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Hersfelder Anzeiger.

NkP. 88. HerSfeld, den 4. November. 1854.

Der „HerSselber Anreiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expe­dition (Ncumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 HSr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeige» «Her Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Rückblick über die orientalische Frage

(Aus dem Volksblatt für Stadt und Land).

1. Geschichtliche Voraussetzungen.

Der Winter ist vor der Thür — ob Sebastopol fällt oder nicht, ob die Truppen der Alliirten in der Krimm ihren Untergang finden oder nicht, eS ist doch unbercchcn-, bar^ welchen Einfluß auf den Fortgang des Krieges'jeder dieser Fälle ausuben würbe, und nur so viel scheint gewiß, daß der Frühling ihn sich in neuen Dimensionen wird erneuern sehen, die sehr leicht selbst unserm preu- ßischin und deutschen Vaterlanve keine Neutralität mehr gestalten. Benutzen wir die Winterruhe noch zu einem ruhigen Rückblick: eie Ereignisse reißen gewaltsam mit sich fort und verwischen die Gestalt oder verändern doch das Aussehen der Dinge — es ist darum gut, sich die wenn auch nur kurze Vergangenheit scharf ins Gedächt­niß zu prägen. Das Volksblatt macht keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit, aber es ist bei dieser Frage in der günstigen Lage, noch keine seiner Anschauungen aufgeben gemußt zu haben. Das hier Folgende wird also meistens nur in einer Zusammenfassung desjenigen bestehen, was bereits in d. Bl. ausgesprochen worden — und zwar eben deßhalb in möglichster Kürze.

Wir schicken eine Reihe von grundlegenden Sätzen voraus, für welche die näheren Beweise (vielleicht in er­müdender Menge für unsere Leser) das ganze Jahr hindurch gegeben worden.

1. Die ReligionMohameds, der Islam, darf nicht mit dem älteren Heiventhume gleichgestellt werden. Ihre ganze Existenz ruht au» der wissentlichen Lüge, auf der durch den Ab fall bewirkten Tobfeindschäft wider die Wahrheit, welche von der Erde auszurotten sie sich zum Ziele gesetzt hat. Diese Feindschaft hat sie auf zweierleiWeise geübt: durch gewaltsame Zerstörungsver­suche und durch innere Ansteckung und Untergrabung. Ein gutes Theil des anlichristischen Wesens innerhalb der Christenheit stammt durch Fortpflanzung seit dem Mittelalter aus dem Islam her.

2. Seine ganze inner Bosheit und äußere Scheuß­lichkeit hat der Islam erst entwickelt, seit die Türken seine weltgeschichtlichen Träger geworden sind. Sie sind das spezifisch an tichri stisch e Volk, und alle ihre Werke zeugen davon; ihre Geschichte stellt ein Bild von unver­

gleichbarem Entsetzen dar.

3. Es ist auch kein reiner Volksstamm, der unter dem Namen der Türken vor uns steht, sondern das türkische Volk hat nur den Mittelpunkt zu einer anti- christischen P opaganva hergegeben, die eS organisirte, für die es mit List und Gewalt warb, und an die sich allezeit auch der Abschaum aus den europäischen Ländern angehängt hat. Die im Volksblatte ausgezogene Schrift von Vivis ist aber noch insbesondere lehrreich dafür, daß auch schon im 16. Jahrhundert alles zuchtlose Gesinde! in Deutschland — auch das nicht den Muth hatte, ge­radezu zu ihnen zu laufen — dieselben Sympathien für die Türken hatte wie heut.

4. Weil auf die Lüge gegründet, ist das tür­kische Reich vollständig civilisalions-unfähig. Man braucht nicht erst hinzureisen, sondern nur einen Begriff von „Wahrheit" zu haben, um sich davon zu überzeugen. Es ^st im Gegentheil — und mußte |o — von Stufe zu Stufe seinem Verfall entgegengegangen. Außer die­sem wachsenden Verfall ist es heute, was es vor 200, 300 und 400. Jahren gewesen ist, und zwar — trotz aller Tünche — von oben (wo der Brudermord und Kindermord noch heute religiös -sanktionirte- Vorschrift) bis unten (wo selbst seine Freunde die „Pöbelereesse", d. h. die fanatische Vertilgungswuth gegen vaS Christen­thum, verhunven mjt Tücke, Grausamkeit und Wollust — nicht leugnen.) Es ist auch heute noch der Kloak, wo­hin sich ein gut Theil des UnratheS aus der Christenheit zieht- Nur oaß seine Schwäche eS verhindert, äußerlich angreifenv zu verfahren.

5. Die christlichen Völkerschaften, die von den Tür­ken unterjocht sind (und es ist doch —^menschlich zu re­den — nur Zufall, baß Ungarn und Siebenbürgen nicht noch in der gleichen Lage sich befinden wie Bulgarien, daß Wien glücklicher gewesen i|r, als Thessalomch) die unterjochten christlichen Völkerschauen— es sei denn, baß sie durch besonvere Verträge und Gelöbnisse verpflichtet wären (in welchem Falle Die Frage entstünde, inwieweit sie dieselben ohne Sünde halten dürften) — sind nicht verbunden, ihnen zu gehorchen,, vielmehr verpflichtet, so viel an ihnen /ist, im Kciegszustande gegen sihre Unter* drücker zu verharren. Zwilchen der Lage der einzelnen römischen Unterthanen in Den ersten Jahrhunderten, welche sich zum Evangelium bekehrten und ihrer heidnischen