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der Dinge muß die neueste liberale Türkenschwärmerei ein wunderbares Schauspiel sein; für den, der in das Wesen der Dinge durchblickt, bat sie nichts befremdliches. Um aber mit einer andern vulgären Wendung von „russischem und türkischem Absolutismus" als etwas ungefähr gleichgültigem reden, zwischen den Zuständen beider Völker und Reiche überhaupt Parallelen ziehen zu können, muß einem die Empfindung für die tiefsten psychologischen Gegensätze zwischen Christenthum und Anlichristenthum, die sich geltend machen, wo nur das Creoo hier und das Salavat dort gesprochen wird, gänzlich verschlossen sein — für die Gegensätze zwischen Gnade und Selbstgerechtigkeit — zwischenFrei^ heit und Fatalismus — oder mit einem Worte zwischen dem Bekenntniß zu dem lebendigen Gott und zu einem todten Götzen, und für alle die Consequenzen, die sich augenblicklich daraus für die ganze Lebensath- mosphäre ergeben.
Neben der Türkei in zweiter Linie erblicken wir sodann das bonapartische Frankreich. So wenig Napoleon I., trotz der Marime il laut organiser, die ihm sein scharfer Verstand dictirte, die volle Erbschaft der , Revolution verläuguen konnte, ebensowenig kann es Napoleon 111. Dieser letztere, darin gegen seinen Oheim fortgeschritten, will eS aber auch nicht verläugnen. Er hat (was wir ihm in seiner Art zum Lobe nachsagen) was Bewußtsein dieser Erbschaft und pflegt es. Wie Rußland den einen, so bildet seit lange Frankreich den andern Pol des principiellen Gegensatzes, der durch das europäische Staatensystem geht — daS ist kein Geheimniß und es möchte wohl niemand von irgend einer Partei sein, dem wir damit etwas neues sagten. Was man beftreiten könnte, ist nur, daß dies Verhälniß auch seit dem 2. December 1851 unverändert geblieben ist. Gewiß ist Louis Napoleon zur Zeit in viel unbeschränkterer Art und Maaße absoluter Herr in Frankreich als Kaiser Nikolaus in Rußland, und dennoch — ist vas Verhältniß unverändert. Frankreich, mit seiner vollendeten Nivellirung aller geschichtlichen Verhältnisse, mit seiner egalite, feiner absoluten Staatsallmacht, Centralisation und Herrschaft des bien public, v. h. des Mcnschenwillens, mit seiner Auflösung alles Gegliederten, seiner Nobllisirung alles Gegründeten, die errblich die Jagd nach Amt und Geld zum einzigen Mittelpunkte des Lebens gemacht hat, Frankreich endlich mit seiner erleuchteten „Civilisation", mit seinem praktischen Atheismus und Jnbiffercnlismus, seiner Selbstseligkeit bei allem Elende, seiner alles durchdringenden Frivolität,
1 ist noch heute das Paradies des Liberalismus. Daß es aufgehört hat, Republik zu sein, bietet nur den Vortheil dar, daß man sich mit einem gewissen Anstande wieder feinen Sympathien hingeben kann, und selbst nicht wenige unter den „Staatsmännern" Deutschlands, das der Pariser Moden doch einmal schwer entbehren lernt, bewundern seitdem wieder das stille Ziel ihrer Wünsche in. dem aufgeklärten Despotismus, rein Hochdruck der
bureaukratischen Dampfkraft und dem zeitgemäßen (v. h. rein egoistischen epherncristischen) Conservatismus de neuen Bonaparte- Uns ist dies nicht ein Beweis gegen, sondern ein Beweis für unsere Anschauung über die Grundstellung Frankreichs. (Schluß folgt).
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Obersten Osterwald, Commandeur des 2ten Jnfante- rie-Regiments mit Pension «»«scheiden zu lassen,
den Oberstlieutenant von Spiegel vom 3ten Infanterie. Regiment zum 2ten Jnfanterie-Regiment zu versetzen, demselben zu aggregiren und mit dem Kommando des. Regiments zu beauftragen,
den Major von Apell vom 3ten Jnfanterie-Regiment zum Oberstlieutenant,
den Major Henkel vom 2ten Jnfanterie-Regiment znm Bataillons-Kommandeur im 3ten Jnfanterie-Regiment,
den Hauptmann Sp brle der vom Füsilier-Bataillon zum etatsmäßigen Major im 2ten Jnfanterie-Regiment und
den Rittmeister von Cornberg von der Garde du C»rpS zum Major in derselben zu ernennen, sowie
den Rittmeister von Verschriee, aggregirt der Gardewu Corps, in demselben einrangiren zu lassen,
dem Pfarrer Johann Ludwig Schlee zu Ginnhcim die erledigte Pfarrei Oberdorfelden in der Klage Bergen zu übertragen.
Lagesvegxbrnheiten.
München, 18. Novbr. Die Strenge des einge- tretenen Winters hat bereits ein Opfer gefordert. Am 14. d. M. fand man bei dem Dorfe Zell in Mittelfran- ken eine alte Bauersfrau in einem Straßengraben todt. Sie war auf dem bei heftigem Schneegestöber unternommenen Wege nach einem halbstündig entfernten Dorfe erfroren.
(Äörlitz, 20. Nov. Der am 8. Oct. d. J. hier verstorbene Commercienrath Ferdinand Schmidt hat testamentlich die Summe von 20,100 Thaler. zum Besten der Stadt ausgesetzt, und zwar: 10,000 Thaler zur Erwei- dcrung einer Blinven-Versorgungs-Änstalt, 2000 für das Rettungshaus, 6000 zur Unterstützung treuer Dienstboten und armer Angehöriger des Tuchmacher- und Tuchschcercr« GewerbS, 2000 zu Prämien für Volksschulen und Schul- festen, endlich 100 Thaler zu gleichen Zwecken für die katholische Volksschule der Stadt Görlitz.
Fürstenthum Lippe, 7. Novbr. Heute hatten wir die Erscheinung einer Jcsmtcn-Mission. Die Patres Jesuiten erschienen in oer Residenz Delmolv, wo kürzlich für einige katholische Familien eine Kirche erbaut worden ist, und um 10 Uhr Vormittags hielt in derselben Pater Noh einen Vortrag über den Gegensatz von Vernunft und Glauben vor einem nicht sehr zahlreichen Publikum. Auch Se. Durchlaucht der Fürst beehrte den Redner mit Höchstvero Anwesenheit und geruhte, die Patres zur Tafel zu ziehen.
Paris, 17. Novbr. Der „Monitieur de l'Armce"- bringt die Zusammensetzung der 7. und 8. Jnfanter ie-