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Hersfelder Anzeiger.

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Herss ld, den 6. September.

1854

Der »Hers selber Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expe­dition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 llr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeige» «Her Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Der türkische Bund.

Sie sollen uns nicht haben In ihren Türkenbund, Und wenn sie wie vie Raben Eich danach schreien wund.

Der Franke spende Witze Und Worte noch so sehr, Lord Froschs in seiner Hitze, Verbrenne Schiff' und Theer-

Uns riechen die Trophäen Nicht ächd nach KriegeSvampf, Mit unsern Schwertern mähen Wir nur im ernsten Kampf.

Der alte Fritz parlirte Einstmals französisch viel Doch in dem Kriege führte Er einen deutschen Styl.

Der neue spricht und denket Und handelt deutsch und klar; Wie ers bisher gelenket, So ist es recht und wahr.

Französ'sche Diplomaten Ersparet euren Rath!

Fort englische Soldaten Mit eurer Heldenthat!

Wenn euer türk'scher Weizen, Wie ihr vermeinet, blüht, Den wird das nimmer reizen, Der für das Kreuz nur glüht.

Der Halbmond ist ein Bogen Des falschen Friedenscheins, Den Satanas gezogen, Sich kitzelnd d^s Vereins.

Bleibt nur darunter sitzen Und macht euch da recht breit, Ihr werdet schon noch schwitzen Bei solcher Herrlichkeit.

Dem kranken Mann, jch wette, Ein früher Kaiserschnitt

Zür rechten Zeit, das hätte Gebracht die Hülfe mit.

Nicht daß er länger lebe, Denn seine Zeit war da. Nur daß nicht stinkend klebe Die Fäulniß uns so nah'. 1

Nein, nein, er wird begraben Trotz angle-fränk'schem Bund, s Schon krächzen an die Raben Den Sturz zum Todesgrund.

Wir harren dieser Leiche, Begehren nur zum Lohn: Freiheit in jenem Reiche Für jeden Christensohn.

' Fort mit den Türkenketten, Der Schmach, die man erlitt! Freiheit den heil'gen Stätten,. Die unser Herr dnrchschritt! '

Jerusalem erstehe In neuer Tempelpracht! Das sei, was sich erflehe

Vom Herrn die Christenmacht!

(Vlksbl. f. St. u. L.)

EageSvegevenheiten.

Koblenz, 28. August: Laut einer hier allgemein, verbreiteten Nachricht wäre die Cholera in der Umgegend von SaarlouiS'auSgebsochen, so daß in Folge davon das in jener Gegend angeordnete Manöver abbestellt worden wäre und das von hier aus nach dortiger Gegend ab- marschirte 25. Regiment unterwegs den Befehl erhalten hätte, Halt zu machen.

München, 28. August. Auf dem Hauptplatze un­serer Stadt, vor der historischen Mariensäule, hat heute ein öffentlicher Gottesdienst staatgefunden, um vie baldige Abwendung der Epidemie zu erflehen. Tausend von Menschen umstanden die geschmückte Säule und füllten das weite Viereck des Platzes aus. In der Nähe des Altars wären Opferteller für arme Cholerakranke ausge­stellt, in welche reichliche Gaben geworfen wurden, von der geringsten Minze bis zur gewichtigsten Banknote.