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machte ihrerseits für Fortsetzung des Krieges sich ent­scheiden, so würde Oesterreich keine Verbind­lichkeit eingehen, irgend eine neue Forde­rung zumnterstützen."

Nach diesen so bestimmten Zusicherungen halten wir es für unmöglich, daß Oesterreich durch den AUsanz« vertrag-mit den Westmächten sich vcrpflichiet haben sollte, für solche Forderungen einzutreten, die über den klaren Sinn und Wortlaut der vier Punkte, wie dieselben durch -das Protokoll vom 8. August formulirt sind, hinauö- gingcn, am wenigsten aber für die Forverung^iner Be­schränkung der Russischen Seemacht- im «chwarzen Meere, da diese Forderung, welche von dem Französi- schen Minister Drouin des Lhups in seiner bekannten Depesche ausgestellt war, in dem Protokolle vom 8. Au­gust keine Stelle fand und daher als dem Geiste desselben widersprechend angesehen werden muß. (N. Pr. Z.)

EageSvegebenheiten. .

Wien, 12. December. Die oberste Polizeibehörde hat sich veranlaßt gesehen, das von E. Warans geleitete Journal: »Der Lloyv", unter dem gestrigen Datum für immer zu unterdrücken.

Koblenz, 6 Dec. Wir vernehmen, schreibt die Kobl. Zig, daß im Laufe dieses und des nächsten Mo­nats große Quantitäten Getreide von auswärts nach unserer Provinz transporlirt werden, welche größleniheils für die Proviant-Aemter der Festungen Köln, Koblenz und Mainz bestimmt sind und nicht weniger als 70,000 Scheffel betragen sollen. Diese Zufuhr soll den Ankauf für den Militairbevärf in der Provinz selbst unnölhig machen.

Darmstadi, 3. Dec. Ein grauenvolles Verbre­chen bildet gegenwärtig daS allgemeine Stadtgespräch. 1^ Stunde von hier liegt der Flecken Weitcrstadl. Das Ortsgericht war in der Wohnung des Bürgermeisters Heß versammelt, Abends bei Licht. Es war 9 Uhr vorüber; das Geschäft war seinem Abschluß nahe; eben schnitt der Bürgermeister seine Feder, als ein fürchterlicher Schuß durch die Fensterscheiben drang, und den unglück­lichen Mann zu Boden streckte. Drei Kugeln waren abgefeuert worden, und trafen die Brust; zwei gingen durch und durch, die eine derselben wurde in dem dahin­ter stehenden Bette gefunden, die andere in den Klei­dern deS Verwundeten. Die dritte steckte noch im Kör­per. Ein tiefer Schleier ruht noch über dieser That. Der Mörder war nirgends zu entdecken, doch sind jetzt einige Verhaftungen vorgenommen worden. Der Ver­wundete lebt wunderbarer Weise noch. Er war eiy sehr geachteter Mann und tüchtiger Gemeindevorsteher.

Paris. Eine Marseiller Correspoudenz giebt den Schaden, den die Alliirten.durch die Stürme vom 14. und 19. November im Schwarzen Meere erlitten haben, auf 45 Millionen an, die jedoch meistens durch Asseku­ranzen gedeckt sind. Es werden dadurch Marseille, Lon­don, Liverpool und Souchamplon getroffen.

Paris, 9. Decbr. Die hohen Preise des Getrei­des haben Unordnungen in Dreur (in der Normondie) veranlaßt. Eben so in Chartres. Die Journale sind ^aufgeforvert worden, nichts Anderes hierüber mitzuthei- len, als was die halbofficiellcn Blätter sagen werden. Nach Dreur sollen Truppen aus Paris transporlirt werden.

Der General ve Salles hat an die 8. Division der orientalischen Armee, die er nach der Krim führt, folgenden renommistischen Tagesbefehl erlassen:Sol­daten! Eure Wünsche sind friert. Der Kaiser gewährt Euch, die edlen Anstrengungen der ruhmgekrönten orienta­lischen Armee zu theilen. Wie Eure heldenmüthigen Waffenbrüder werdet Ihr Euch vor dem Feind tapfer, im Ertragen der Mühen und Entbehrungen geduldig und ausdauernd zeigen. Marschirct also mit Zuversicht unter Frankreichs unsterblichem Adler! Der Russe mag zittern (vielleicht fällt er vor Schreck um. D. Red), wenn er Euch rufen hört: Es lebe der Kaiser! Bei Eurer Rückkehr soll das dankbare Frankreich auf Euren Fah­nen mit Stolz die Namen neuer heroischer Schlachten le­sen neben den unsterblichen Namen Austerlitz, Ehlau, Moskowa, Alma und Jnkermann."

London, 13. Decembes. Die Adresse auf die Thronrede wurde einstimmig angenommen. In der sehr stürmischen Sitzung erklärle^^Loro John Ruffel, der am 2. December An Wien abgeschlossene Vertrag enthalte leider nichts Präcises. Oesterreich verspreche für den Jahresschluß noch keine Theilnahme am Kriege, nur sei eS zu einer Theilnahme am Offensiv- und De- fensiv-Bündnisse bereit, wenn Rußland den Frieden, ba- sirt aus die vier Punkte, verweigere; bis jetzt sei aber Oesterreich nicht gebunden.

Italien. Der König von Neapel ist gegen die Jesuiten vorgeschritten. Es ist ihnen sowohl die Pre­digt, als der Jugendunterricht untersagt worden. Die Ursachen sind nicht genau bekannt; es scheint ein Arg­wohn gegen sie aufgekommen zu sein, daß sie für die Rückkehr der Familie Murat komploltirt hatten. Am 22. Nov. bereits besetzte der Polizeibeamte Egmpagna daS Jesuitenkollegium zu Neapel mit 500 Sbirren und hielt eine Haussuchung, welche bis zum Abend dau­erte- Auch der Erzieher der Prinzen, der zum Orden gehört, ist fortgesch^ckt worden. ES heißt, sie sollten verbannt werden. Sie haben eine Vorstellung an den Könia cingereichl.

K o n st a n i r n o pe l, 27. Novbr. Prinz Napoleon ist noch hier, soll vortrefflich aussehen, läßt jedoch wenig Besuche in seine Nahe; es ist gewiß, daß er von der Ar­mee ein Mißtrauens-Volum erhielt, und es für klüger hielt, sich hierher zurückzuziehen, als den Unwillen der Mannschaft au,S Aeußeiste zu prüfen. Die Alliirten haben durch Kugeln und Krankheiten bis jetzt an 40,000 Mann verloren.

Bom russisch-türkischen «Kriegsschauplatz.

Die neueste Nachricht vom Kriegsschauplatz findet sich heute in folgender Französischen Depesche: