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Hersfelder Anzeiger.

^r< V«. HerSfeld, den 23. September. 1854*

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

zuSeeondlieutenants zu ernennen die Portepee-Fähnriche; v. Trott vom Leibgarde-Regiment in demselben, v. Stock- hausen vom Leibgarde-Regiment in demselben,v. Barde- leben vom 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst) in demselben, Harnickel vom Jäger-Bataillon in demselben, v. Spiegel »om 1. (Leib.) Husgren-Regiment in demselben, v. Roques vom Füsilier-Bataillon in demselben, v. Diemar vom 3. Jnfanterie-Regiment in demselben, v. Lengerke vom 1. Jnfanterie-Reigmcnt (Kurfürst) in demselben. Schmidt vom 2. Infanterie-Regiment in demselben, Bode vom 2. Jnfan- ckerie-Regiment in demselben, v. d. Mals bürg vom 2. Husaren-Regiment in demselben, v. Efchstruth vom 3. Jn- fanterie-Regiment in demselben, und v. Löwenstein vom 1. (Lcib.)Husaren-Ntgimtnt in demselben.

Den Hauptmann von Lepel von der, Dienstleistung alS Divisions-Adjutant der Infanterie zu entbinden und im Leibgarde- Regiment als Compagnie-Chef einrangiren zu lassen.

EageSvegevenheiten.

Wien. AM 10. September wurde ganz in der Nähe von Wien auf dem bekannten Kahlenberge einfach und still ein kirchliches Erinnerungsfest adgchalten zum Gedächtniß an den Entsatz Wiens nach der zweiten Türkischen Belagerung. (!!)

Man schätzt laut Angabe der D. A. Z. die gegen­wärtigen Auslagen für die Armee täglich auf 800,000 Gulden C.-M., monatlich auf 25 Mill. Aus diesem Grunde besorgt man mit Recht, vicser Zustand werde dre großen Geldmittel, welche Oesterreichs Völker mit großer Aufopferung bei der letzten Anleiheoperation auf- gebracht, binnen Kurzem wieder verschlingen.

~ Minden, 10. Sept. In der Zeit 8. Juli bis 8. W* d' I sind von hier aus nach Bremen 4040 Personen Auswanderer befördert worden. ,. ^"^^' Nach einem medicinischen Journal belauft d»e Zahl der Cholera-StcrbefäUe bis zum lO.Septbr. m ganz Frankreich 73,500. Blos 17 Departements, also ein Fünftel des Landes, sind bis jetzt von der Seuche verschont geblieben.

Der heutigeMonücur" bringt ein Decret, wel­ches 60,000Mann aus der Reserve von 1853 beruft, um die Lücke auszufüllen, welche die Befreiung der Al­tersklasse vom Jahre 1847 verursachen wird.

Paris. Es ist jetzt officiell, daß die 1000 ge­fangenen Russen von Bomarsunv die Insel Air im Ocean (bei Rochefort) zum Aufenthaltsort angewiesen erhalten. Verabschiedete MilitairS unter dem Oberbe­fehl .eines Stabs - Offiziers werden das Commando führen.

Rom, 5. September. .Papst Pius IX. besuchte dieser Tage oas Hospizdella Trinita de Pellegrini", worin Fieberkranke liegen, indem das Spitaldi Santo Spirito" bloß für Cholerakranke bestimmt ist. Dann begab sich der Papst gestern in daS Frauenspital beim Lateran unv 'ertheilte einer an der Asiatischen Seuche Leidenden den apostolischen Segen. Als sie verschieden war, betete der Papst selbst die Sühngehete über ihrer Leiche.

Athen. Die Cholera ist erloschen. Die Fran­zosen beabsichtigen hier zu überwintern.

Boin rusfifch-türkr^chen «Kri-gSschaupkaK.

Aus Bukarest ven 7. Sept. berichtet man, vaß Omer Pascha an diesem Tage großen Kriegsräth ge­halten have, der venFelvzug gegen Bessarabien zum Gegenstände hatte. An otc sämmtlichen betautsten Be-, fehlöhaber sind gleich nach Beenvigung der Berathungen' Couriere abgegangen. Die sämmtlichen zwischen Kala- rasch und Jdraila stehenden Türkischen Truppen bewegen sich über die Donau nach der Dobrudscha.

Bukarest, 2. September. Die Cholera ist auch bei uns-leider schon in hohem Maaße aufgetreten. In Privathäusern sterben vavon täglich 50 60 Personen, in den Spitälern etwa die Hälfte davon. Auch in De- reschti, Kalugaren unv Dzurvzuwu ninfmt diese Krank­heit einen sehr ernsthaften Charakter an. Man brächte bereits über 100 Wagen (auf jedem zwei Personen) Erkrankte in die hiesigen Spitäler. In Dzurvzuwu gras- sirt sie auch urter rein MUtair. Man fand viele Kranke und Leichen aus den Wagen, und in den, Dörfern bei Kalugareü starben in 48 Stunden 14 Bauern daran. Auch in unserer Stadt sind Jesum. Fälle vorgekommen, daß Eholcrakranke auf öffentlichen Plätzen umfielen. Kein Mensch wollte sie in die epitäler bringen, bis der Aga strenge Befehle deshalb erlassen hat. Man hat für das Volk zwar VorsichtSmaaßregeln publicirt, allein das hilft nicht viel, denn vom gemeinen Manne werden nach wie vor große Quantitäten Obst u. dgl. genossen.