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EageSvegevenheiten.
Kassel, 25. Setober. Ihre Hoheit die Herzogin von Sachsen-Meiningen sind gestern mit Gefolge von Meiningen hier angekommen und'im Kurfürstlichen Schlosse Bellevue abgestiegen.
— 27. Setober. Seine Hoheit der Erbprinz von Sachsen-Meiningen sind gestern Abend hier ange- kommcn und im Kurfürst!. Schlosse Bellevue abgestiegen.
— Die Kasseler Zeitung schreibt: Ueber den furchtbaren Brand, welcher das Städtchen Waldkappel (177 Häuser, 1263 Einwohner), Amts Bischhausen, in der Nacht vom 25. auf den 26. d. M. betroffen, haben wir bis gestern Abend erfahren, daß das Feuer, dessen Ursache'bis dahin noch nicht ermittelt war, am 25. Abends nach 6 Uhr in einem an der Seite nach Bischhausen gelegenen Hause ausgehrochen und von dem Sturm, welcher an jenem Abend brauste, zu unaufhaltsam verzehrenden Flammen angeblasen, mit solcher Schnelligkeit und Wuth um sich griff,' daß keine Hülfe in dem wasserarmen Orte möglich, alle Anstrengungen auch der herbeigeillen Nachbarn vergeblich vnd als am 26. Morgens um halb sechs die Post durchkam nur noch wenige Häuser (dem Vernehmen nach 20 bis 30) erhallen waren. Kirche, Rathhaus und eine beträchtliche Baumwollenspinnerei sind mit abgebrannt; die Apotheke ist unter den verschonten Häusern; erst gestern Morgen gelang es der unausgesetzten Thätigkeit r'cttevher Hände, der Flammen Meister zu werden. 'Ob Menschenleben verunglückt oder beschädigt sind, ist uns noch nicht bekannt; nur das Unglück so vieler Familien in dieser Jahreszeit und am Eingang des Winters, ohne Obdach und wohl auch anderem Mangel preis- gegeben, läßt in Gedanken sich schon ermessen.
'— Heute Morgen ist auch in dem hiesigen männlichen ' Zuchthausc vor dem König-Sthor Feuer ausgebrochen, dessen man )cdvch, Dank sei'es der schnellen Hülse und den ausreichenden Lösch- und Rettungsanstallen, bald Meister geworden ist. Der Dachstuhl ist jedoch abgebrannt.
Wien, 24. Oktober. Der Graf Esterhazy hat sehr friedliche Versicherungen nach Berlin mitgenommen, namentlich auch die Versicherung, daß das militairische Vorgehen nichts sein solle, als ein Act gebotener Defensive. Dieselbe Anschauung des Oester- reichischeN Cabinels liegt auch dcü Instruktionen zum Grunde, die so eben behufs Behandlung der orientalischen Angelegenheit am Bundestage anHrn. v. Prokesch abgesandt sind. Auch der Graf Esterhazy hat diese Jiistruclionen nach Berlin mitgenommen, um vorerst die Zustimmung des Preußischen Cabinets dafür zu gewinnen.
Minden, 20. Sftbr. Die hiesige Polizeibehörde hat hier einen mit dem Magdeburger Personenzuge gekommenen jungen Menschen verhaftet, in welchem ein am Tage vorher aus D. in der Provinz Sachsen entwichener Posterpeditionsgehülfe erkannt wurde. Derselbe war im Besitze von circa 3000 THIrn., welche er aus erbrochenen Bliesen entwendet hatte und führte einen scharf geladenen vorläufigen Revolver bei sieb.
München, 19. Setober. Der heute eröffneten Abgeordnetenkammer ist ein neues Wahlgesetz für die Zweite Kammer vorgelegt worden; dasselbe beruht auf Vertretung nach „Stand, Beruf und Interesse." — Gestern Mittag wurde die am 15. 3uH in feiet lieber Weise durch Seine Majestät den König eröffnete allgemeine Deutsche Industrie- Ausstellung durch den Minister-Präsidenten geschlossen.
Frankfurt, 18., Oktober. Leider sind beim Fackelzuge am Vorabend des Geburtsfestes Sr. Maj. des Königs von Preußen Unordnungen vorgcfallen, indem Volksaufwiegeler, die aus den Barrikaden- tagen des Jahres 1849 her der Polizei hinlänglich bekannt sind, in Massen die Straßen durchzogen und das Heckerlied brüllten. Es wurden Verhaftungen deshalb vorgenommen.
Paris, 16. Set. St. Arnaud's Leichenbegängm'ß ging heute Morgen in der vom Pogram vorgezeichneteu Weise von Stätten. Trotz des- feuchtkalten und nebligen Oktober-Wetters hatte die Feierlichkeit schon in aller Frühe eine bedeutende Menschenmenge auf die Boulevards gelockt, die geduldig der den Anfang bezeichnenden 13 Kanonenschüsse harrten. Am meisten zog das von oben bis unten in Flor gehüllte Schlachtpferd deS Verstorbenen, sowie seine in der Feldmütze und ganz ordinairer Uniform folgenden Adjutanten die Aufmerksamkeit des Publicums auf sich. Der Türkische Gesandte und andere . dem Zuge gefolgte Türken zeichneten sich durch ihren Fez aus. Die Englische Deputation und ein Detawement Nationalgarde schien man zü^ermissen. Die Kaiserliche Garde die bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal in größerem Corps öffentlich austrat, schien in ihrer neuen und glänzenden Uniform viel Stoff zu Bemerkungen zu geben.
London. Das Kriegsministerium hat in Gemeinschaft mit der Post-Verwaltung Anstalten getroffen, daß jedes auch das kleinste Postamt, im ganzen Königreich, hinfort ein Eremplar der etwa auszu gebenden, Berichte vom Kriegsschauplatz enthaltenden, Er'lra - Gazette zuge- schickt bekommt, damit es zum Besten des Publikums ohne Verzug am Postamt angeschlageu werde.
Dom russisch-türkischen «Kriegsschauplatz.
Petersburg, 24. Setober. Am 5. (17. n. St.) Setober hat der Feind das Feuer gegen Scbastopol eröffnet, sowohl aus seinen Batterien in den Laufgräben als von der Seeseite her. Die Kanonade und das Bombardement dauerten bis zur Nacht. Wir haben etwa 500 Mann verloren an Todten und Verwundeten. Unter der Zahl der ersteren befindet sich leider der General-Adjutant Korniloff. Unsere Befestigungen haben wenig gelitten. Am 6. (18. n. St.) wurde das Feuer von der Seeseite aus nicht erneuert, und von der Landseite aus nur schwach. — Nachrichten aus Kalisch zufolge ist der Grenzver- kehr zwischen Preußen und Russisch Polen, welcher seit dem Juli gesperrt war, iff Folge eines Befehls aus Warschau vom 17. d. wieder hergestellt. — Kiew wird stark befestigt, Zamoöc, dessen Befestigung vollendet ist, erhält