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denn es gibt viele freilich, von denen es heißt:Und mich sollte nicht jammern Ninive, solcher großen Stadt, in welcher sind mehr denn 120000 Menschen, die nicht wissen Unterschied, was rechts oder links ist") auch unsere bewußten Gegner stimmen mit uns darin überein, w o bei dieser Angelegenheit die rechte und die linke Seite zu suchen ist: sie wollen nur eben links stehen. Jene deutsche Gemüthlichkeit aber, die sich darüber täuschen und ihreUnpartheilichkeit" bewahren will, setzt sich zwi­schen zwei Stühle. Auf dem Stuhle in der Mitte sitzt nur Einer es ist keines Menschen Platz.

Es sind jedoch zwei Umstände, welche der einfachen klaren Parteistellung Trübungen beimischen. Es ist ci- * nestheilS die Furcht vor einem russischen Gespenste, welche manchen deutschen Patrioten, -i>en man sonst erwarten müßte, diesseits zu finden, nach Westen treibt. Es sind anderntheils die vielspältigen Verhältnisse der verschiede­nen christlichen Confessionenund Richtungen, welche ver­wirrend mit cinwtrken. Bewein widmen wir dahör noch eine gesonderte Betrachtung.

(Fortsetzung folgt.)

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Major und Flügel-Adjutanten von Biedenfeld die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des, von Seiner Hoheit dem Herzog von Sachsen Meinin- gen demselben verliehenen Ritterkreuzes des Sachsen Ernestini- schen Haus-Ordens zu ertheilen, sowie

den Generalmajor und General-Adjutanten von Loßberg von der Stelle eines 2. Commandanten der Residenzstadt Lasset zu entbinden.

EageSvegebrnheiten.

Ratibor, 39. November. In den letzten Tagen sind hier wieder nicht unbeträgliche Transporte Oester- reichifchcr Geschütze nebst Munition mittelst Ertrazüge durchgekommen.

Magdeburg, 7. Decbr. Die gestern Abend ab­gehaltene Versammlung der freien Gemeinde, in welcher die Revision der Statuten fortgesetzt werden sollte, wurde, nachdem sie tret Vieitelstundcn gewährt, von dem zur Ueberwachung deputirten Polizeibeamten aufgelöst.

Wiesbaden. An das Kriegs-Commando ist die Ordre ergangen, die sämmtlichen Compagnieen der Nassauischen Truppen vor der Hand von je 250 Mann zu 300 zu vermehren.

i Gotha, 6. Decbr. Durch das vor zwei Jahren emanirte Criminal-Strafgesetzbuch war die Todesstrafe im hiesigen Lande abgeschafft worden, der Landtag aber hat in der heutigen Sitzung- in seiner Majorität sich für deren Wiedereinführung ausgesprochen und die Staatsregierung demgemäß um Vorlage eines darauf

bezüglichen Gesetz-Entwurfes ersucht. Auch ein Antrag auf Wiedereinführung der körperlichen Züchtigung wird dem Staatsministerium zur Berücksichtigung dringend empfohlen.

Paris. Die orientalische Armee wird abermals um eine Division (die 9.) verstärkt, die zumeist aus Afrikanischen Truppen genommen wird. Befehlshaber wird General Brunet sein. Die Armee von Lyon wird dem Vernehmen nach in der Stärke von 3. Divi­sionen Infanterie, 1 Division Kavallerie, 4 Batterieen Artillerie und einer Abtheilung Genie reconstilulrt wer­den und den Winter über theils in Lyon, theils im La­ger von Salhonay cantonnircn, um jeden Augenblick bereit zu sein, ins Feld zu ziehen. _

Die Gesetzsammlung veröffentlicht einen neuen außerordentlich angewiesenen Credit im Belaufe von 25,700,000 Fr. für die aus der Absendung von zwei neuen Divisionen nach dem Orient entstehenden Kosten.

Wom russisch-türkische» «Kriegsschauplatz.

Die neueste Nachricht vom Kriegsschauplatze findet sich in folgender am (10.) in Berlin eingetragenen De­pesche.

Peters bürg, 10. Dec. Fürst Mentschikoff meldet vom 4. Decbr. (22. November a. St-), daß sich nichts Besonderes vor Sebastopol ereignet hat. DaS Bombar­dement ist schwach und unser Verlust sehr gering. Die Belagerungsarbeiten dauern fort. Einige kleine Ausfälle von unserer Seite wurden mit Erfolg gemacht

Eine Englische Correspondenz erzähtt einen sonderbaren Vorfall, der sich wenige Tage vor der Schlacht von Jnkerman im Brili sch en Lager begeben haben soll.Ein Mann in der Uniform eines Französi­schen Offizieres schlenderte gemächlich durch die Linien, benahm sich artig gegen alle ihm Begegnenden, rauchte, schwatzte und lachte, und begann endlich mit einigen Of­fizieren. eine Unterhaltung über die Stärke und Schwäche unserer Stellung im Rücken gegen Balaklawa. Die Bri­tischen Offiziere sprachen sich mit arglosem Freimuth darüber aus. Endlich fiel einem Offizier des 79. Regiments, der ein für die französische Sprache geübteres Ohr hatte, der fremdartige Accent des vorgeblichen Franzmanns auf, und er theilte dem General Sir Collin ^Campbell seinen Verdacht mit, daß sich ein Russischer Spion im Lager befinde. Der muthmaßliche Franzose ließ fich aber nicht so leicht fangen; sein rasches Auge hatte die Absendung des Boten bemerkt, und so entfernte er'sich allmählich von unsern Linien nach dem Thal hin, jedoch in ganz natürlicher und scheinbar unbefangener Art, bis er plötz­lich seinen Schritt beschleunigte und zuletzt laufend die Russische Vorpostenlinie erreichte. Die Offiziere schauten dem demaskirten Kameraden offenen Mundes nach! ES gehörte nicht wenig kaltblütige Verwegenheit dazu, ein solches Wagestück auszuführen, denn wäre der Mann festgenommen worden, so hätte man ihn als Spion sicherlich aufgeknüpft.«