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Hersselder A«zelge^Z

Nv» HerSfeld/. den 3. Januar. 1855»

Der »Hers felder Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Erpe. bitten (Neuwarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.'; bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeigen aller Art wcroen ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet

Seine K Mig Iiche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

, dem Herzoglich Sachsen - Meiningenschen Hosmarschall und Kammerherrn Freiherr» von Speßhardt das Ritterkreuz des Kurfürstlichen Wilhelmsordcns zu verleihen,

demOberstcn P etri, Commandeur des Artillerie-Regiments, den Characler als General-Major zu ertheilen,

den Oberstlieutenant W c g n e r , interimistischen Commandeur des 1. Jnsamerie- Regimems (Kurfürst), zum Commandeur des 2. Jnfantcric-RegimentS zu ernennen,

den Oberstlieutenant von Schwenk zu Schweinsberg, interimistischen Commandeur des 2. Husaren-RegimentS, und

den Oberstlieutenant v. Baumbach, interimistischen Com- mandeur des Leibgarde-RegimentS, als RegimentS-Commandeure zu bestätigen,

den Oberstlieutenant v. Spiegel, aggregirt dem 2. In­fanterie - Regiment, zum 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst) zu versehen, demselben zu nggregiren und mit dem Commando des Regiments zu beauftragen, sowie

die bisher ^»-»tf«,tstti. angestellteu-Hoftau-Conducteure Georg Jäger und Adolph Sander nunmehr definitiv zn bestellen.

Hefter Fetter - Lösch - Wesen. *)

Die Zeit in der es noch keine Feuerspritzen gab ist nicht sehr fern, nach Paris kam die erste Feuerspritze im Jahre 1669 von Deutschland, und nach London im Jahre 1688 von Holland aus. In den Baurechnun- gen von Augsburg kommt die erste Feuerspritze im Jahre 1558 vor.

Vor dieser Zeit scheint es gar keine Feuerlösch-An­stalten gegeben zu haben, obgleich die damalige Bauart die Verbreitung des Feuers sehr beförderte, une ein un- deutenver Winv mochte hinreichen, eine Stadt in wenigen Stunden in einen Aschenhaufen zu verwandeln.

Die Furcht vor dem Feuer muß 1 damals wie ein Alb auf dem Bürger gelastet haben, denn auch das wohlthätige Institut der Lersicherungs- Anstalten war noch unbekannt und manches industrielle Unternehmen, das große Gebäulichkeiten erforderte, wag aus diesem Grunde unausgeführt geblieben sein.

*) Wir entnehmen den nachfolgenden Aussatz einem größeren Werke, betitelt: «Alle Theile des Feuer-Lösch-Wes-ns vo»C. D. Ragirus. Ulm 1850. Selbstverlag des Verfassers."

D. Red.

Durch die Erfindung und Einführung der Feuer­spritzen, deren Wirklamkeit später noch durch Windkessel, Zubringer und Schläuche außerordentlich vergrößert wurde, ist es möglich geworden, das Element nachdrück­lich zu bekämpfen und eS kann nicht genug getadelt werden, wann eine Gemeinde nicht alle Vortheile ausbeutet, welche diese nützliche Erfindung bietet., i

Die Löichanstalten von Paris find unbedingt die vorzüglichsten, und haben den meisten größern Städten, die ihre Löschanstalten rühmen, als Muster gedient. Es möchten aus diesem Grunde einige Notizen hierüber nicht ohne Interesse sein.

Vor dem Jahr 1669 hatte Paris keine geordneten Löschanstalten; bei auskommendem Brande wurde die Feuerglocke geläutet und eS waren alle Baugewerbe ver­pflichtet, auf dieses Zeichen mit ihren Werkzeugen berbei- zueilen. Die auf dem Rathhause ausbewahr'len Requi­siten bestanden aus Waffereimer, Seilen und gewöhnli­chen Leitern.

Mit so mangelhaften Hilfsmitteln konnte man na­türlich das Feuer nicht angreifen; die Hilfeleistung be­stand daher hauptsächlich darin, daß man das brennende Gebäude durch Niederreißen der Nachbarhäuser zu isoli- ren suchte, um das weitere Umsichgreifen des Feuers zu verhindern.

Die Feuerspritzen wurden im Jahre 1669 durch Dumourier Duperrier eingeführt, welcher deren in Deutschland und Holland gesehen hatte uüd für Frank­reich ein Verkaufs-Patent auf 30 Jahre erhielt. Der König schenkte der Stadt 12 Stück.

^m Jahr 1705 besaß Paris 20 Spritzen; ^err Duperridr verpflichtet sich, gegcst eine Entschädigung von 40,000 Liv., die Spritzen' und die nötbige Mannschaft 3 Jahre zu unterhalten. Im Jahre 1716 wurde der­selbe zum Direetor der Löschanstalten von Paris ernannt; daS CorpS. bestand aus 64 Mann.

Nachdem die Zahl der Mannschaft und die Requi­siten in den Jahren, 1747, 1764, 1765, 1770, 1794 und 1801 vermehrt worden war, erhielt das Corps im Jahre 1811 durch Napoleon, einige unwesentliche Aende­rungen ausgenommen, seine fetzige Gestalt.

> Gegenwärtig besteht das CorpS der Sapeurs-Pom- piers von Paris aus 800 Mann, welche ein Bataillon von 5 Compagnien bilden. Der Stab besteht aus dem