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nen, welche als eine Fortsetzung jener berüchtigten Bro- chüre: „la carte de l’Europe“ zu betrachten. Europa wird in derselben also umgeschaffen: England erhält die Krim (warum nicht das Großfürstenlhum Kiew? D. Red.), Oesterreich die Donau-Fürstenthümer und Bessa- rabien (und freie Schifffahrt auf dem PeipuS-See. D. Red.), Der Herzog von Brabant das Königreich Italien (Oesterreich scheint bei diesem Tausch nicht viel zu pro» sitiren. Die Red.), Frankreich nach dem Tode des Kö­nigs Leopold Belgien (welche zarte Rücksicht auf. die Ge­sundheit des Königs Leopold! D. Rev.) und Polen wird als Königreich wiederhergestellt unter einem Deut­schen Prinzen.' Sie werden das für einen ziemlich schlechten Scherz (ach nein, für einen recht guten. D. -Red.) halten, aber so eben erscheint ein Brief „an den Kaiser über die orientalische Frage", der recht gut als . Vorläufer jener eben angekündigten Brochure dienen kann und dem erwähnten 'Gerücht eine große Bedeutung giebt.

Spanien. — Die Madrider Nachrichten sind vom 10. October. Der „Cspana" zufolge hatte die Regier­ung von Frankreich und England aus Nachricht von einer demokratischen Verschwörung erhalten, wobei auch viele Ausländer betheiligt sein sollen.

Bom russifch-türkischen «Kriegsschauplatz.

St. Petersburg) 18. Ocwber. Bis zum 12., Oktober hielt sich der Feind fortwährend um Balaklava und hatte noch 'nichts gegen Sebastopol unternommen.

Aus der Ostsee. — „HelsingSfors-Tidning" be­richtet ausführlich über die am 27. August durch die Russen ausgesühte Sprengung der Festung Hangö. Zuerst flog das Fort Meyerfelt, dann das. Fott Gustav Adolf (dieses erst nach wiederholten Anstrngungen), zu­letzt die Hauptfestung Gustavsvärn nach mehrfachen Ver­suchen in die Luft. Tausende von Zuschauern wohnten diesem imposanten Schauspiele bei. Ein feindliches ' Kriegsschiff kreuzte zu gleicher Zeit außen vor der Fest­ung in See. — Auf der Insel Gottland geht das Ge­rücht, daß die Haupt-Abtheilung der Englisch Französi­schen Dampfschiff-Flotte ihre Station in Farösund neh­men soll, bis die Russischen Häfen zufrieren, und dann heimkehren wird.

Gallerte

der verdientesten Kämpfer für Europa's Wohl- in den Kriegen mit den Osmanen.

(Mitgetyeilt von Johann Reinhardt, Literat.)

(Fortsetzung.)

, Die Johanniterritter.

Aus zwei ausgezeichnet große Fürsten aus einem der

ersten Regentenhäuser von Europa, die, schon gegen das Ende des dreizehnten und in der ersten Hälfte' des vier, zehnten Jahrhunderts, als weise Väter des Volks für Europas wahres Wohl besorgt, gegen die Herandrin- genden Osmanen mit wahrhaft christlich - ritter­lichem Geiste das Schwert ergriffen und dasselbe rühm­lich geführt, lassen wir hier zunächst die Erwähnung jener Ritter folgen, die ihren Arm, wie ihr Blut, vorzugsweise und ausschließlich der christlichen Religion und der von Christen bewohnten Länder, seit der Besitznahme der In­sel Rbodus, gegen die Cultur- und Religionsfeinde aus Asien gerichtet haben. Ehre und Preis ihren Namen! Die Namen der ausgezeichneteren Kämpfer unter ihnen wird die Geschichte aller Folgezeiten so lange wenigstens mit Achtung nennen, als noch christliche Völker Europa bewohnen und noch einiger Sinn für das Edle, für- Er­habenheit und Größe, die nicht schmutziges ErwerbS- intereffe, nicht jämmerlicher Krämergeist befleckt, unter uns zu finden sein wird. Als Europa's Kreuzzüge nach Asien theils in innern Zwisten seiner Regenten, theils in den muthigen Sarazenen ihr Ende getroffen, hatte auch biete edle Ritterschaft aus Asien weichen müssen. Sie errang sich den Besitz der Insel Rhovus unter Osman I , und ward von da durch Soliman I. nach Malta weiter westlich gedrängt. Hier, von beiden Inseln des Mittel- meeres aus hat sie, besonders in den früheren Zeiten, 400 Jahre hindurch das Kriegswächteramt für Europa gegen die Tükken und Barbaresken wacker versehen, sie hat gewacht, zur Hut und Abwehr gemahnt, und selbst ritterlich gekämpft. Nur einem rücksichtslosen, in unsin­nige Pläne leider zu oft sich verlierenden Eroberer aus Europa's eigener Mitte blieb es Vorbehalten, diese ritter­liche Vorhut von Maltas Felsen herabzustürzen. Europa ist zu beklagen, daß es so verblendet sein konnte, seine theuersten Vortheile so sehr zu verkennen; daß es gegen sich selbst that, was Jahrhunderte lang der wüthende Muselmann vergebens versucht hatte, und daß cS mit seinen eigenen Händen die Zerstörung einer Anstalt be­günstigte, die eine der festesten Stützen der Christenheit, ihre Schutzwehr und der Schrecken ihrer Feinde wgr. Und so ist denn der letzte Rest von Malta in unsern Tagen aus dem Mittelmeere gänzlich verschwunden. Ihre, drei Jahrhunderte hindurch von des Continents edelsten Söhnen gegen die gewaltigsten Angriffe der Jsla- miten so oft muihvoll vertbeidigte Felleninsel ist England anheimgefallen, und damit zugleich die herrlichen Ioni­schen Inseln. —

Unter den verdienstvollsten Kämpfern der Johanniter- ritter sind folgende zu nennen; M

Fulko von Villaret (1309 — 1323). Dieser war aus einem edlen französischen Geschlechte entsprossen, das vor ihm schon dem Orden einen Meister in Wilhelm von Villaret gegeben hatte. Diesem, welcher der vier- undzwanzigste Ordensmeister war, folgte Fulko im I. 1308 in derselben Würde. Bald daraus, nachdem er sie