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erwähnte allgemeine landständische Zustimmung, hierdurch bekannt gemacht wird. • ' Cassel am 30sten September 1854.
Kurfürstliches Finanzministerium.
V o l m a r.
Vt. Führer.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Hauptmann Henkel vom 3. Jnfanterie-Regiment-zum etatsmäßigen Major im 2. Jnfanterie-Regiment zu ernennen, sowie — den Hauptmann Dunker, aggregirt dem 1- Jnfante- rie-Regiment (Kurfürst), zum 3 Jnfanterie-Regiment, und — den Hauptmann von Meperfeld, a la suite'des 3. Jnfante« rie-Regiments zum Generalstabe zu versetzen, auch
den Oberbefehlshaber, Generalmajor von Bardeleben, Commandeur der Cavallerie-Brigade, zugleich zum interimistischen Isten Commandanten der Residenzstadt Gaffel zu ernennen.
Eagesvegevertheile«.
München, 24. Sept. Unseren großen Rathhaus- saal schmücken die bronzirlen Modelle der 12 überlebensgroßen Statuen der Regenten Baicrns, welche im Thronsaale der Residenz ausgestellt sind. In vergangener Nacht sind nun diese Figuren von ruchloser Hand verstümmelt und der Arme, Finger ic. beraubt worden. Die strengste Untersuchung ist im Gange.
Aus Bern bürg meldet man, daß neuerdings falsche Köthen'sche 'Kassen-Anweisungen in Umlauf befindlich zu sein scheinen. Als unterscheidendes Kennzeichen derselben dienen: schlechteres Papier, nachlässiger Druck der Äversseile, besonders in der Randverzierung; auch das hierbei verwendete Grün ist verschieden von dem der echten Kassen-Anweisungen^ Noch bestimmter erkennbar sind diese nachgemachten Scheine durch einen Druckfehler, indem in der Straf-Androhung statt „wissentlich" gedruckt ist: „wissenetlich".
Paris 24, Sept. Die Steigerung der Getraide- Preise, welche vor einiger Zeit eingetreten war, läßt jetzt überall wieder nach. Man ist mit dem Dreschen noch im Rückstände, und die in Frankreich herrfchenre Trockenheit hat die Thätigkeit der Wassermühlen in's Stocken gebracht; doch'werden jetzt die Zufuhren an Getreide und Mehl nach allen Märkten ziemlich reichlich. Wo der Ausdrusch vorgerückt ist, da findet man den Körner-Ertrag um etwa 25 Procent unter dem Durchschnitt einer Mittel-Ernte. Gerste und Hafer stellen sich -ebenfalls vortrefflich, und Mais und Buchweizen versprechen Gute.
Wom russisch türkische» Kriegsschauplatz.
Wien, 30. Sept „Die Oesterr. Korrespondenz" meldu die Einnahme von Sebastopol; die Nachricht sei durch ein Dampfschiff gekommen, und bedürfe noch der
offiziellen Bestätigung. Zuverlässig sei aber die am 20. Sept. erfolgte gänzliche Sprengung des russischen Lagers am Almaflüßchen, nördlich von Sebastopol; der Angriff auf rgs Lager erfolgte mit den Bajonette, die Details werden in der Oesterr. Korrespondenz folgen.
Der Lloyd meldet: Die türkische Botschaft hat so eben eine Depesche von Omer Pascha erhalten, kraft welcher Sebastopol mit seinem ganzen Material, die ge- sammte Flotte und die Besatzung sich den alliirten Truppen übcrgcbeü hat. Es wird noch hinzugefügt, daß man der Besatzung später den Abzug gestatten wollte, aber daß sie sich selbst die Kriegsgefangenschaft ausgebeten hat.
— Nach einer Mittheilung, die der hiesige englische Gesandte Lord Westmoreland erhielt, haben die Truppen der Westmächie das russische Lager beim Almafluß am 20. Sept. 1 Uhr Nachmittags mit den Bajoneten angegriffen und nach drittehalb Stunden erstürmt. Der Verlust der VervündeteN betrüge an Todten und Verwundeten 2800 Mann.
— Bon russischer Seite wird erzählt, Fürst Ment- schikoff habe sich nach einem Angriff von Seiten der 'Westmächte, die seinen Streitkräften bei Weitem überle- / gen waren, nach stattgehablen Kampfe gegen Sebastopol zurückgezogen. Der linke Flügel der russischen Armee wäre dem Feuer der Flotten ausgesetzt gewesen.
— Der Parjser Moniteur vom Samstag, 30. Sept., Nachts 12 Uhr, meldet ebenfalls die Einnahme von Sebastopol, unter denselben Umständen, in Folge einer auf Privatwege eingegangenen Depesche.
— Endlich bringt der Wanderer folgende russische Depesche auS Odessa, 27. Sept. Am 10. (22.) kam es zu einer Schlacht vor Sebastopol, deren Entscheidung am 11. (23.) erwartet wurde. Die Verluste waren bedeutend: die Russen verloren 1 General, 2 Oberste, General Chomitoff ist verwundet. ' , ’
— Diesen telegraphischen Berichten reihen wir folgende auf gewöhnlichem Wege eingetroffene an: Nach- ' richten von der Krim vom 20. Sept. melden, daß die in Sebastopol konzentrirten Russen Mangel an Lebensmitteln fühlen, und daß, da ein starker ProvianitranSport im asow'schen Meere durch Sturm zu Grunde ging und die Proviant-Zufuhren über den Dniester abgcschniiten sind, Mentschikoff genöthigt war, die Ration herabzusetzen. Ein von einer Sireifpatrouille der Division Canrpbert aufgefangöner Courier hatte Depeschen an die Generale Osten-Sacken und Krusenstern, in welchen dieselben von Mentschikoff aufgefordert werden, die Entsatztruppen in Eilmärsche zu setzen. Der Rest der Erpeditionstruppen war am 18. Sept., ohne Widerstand gefunden zu haben, in Calamita-Bey gelandet. Das von den Alliirten mit 500 Mann besetzte Cupotoria wird befestiget. Die Einwohner leisten dabei hiflich Tagwerke. Am 17. nahm ein Streitkorps einen pochst bedeutenden Transport von Lebensmitteln, der nach Sebastopol bestimmt war; weg.
Wien, 3. Oktbr. Die Oesterreichische Correspon- dkNz meldet über Bukarest, daö Fort Constantin in die