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Warschau, 3. Nov. Die K. Z. schreibt: Die an der Oesterreichischen Grenze siebenten Russischen Truppen werden zurückgezogen bis hinter den Fluß Pica- Nur die Vorhut der Armee bleibt auf dem linken Weich­sel-Ufer.

Heute findet sich die neueste Nachricht vom Kriegs­schauplatze in folgender Depesche:

Petersburg, 12. Novbr. Fürst Mentschikoff mel­det vom 6. Nov-:> Am 5 Nov. sind zwei starke Ausfälle aus Sebastopol gemacht worden. Der eine gegen die rechte Flanke des Feindes (die Engländer) hatte zum Resultat die Wegnahme einer feindlichen Batterie, deren Kanonen vernagelt wurven, — beträchtliche Verluste auf beiden Seiten. Der andere (Ausfall) gegen die linke Flanke der Arbeiten (des travaux) des Feindes (Frau- zosen) — 15 Kanonen vernagelt. Sogleich nachher versuchte eine Französische Division, die uns verfolgen wollte, Sturm zu laufen, sie wurde aber mit großem Verlust zurückgeschlagen.

Danksagung.

Am letzt verwichenen Sonntage den 12. d. M- Abends |6 Uhr brach in einer, auf der geschlossenen Hofraide des Oeconomcn und Gastwirlhs Nikolaus Großkurth zu Boves gelegenen L-cheuer, welche mit ungefähr 60 Schock noch nicht ausgecroschenem Korn und circa 30 Schock Walzen so wie etwa 20 Fudern Heu und Grummet angefüllt war, höchstwahrscheinlich boShafterweise angelegtes Feuer gus. Die durch einen heftigen Nordwind begünstigt^ Flamme ergriff die an­grenzenden 'Oeconomie- und Slallgebäube sowie den mit mehr als 40 Klaftern Hol; angefülllen Holzschuppen mit solcher Schnelligkeit, daß die ganze Hofraide, mit Aus­schluß des gerellelen Wohnhauses und des Branntwein- Brennerei-Gebäuves, binnen wenigen Slunven ein Raub der Flamme wurden. Wegen Mangel an einer Spritze war an eine Rettung der entzün­deten Gebäude nicht zu gedenken. Obgleich man in der Bestürzung keine Feuerbolen an die umliegenden Ort­schaften auszusenden vermochte, indem fast sämmtliche Einwohner von Boves im ersten Augenblicke darauf Be­dacht nehmen mußten, ihr bewegliches Vermögen in Sicherheit zu bringen, so eilten doch, durch die jen Him­mel hoch empor steigende Flammen aufmerfam gemacht, viele Bewohner der Gemeinden Buchenau, Branders Mengcrs, Wippershain, Neukirchen, Meisebach, Miesebach, Mauers, Ober- u. Unterhaun, Sicgioö u. Eilra sowie Wehrva zur Hülfeleistung herbei.

Die Stadt Hersfeld, von wo aus man das Feuer-Meer wahrgenommcn Halte- sandte auf Anordnung des dasigen Herrn Bürgermeisters Baetza zwei große Feuerspritzen, welche unter den später hinzugekommenen Spritzen ver Gemeinden Eilerfeld und Neukirchen zuerst an der Brandstädte anlanglen, versehen mit der erfor­derlichen Löschmannschaft, unter der Leitung des Spritzen- Commandanten, Gastwirth Herrn Burghard Winkel-

(lern und Bierbrauer Herrn Conrad Schüßler, zur Löschung deö Brandes hierher/ Auch etwa 30 Hersfelver Herren Gymnasiasten fanden sich freiwillig auf der Brandstätte ein,.welche an der Lölckung der brennenden Gebäude unter großer Anstrengung und Aufopferung Antheil nahmen.

Durch die angestrengte Thätigkeit der anwesenden gefammten Löschmannschaft gelang es dieser, die^ benach­barten Gebäude anderer Grunveigenlhümer sowie das erst vor einigen Jahren neu erbaute geräumige Wohn­haus des Brandbeschävigten, auch besten Brennerei-Ge­bäude, zu. retten.

Herr Großkurth hat seine Früchte, Fourage und Haus-' geräthschaflen rc. nicht versichern lassen.

Allen Denjenigen, welche an der Löschung dieses Brandes thätigen Antheil genpmmen, und welchen wir es zu verdanken haben, daß die Flamme nicht weiter um sich griff, sage ich für meine Person und Namens unserer Gemeinde insbesondere beS Brandbeschävigten hierdurch unseren herzlichsten Dank. ,

Boves, Amts Eüerftlv, am 14. Novbr. 1854.

Der Ortsvorstanv S ch o t t.

Amtliche - Bekanntmachungen.

Die dem Mauermcister Leonharv Graf von Hers« seid unterm 28. October b. J. ertheilte Entlassung aus dem Kurhessischen Unterthanenverbanve, Behufs seiner Auswanderung nach Nordamerika, wird hiermit zurück­gezogen. ‘ HerSfelv, am 14. NoveMber 1854.

Kurfürst!. Lanvralhöamt. Auffarth.

Die Kreisliste über die zur nächstjährigen Rekruti- rung Pflichtige Mannschaft im Aushebungsbezirke Hersfeld wird vom 14. k. M. an acht Tage lang in dem KreiS- Hauptorte öffentlich angeschlagen resp, aufgelegt werben, was die Ortsvorstänve der Stadt- und Landgemeinden des Kreises in ihren Gemeinden sofort auf vie übliche Weise bekannt zu machen haben.

Zugleich wirb Termin zur vorläufigen Prüfung der Zeugnisse, durch welche Ansprüche auf Stellung in daS zweite Ausgebot bargethan werden sollen, auf

Freitag den 22. December d. J.

von Morgens 8 Uhr an beginnenv, in die Geschäftsstube des Lanvralhsamts anberaumt, wozu die betreffenden Militärpflichtigen, sowie die bezüglichen Orlsvorstänbe mit der Auflage geladen werven, in diesem Termin die deH- halbigen Zeugnisse und sonstigen Nachweisungen vorzulegen.

Auch haben die Ortsvorstänve in vielem Termine diejenigen Jndivivuen zu sistiren, welche an solchen kör­perlichen, äußerlich erkennbaren Gebrechen leiden, nach welchen sie, ohne daß es einer sachverständi­gen Beurtheilung bedarf, zum Militärdienste unbedingt für völlig unbrauchbar gehalten werden müssen, um die­selben in der Preisliste alsbald streichen zu können.

HerSfelv, am 14. November 1854.

zZ Kurfürst!. Landrqthsamt. Vvffarth.