Bauernbütte geboren zu sein. So, als an kurfürstlicher Tafel Einer darauf anspielte, sein Vater sei Schnciver gewesen, sagte er, sich erhebend, unv in­dem er an sein Schwert schlug: »Freilich war mein Va­ter, war ich selber Schneider, und trage zum Zeugniß dessen noch jetzt eine große Nadel an der Seite, mit der ich jeden bediene, ber' sich irgend au mir zu reiben ge­denkt!" — Vor allen Künsten des Friedens liebte er die Bau- und Gartenkunst, hatte aber, cintn viel zu ge­sunden Sinn, um die abgeschmackten Schnörkeleien seiner Zeit schön zu finden und'nachzuäffen; er blieb der Natur getreu und in dieser Richtung verwendete er seine Er­sparnisse zur Verbesserung seiner Güter. Er war zwei Mal verehelicht. Nach vem To.ve seiner ersten, schon genannten Gattin warb er um Fräulein Dorothea von Gorzken, welche er ebenfalls überlebte. AuS beiden Eben erwuchsen ihm Lwei Söhne und vier Töchter. Der älteste Sohn nahm Kriegsdienste und fiel rühmlich in Ungarn, in einer Türkenschlacht; der zweite Sohn starb kinderlos, unv der Name Derfflinger verlöschte so schnell, als er sich erhoben hatte. Der Glanz ber Thaten unv das Heer, welches er herangebildet, ward aber zum Ruhme Brandenburgs.

Vermischtes.

Wortspiele.

Welchen Fehler kann sich ein Neger nie angewöh- nen? — Er kann nie naseweiß werden.

Welcher Schuh tanzt auf dem Rücken? — Der Kantschuh.

Was hassen Liebende und Beamte gleich sehr? — Den Abschied.

Welcher Verwandte sieht immer gut genährt aus? — Ein Vetter. . .

Wer leidet in ver Fremde leicht am Heimweh? — Der. Oheim (O heim!)

Warum ist Gastwirthen nie recht zu trauen? — Weil sie immer etwas im Schilde führen.

Was kaust auch der reichste Dummkpof nie? — Genie-