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Paris, 5. November. Die. Regierung versäumt nichts, um die drehenden Gefahren des Getreidemangels zu beschwören, aber gleichzeitig enthüllt sie durch die weisen Maaßregeln, welche sie trifft, die ganze Größe jener Gefahren. Nachdem sie vor Kurzem die Benutzung der Körner zur Branmweinfadrikalion untersagt hatte,.verbietet sie jetzt die Ausfuhr des Getreides aus Algerien in die fremden Länder. Alle diese Maaßregeln erlauben keinen Zweifel daran, daß auch das kommende Zahr ein Jahr der -Theuerung und um so mehr härter für Frankreich sein wird, als es in der Natur der Sache liegt, daß die traurigen Wirkungen des Kriegs-Zustandes sich mit jedem Tage fühlbarer machen.
Paris, 12. Novbr. Der „Constitutionnel" meldet heute, daß die zum Lager im Süden gehörenden Divisionen der Generale Dulder und de Sülles nach dem Oriente cingeschifft würden. — Die neue Aushebung wird 200,000 Mann betragen. 140,000 Mann für 1854, und 60,000 Mann im Voraus auf 1855.
London, 8. November.^ Während der vergangenen Woche sind hier angesessene Griechisch^ Kaufleute, wegen unerschrockener Aeußerungen ihrer ^ympalhiecn für das Wohlergehen des Russischen Staates und lriumphirenrcr Hinweise auf die jüngsten Russischen Waffcnlhalcn an verschiedenen öffentlichen Orten, so z. Bs auf der Stockbörse, infultiN und mißhandelt worden.
Wom russisch türkischen Kriegsschauplatz.
Die neueste Nachricht vom Kriegs schau platze lautet: Petersburg, 14. Novbr. Fürst Menlschikoff meldet vom 8 Novbr.: Die Belagerungs- Arbeiten gegen Sebastopol dauern fort. Die Beschädigungen werden mit Erfolg wieder ausgebessert. Der Feind verschanzt sich nachdrücklich auf per linken (Französischen) Flanke seiner Stellung.
Dies ist also eine Nachricht vom 23. Tage seit dem wirkichen Beginn der Belagerung (17. Oktober). Es wird keine zu gewagte Annahme fein, wenn wir meinen, daß die Franzosen durch die Ausfälle der Russen vom 5. Nov. zur Verschanzung ihrer Stellung bewogen worden sind. (N. Pr. Z.)
Petersburg. — Das „Frcmdcnblgtt" meldet: Verläßlichen Mittheilungen aus Ocessa zufolge haben seit dem 27. Oct. weitere starke Zuzüge an Russischen VerstärkungSlruppen nach der Krim stattgefunden. Es sind dies Truppen verschiedener Waffengattung, vorzüg- lich aber Cavallerie. Wie berichtet wird, war ein Theil derselben, der schon seit dem 22. Oktober über Perekop hinaus auf dem Marsche nach dem Kriegsschauplätze begriffen war, an Ort und Stelle angelangt, und hatte die Verbindung mit der Hauptarmee des Fürsten Memschi- koff bereits bewerkstelligt.
— Aus Petersburg erhalten wir, schreibtdas „Wiener Fremdenblätt", so eben folgende interessante Mittheilung: Die Waffenthal vor Sebastopol in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober, bei welcher es
Den N ussen gelang, 8 Mörser und 11 Kanonen einer Französischen Batterie zu vernageln, wurde (wie schon gemeldet) von einem Freiwilligen-Detachcmenl auSgeführt bestehend aus 5 Offizieren und 27 Soldaten, von welchem zwei Offiziere und einige Soldaten geblieben sind. Der Kaiser Nicolaus hat zum Zeichen der besonderen Anerkennung dieser kleinen Schaar befohlen, daß in dem be« treffenden Tagesbefehle ihre sämmtlichen Namen öffentlich besannt gemacht werden.
— AuS dem Briefe eines Corvelten-Capitains, der bei dem Flotten-Angriff vom 17. zugegen war, ist zu ersehen, daß das Ävmiralschiff «Bille'de Paris" für sein Theil 80 Schüsse per Geschütz, im Ganzen also 4800 Schüsse gegen die Forts von Sebastopol abgefeuert hat./ Dies läßt entnehmen, daß das Französische Geschwader allein ^ie Russen mit circa 50.000. Kugeln überschüttet Hai. Das Englische Geschwader und die Belagerungs- Battenen auf dem Lande milgerechnet, mögen also leicht am ersten Tag des Bombardements 150 bis 200,000 Kugeln auf Sebastopol und s.ine Außenwerke gefallen sein.
Amtliche» Bekanntmachungen.
Gefunden: eine Tabackspfeife. - Der Eigenthümer kann dieselbe dahier in Empfang nehmen.
Hersfeld, am 15. November 1854.
Kurfürst!. Landrathsamt. Uussarth.
Dem Adam Lotz zu Unterstoppel ist im Zeitraum vom 30. Oktober d. J. bis zum 13. d. M. ein Bienenstock entwendet worden. — Spuren des Thäters sind dahier auzuzeigen.
HerSfeld, am 17. November 1854.
, Kunürstl. LanrralhSamt. Ausfarth.
Alle Polizeibehörden werden ersucht, auf den eines Hrznde- DiebstabiS verdächtigen Schäfer Johann Georg Weltstein aus Neustädt an der Werra, im Großberzog- thum Sachfen-Weimar zu fahnden, ihn im Betretungs- falle verhaften uno ander apliefern zu lassen.
Derselbe ist 28Iahie alt, großer Statur, hat braune Haare und graue Augen.
Sollte im Besitze rc. Wettsteins etwa ein schwarzer Schäferhund mit herabhängenven gelben Ohren und gelben^ Bemen betroffen werden/ so ersucht man weiter, denselben, gleichzeitig mit dem, Angeschulbigten ander befördern zu lassen. Hersfeld, am 16. Novbr. 1854.
.Kurfürst!. Lanvrathsaml. Auffarth.
Die Schulkinder Anna Katharina Dirlam von Kirchheim uno Anna Katharina Jäger aus Hedtcrsdvrf haben sich heimlich von Haus entkernt und ziehen wahrscheinlich bettelnd umher, weßhalb alle Polizeibehörden ersucht werden auf dieselben zu fahnden, sie im Betre- tungsfalle verhaften und anher abliefern zu lassen.
Hersfeld, am 17. Novbr. 1854.
Kurfürst!. Landrathöamt. Auffarth.