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Hersfelder Anzeiger.

Mp. 8V* HerSfeld, den 2. November. 1854*

DerHerSfeld er Anzeiger- erscheint wöchentlich zweimal. Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe­dition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 S,r. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeige» aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem vom Erblandpostmeister dem Herrn Fürsten von Thurn »nh-TaxiS zum Posiassistenten bei dem Oberpostamte zu Kassel in Vorschlag gebrachten Postpracticanten Heinrich Wickert da« selbst die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen.

EageSvegebenheite«.

Kassel, 28. Octbr. Seine Hoheit der Erbprinz von Sachsen, Meiningen sind gestern Abend wie­der nach Meiningen abgereist.

30.Oktober. Seine Königliche Hoheit der Kurfürst, ist gestern Nachmittag um halb drei Uhr von Waldkapp'el zurück wieder hier eingetroffen.

Wir hab« einen schweren Unfall auf der Eisenbahn zu beklagen. Gestern Nachmittag sind hier angelangter telegraphischer Meldung zufolge gegen 2^ Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Hümme und Warburg bei der Ost- heimer Mühle unweit Liebenau einige Bahnwagen des Warburg-Kasseler Zuges aus den Schienen gewichen und den hohen Damm hinab gefahren. Der Lokomotivführer Diersch ist dabei ums Leben gekommen, der Bremser Barre und der Feuermann Wolff haben schwere Körper­verletzungen davon getragen. Es ist gleich von hier ein Eilzug mit ärztlicher und anderer Hülfe an den Ort deS Mißgeschicks abgcgangen.

Eine über Wien eingegangene Depesche aus Kische- new (in Bessarabien) dem Hauptquartier des Russischen Oberbefehlshabers Fürsten Gortschakoff meldet oom 29. Oktober:General Liprandi hat am 25. Octbr. das detachirte Lager der Gng]änocr angegriffen und die vier Redouten, welche dasselbe deckten, genommen. Elf Kanonen sind in unsere Hände gefallen. Zu der- selben Zeit fand ein heftiger Cavallerie-Angriff statt. Die Engländer verloren fast die Hälfte ihrer leichten Cavallerie unter Lord Cardigan, der sich kaum retten konnte." Dies ist bis zum i. November die neueste Nachricht.

Wkmtliche- Bekanntmachungeu.

In dem unterm 11. v. M. veröffentlichten Verzeich- Ntsse der zur Wahl eines BezirksrathsmitgliedS bcrech- Nglen zwanzig,höchstbesteuerten Grundbesitzer des Kreises Hersfeld fällt der unter pos.20 aufgefühne Oekonom Valentin Weiffenbach von Niederaula aus und

tritt demselben dagegen der Tuchfabrikant Georg Hermann Sandmeister von hier hinzu, was be­stehender Vorschrift gemäß hierdurch gleichfalls bekannt gemacht wird. Hersfeld, am 31. Oktober 1854. ____________Kurfürstl. Landrathsamt. Auffarth.

In Folge eines Beschlusses Kurfürstlichen Ministe­riums des Innern vom 24. d. M. Nr. 10821 P. d. J. wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die allgemeine Vorschrift im §. 14 der Verordnung vom 5. v. M. über das Erforderniß einer Gestaltung zum Fruchtbandel sich nicht auf die, im §. 1 daselbst genannten Fruchtgattungen beschränkt, dieselbe vielmehr namentlich auch den Handel mit Hülsenfrüchten betrifft. HerSfeld, den 31. Octbr. 1854.

Kurfürst!. Landrathsamt. Ht«ff«rth.

Der Tuchmachergeselle Conrad Heußner von Hers­feld hat, Behufs Auswanderung nach Nordamerika, um Entlassung aus dem Kurhessischen Unterthanen-Verband gebeten. Hersfeld, am 31. Oktober 1854.

'__Kurfürstl. Landralhsaml. Auffarth.

Dem Schneidermeister Abraham Vogel dahier ist im Zeitraum vom 20. bis zum 23- v. M. ein flächseneS, mit den Buchstaben A. V. gezeichnetes Hemd gestohlen worden. Svuren des Tbälers sind dahier anzuzeiqcn. - Hersfeld, am 28. Oktober 1854.

Kurfürst!. Landrathöamt. STuffarth.

In einem Garten der Gemarkung von Tann ist eine Gans aufgefangen worden. Der Eigenthümer kann dieselbe beim Ortsvorstand zu Tann in Empfang nehmen. Hersfeld, am 28. Oktober 1854.

Kurfürstl. Landralhsaml. Auffarth

Gefunden: ein Mikroskop. Der Eigenthümer kann dasselbe dahier in Empfang nehmen.

Hersfeld, am 30. Oktober "1854.

Kurfürstl. Landralhsaml. 4t«ffarth

Alle Polizeibehörden werden ersucht, auf den Lum« prnsammler Jakob Kehl, von hier, nebst dessen schulpflich, tigen Lohn George, deren dermaliger Aufenthaltsort unbekannt ist, zu fahnden, sie im Betrelunasfalle verhaf­ten und anher abliefern zu lassen.

Hersfeld, am 30. Oktober 1854.

Kurfürstliches Landrathsamt. Yfuffarth.