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artiges und bösartiges Mutterkorn unterschieden und zählt zu dem letzter» dasjenige, was mit'widrigem Geruch und Geschmack versehen ist. Nach der Meinung sachkundi­ger Landwirthe sind aber beide einerlei Krankheit, nur in verschiedenen Graden. Das übelriechende Mutterkorn enthält gar keine Stärke, sondern besteht größtentheils aus einer unauflöslichen, faserigen Substanz', ferner aus etwas flüssigem Del (wie bei dem Waizenbrandc), wel- ches dem ranzigen Mohnöl an, Geruch und Geschmack völlig gleichkomint und aus einer kleberähnlichen Sub­stanz, die aber sehr leicht in eine stinkende Fäulniß über# geht. Angestellten Versuchen zufolge befördert das s. g. Mutterkorn auch sehr die Fäulniß anderer Substanzen. Man hat z. B. solches mit Kalbfleisch und etwas Was­ser vermengt; nach 10 Stunden schon entwickelte sich ein unerträglicher Geruch und es waren alle Merkmale der Fäulniß vorhanden und nach 48 Stunden hatte das Fleisch allen Zusammenhang verloren. Waizenmehl mit Mutterkorn und Wasser vermengt, ging sogleich in eine faule, nicht aber erst in eine saure Gährung über.

Alles dies beweißt, daß das s. g. Mutterkorn im höchsten Grade feiner Zersetzung schädlich auf die Ge­sundheit einwirkt, und es wohl keinem Zweifel unterliegt, daß es die vorzüglichste, ja vielleicht einzige Ursache der furchtbaren s. g. Kriebelkrankheit ist. In den zuerst an- fangenden Graden der Zersetzung kann es jedoch wohl noch ohne Nachtheil genossen -werden.

Als Ursache der Entstehung dieses Korns wird theils der Biß oder Stich eines Insekts, theils unangemessener Boden und zu feuchte Witterung angegeben.

Zur anverweiten Veraccordirung der dahier erfor­derlichen Militär- Gefangen- und Krankensuhren wird hierdurch Termin auf Sonnabend den 14- d. M- Vor­mittags 10 Uhr anher anberaumt, wozu Accordslustige einqelaven. werden.

Hersfeld, den 7. Detober 1854.

.Kurfürst!. Landrathsamt. Muffarth.

In Folge einer Mittheilung des Großherzoglich Hessischen Kreisamts zu Alsfelv werden die Ortsvorstände des Kreises, Behufs deshalbiger weiterer Veröffentlichung in ihren Gemeinden hierdurch benachrichtigt, daß der Fruchtmarkt zu Alsfeld für die Folge den Freitag in jeder Woche und zwar zum Erstenmal Freitags den 20 Oktober l. 2- abgehalten werden soll, wäh­rend er noch Samstags den 7. und 14. d. M. in der bisherigen Weise stattfindet.

Hersfeld, am 6. Oktober 1854,

Kurfürst!. Landrathsamt. Muffarth»

Der Maurermeister Leonhard Graf von Hersfeld hat, Behufs Auswanderung nach Nordamerika, um Ent­lassung aus dem Kurhessischen Unterthancnverbande ge­beten- Hersfeld, am 6. Oktober 1854.

Kursürstl. Landrathsamt. Ytuffarth.

Jakob Braun von Heddersdorf hat, Behufs Aus­wanderung nach Nordamerika, um Entlassung aus dem Kurhessischen Untcrthanenverbande gebeten.

Hersfeld am 6. Oktober 1854.

Kurfürst!. Landrathsamt. Muffarth.

Um die Entlassung des Andreas Heusn er von Schenklengsftld aus dem Kurhessischen Unlerlhanenver- bande, Behufs Auswanderung nach Nordamerika, ist ge­beten worden. Hersfeld, am 5. Oktober 1854. __Kurfürst!. Lanvrathsamt. Muffarth»

Gefunden: ein Schlüssel. Der Eigenthümer kann denselben dahier in Empfang nehmen.

Hersfeld, am 4. Oktober 1854.

Kurfürstl. Landrathsamt, tztriffarth.

Dem Ackermann 'Burghard Riebolv zu Dunkelrode ist in der Nacht vom 2. auf den 3. d. M, ein Bienen­stock mit den darin befindlichen Bienen gestohlen worden. Spuren des Thäters sind dahier anzuzeigen.

Hersfeld, am 5. Oktober 1854.

Kurfürst!. Landrathsamt. Muffarth.

Der unterm 1-0. Juli d. J. gegen die Martha Eli­sabeth Lotz aus Friedlos erlassene Steckbrief wird, als erledigt.zurückgezogen.

' Hersfeld,' am 4. Oktober 1854.

Kurfürst!. Landrathsamt. Ytvffarth.

Der unterm 21. August d. I. gegen George Kreuz­burg von Herfa erlaffene Steckbrief wird, als erledigt, zurückgezogen. Hersfelv, am 4. Oktober 1854.

Kurfürstliches Landrathsamt. Htuffarth«

LandrathSamt Hünfel-.

Ykuffor-erung an Hie Bürgermeister HeS «Kreises HünfelH.

Ein am 20. v. M. zu Neukirchen, im Kreise Zie- genhain auSgebrochener Brand hat einige siebenzig Wohn­häuser mit den Nebengebäuden, Ställungen und der Erndte gänzlich zerstört und deren Bewohner (in der ungefähren Zahl von 380 bis 390 Köpfen) in das größte Elend versetzt, indem sie, da sie nicht viel mehr als das Leben zu retten vermochten, obdach- und nahrungs- los geworden unv zur Stillung ihres Hungers, sowie zum Schutze vor der Kälte bei bevorstehendem Winter auf die Theilnahme ihrer Mitmenschen angewiesen sind.

Da die Größe deS Unglücksfalles Beihülfe aus weiteren Kreisen zum Bedürfniß macht, so müssen auch hier Sammlungen von Lebensmitteln, Kleidungsstücken und Geld zu Gunsten der Branverliltenen veranstaltet werden.

Die Herrn Bürgermeister des Kreises haben deshalb alsbald von Haus zu Haus zu gehen und die Mildthä, tigkeit der Bewohner, welche sich schon mehrfach lobens-