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Hersfelder Anzeiger.

Mp. 103* Her-feld, den 23. December. 1854.

<S" Der HerSfel-e» Anzeiger wird auch im nächsten Jahre wöchentlich zweimal, Mittwochs u. Sonnabends als

Anzeige- und Unterhaltvttgsvlatt forterscheinen; jedoch wird derselbe nach §. 12 Absatz 1, der landesherrlichen Verordnung vom 19. d.M. alle politischen und socialen Fragen auS seinen Spalten entfernen. — Diejenigen geehrten Abonnenten, welche ihr Abonnement erneuern wollen, belieben dieses bei der ihnen zunächst gelegenen Poststelle baldigst zu thun. Reu hinzuiretende Abonnenten erhalten die Nummern vom Tage der lBestellung an bis zum 1. Januar 1855 umsonst. — Alle Poststellen nehmen Bestellungen an. — Das Quartal kostet 7f Sgr., bei den Posten kommt der übliche Postausschlag hinzu. — Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die gewöhnliche Zeile oder deren Raum mit Hllr., bei Wiederholung aber mit 6 Hllr. berechnet. x

Feuersichere, dauerhafte, gesunde un­wohlfeile Bauart.

Schluß.

Nach der Erfahrung werden zu einem Kubikfuß Mauer einschließlich der Thür- und Fensteröffnungen durchschnkillich 10 Lehmsteine erwähnter Größe erfordert.

Diese kosten nach dem angegebenen Preise 1 togr. 8 Hlr, Für^ Arbeitslohn, Lehm unv Rüstung ist

pro Kubikfuß zu rechnen . . . .' . — - 7Hlr. Mithin- kostet der Kubckfuß Mauer von gebrannten Lehm- steinen 2| Sgr.

100 □ Fuß Mauer einen Stein oder circa 11 Zoll stark enthält 92 Kubikfuß, kostet demnach 6 Thlr. 27 Sgr.

100 m Fuß 1J Stein oder 16^ Zoll starke Mauer kostet 10 Thlr. 10 Sgr. 6 Hlr.

100 □ Fuß 2 totein oder circa 22 Zoll starke Wand lostet 13 Thlr. 24 Sgr.

Mit diesen Mauerstärken reicht man bei den meisten Landgebäuden aus. Alle einstöckigen Scheidewände be­dürfen nur einen Stein Stärke, die untern Umfassungs- wänve bet zwei bis dreistöckigen Gebäuden werden 2 Steine und die obern Umfassungswände 1^ Steine stark ausgeführt. Die Umfassungswände einstöckiger Gebäude werden höchstens 1^ Steine stark ausgeführl, in sehr vielen Fällen genügt ein totein Stärke, so daß man also die Kosten des Massivbaues durchaus nicht zu gering in Anschlag bringt, wenn man bet einer Vergleichung der Kosten des Massivbaues mit dem Holzbau die Stärke der Mauern durchschnittlich zu l.i Stein Stärke mit dem dafür pro 100 □ Fuß berechneten Betrage von 10| Thaler annimmt.

Zu 100 □ Fuß Fachwand sind mit Ausüahme des Wandrahmens, für welchen beim Massivbau die Mauer­latte zu rechnen ist, 80 laufende Fuß Bauholz nöthig, welches bei 7 bis 8 Zoll Stärke für Ankauf, Fuhrlohn

und Zimmerarbeit zu 2| Sgr. pro laufentz^Fuß zu rechnen ist, giebt .... . . 6 Thlr. 20 Sgr.

Hierzu für das Ausmauern von circa jel)n 7—8 Zoll tiefen Gefachen mit gebrannten Lehmsteinen a 12 Sgr. incl. aller Materialen giebt . . . 4 Thlr. — Sgr.

Mithin zusammen 10? Thlr. also sogar noch H THlr. mehr, als eine 16 bis 17 Zoll starke Mauer von gebrannten Lehmsteinen kostet.

Daö Schienen und Tünchen der innern unv äußern Holzwände erfordert ungleich mehr Arbeit und Material, als der Verputz von Lehinsteinmauern, bei welchem man des Strohes, der schienen und Nägel gänzlich entbeh­ren kann. Ferner werden bei letzterem die Fenstersohl- bänkc noch nicht so viel, als die bei Holzwänden nöthi­gen Fensterfutter und Bekleidungen mit ihrem Oelfar- benanstrich kosten und in den Lehmsteinmauern die Schorn- * steine feuersicher, raum- und koftenersparenv herauf ge­führt wcrven können, wodurch man zugleich den großen Vortheil erlangt, daß der Rauch in Der vollkommensten Weise abgeleitet wird und die Schornsteine ohne Gefahr auSgebrannt und somit vvllstänvig : gereinigt werden können. *)

Bei ein- unv zweistöckigen Gebäuden genügt es auch, sie aus hinreichend hohem Sock l unv einer 10 bis 12 Zoll hohen scluvellenmauer von rohen Lehmsteinen - auszusühren, besonders wenn man die Vorsicht beobachtet zur erforverlichen Haltbarkeit des Verputzes bei Auffüh­ren ver Mauern zu den äuß eren Läufern gut gebrann­ten Lehmsteine zu nehmen und solche 4 Zoll vorstehen zu lassen.

Von diesen Lehmsteinwänden kosten 100 □ guß von

*) Man thut wohl, den zu reinigenden Schornstein nicht auf einmal von unten an durch das ganze Haus, sondern erst die obere und dann die untere Hälfte auszubrennem welches mittelst Klappe und Thür, welche nahe über dem 2ten Stockwerk im Schornstein - anzubrjngen sind, leicht bewerkstelligt werden kann.