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ger zeigte sich auch in diesem Strauße in seiner asten Tapferkeit, half rasch die Schweden aus Pommern und Jüilanv vertreiben, nach welchen Thaten er 1658 zum General- Feldzeugmeister, 1670 zum General-Felvmar- fchall ernannt wurde. Um 1674 wurde er von Brandenburg'als Vermittler und Geschäftsträger nach Holland geschickt, die Niederländer für Deutschland zum Kampfe gegen die französischen Uebergriffe aufzurufen. Der deutsche Kaiser erkannte bei dieser Gelegenheit die Tüchtigkeit seines ehemaligen Feindes Derfflinger an, beehrte ihn mit seinen Aufträgen und ernannte ihn zum deutschen Reichs -Freiherrn. Als der Krieg wirklich ausbrach, eilte der Gesandte zum Heere an den Rhein und drang mit den ReichS-Fahnen in das Elsaß vor. Leider aber fehlte der kriegerische Geist in den deutschen Schaaren, fehlten Eintracht und Ordnung, und sie mußten sich nach einem verlorenen Treffen zurückziehen. Der Rückzug wäre zur vollständigen Niederlage geworden,, wenn Derfflinger nicht den Befehl der Nachdul übernommen, mit seinen Brandenburgern den Franzosen Achtung und Vorsicht eingeflößt hätte. So vermochten sich sämmtliche Heerabtheilungen über den Rhein zu retten und, dadurch gesichert, Winterquartiere in Franken und Schwaben zu beziehen. Während des Winters suchte der scharfblickende Feldherr die Kräfte des Heeres zu erstarken, den alten deutschen Heldengeist in den Schaaren zu entstammen. Frankreich, dies befürchtend und wohl wissend, daß es bisher immer nur durch Trennung der deutschen Kräfte gesiegt hatte, bezweckte nun nicht vergebens, Brandenburg mit seinen gefürchteten Kriegern vom Kampfplätze zu ziehen, indem es die Schweden zu einem Einfall in das brandenburgische Gebiet bewog. Im Frühling, als die Heere sich eben in Bewegung setzen wollten, erhielt der Kurfürst Nachricht: daß die Schweden seine Grenze überschritten, im Marsche auf seine Hauptstadt begriffen seien. Rasch brach er mit seinen Streitern vom Ufer des Mains auf, erreichte vor dem Ende des Mai's durch Eilmärsche Magdeburg, ohne daß die Schweden seine Nähe ahnten. Am 11.3um versammelte der^Kur- fürst ganz in der Nähe der Feinde seinen Kriegsrath. Alle Kriegsführer wollten zuerst die ganze Kraft des zurückgebliebenen Heeres erwarten, Derfflinger stimmte allein: die Schweden rasch anzugreifen und Vortheil auö deren Sicherheit zu ziehen. Der für jeden großen und kühnen Gedanken leicht zu begeisternde Kurfürst (stimmte Derfflinger bei, und so setzten die Brandenburger schon in der Nacht über die Elbe: 5600 Reiter, 1000 Solba- ten zu Fuß und 13 Stück Geschütz. Rathenow war der erste feste Platz, der von den Schweden längst besetzt war. Das Heer drang auf dieses Ziel, wurde aber durch Regenwetter aufgehalten. Während andere Führer oberhalb der Stadt die Havel zu durchsetzen suchten, stürmte Derfflinger an der Spitze von wenig Neuern auf die Havelbrücke zu. Die Schweden, welche diesen Posten hielten, glaubten einen versprengten schwedischen Posten zu erblicken und bemerkten ihren Irrthum nicht
früher als bist die ganze Wachtmannschaft gefangen und entwaffnet war. Der Ucberfall war indessen nicht ohne Geräusch vor sich gegangen, hatte in der Stadt Aufsehen gemacht, so baß die eroberte Sielle bald von neuen Kriegern angegriffen wurde. Derfflinger stellte sich kühn zur Wehre, war durch keine Bedenklichkeiten zur Flucht oder zur Uebergabe zu bewegen. Obschon Hunderte auf ihn einstürmten, seine Begleiter meist tobt oder verwundet neben ihm stürzten, hielt er sich, bis seine gesammte Reiterschaar, die aus der Ferne der Bewegung des kecken Feldherrn gefolgt war, mit verhängtem Zügel herbei eilte, Derfflinger die Abwehr wieder in Angriff ver, wandeln und Jn raschem Griffe Rathenow einnehmen konnte. Die Schweden hatten bis jetzt die zufällig erblickten Feinde für einzelne umherschwärmende BesatzungS- Krieger gehalten, den Kurfürsten mit seinem Heere am fernen Rheine beschäftigt gedacht;^ jetzt begannen sie wenigstens vorsichtiger zu werden, sich, ein anderes Sach- verhältniß auf Fehrbellin zurückziehend. Am 17. Juni standen die Brandenburger, die gefolgt waren, den Schweden bei Fehrbellin gegenüber und die Obristen des Heeres waren zu einem neuen Kriegsrath versammelt. Alle waren" wieder der Meinung, das Fußvolk, das noch zehn Meilen zurückgeblieben, abzuwarten und dann eine Schlacht zu wagen. Derfflinger allein war abermals für den raschen Angriff, weil ihm sonst der Feind entgehen könnte, und gewann turd) seine Gründe den tapferen Kurfürsten. Alsbald begann die Schlacht, von teutscher Seite nur durch Reitern ausgefochten. Derfflinger fesselte das Glück des Tages besonders dadurch, daß er im enticheivenben Augenblicke mit den «chaaren, welche er in's Feuer führte, den Sandhügel bei Lenum nahm, daß er nach dem Siege den Schweden rasch nachsetzte, sie vollkommen zerstreute und so schaarenweise einfing, daß er Greifenhagen, Wollin, Wilvenbruch uuvWollgast in stürmender Eile einnahm, sich in diesen Städten gegen Schweden befestigte. Das erdrückte Brandenburg war nun durch den Helden Derfflinger, durch seinen vortrefflichen Fürsten rasch zu einer nie geahnten Größe erhoben, glänzte um so herrlicher, je trauriger die Verhältnisse der übrigen deutschen Staaten waren. Der große Kurfürst erkannte dankbar die Verdienste seines Helden an und belohnte ihn, außer mit ansehnlichen Geldgeschenken, mit Verleihung der eroberten Komthurei Wildenbruch. Schweden, welches seinen alten Ruhm eingebüßt, beinahe seine sämmtlichen deutschen Eroberungen, die Früchte des dreißigjährigen Kampfes, verloren hatte, versuchte, durch Frankreich aufgestachelt und unterstützt, die Wievereroberung. Schnell, wie die Länder verloren worden, sollten sie wieder gewonnen werden; daher brach der schwedische Feldherr Marbefeld schon in den ersten Tagen des Januars 1676 auf und begann den Felvzug mit der Belagerung von Wollgast. Derfflinger war aber keineswegs gewilligt, sich von dem Feinde in dek Rasch- heit des Entschlusses überflügeln zu lassen; rückte plötzlich mit dem kleinen Heerhaufen, den er gerade zusammen