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fand man aller Wahrscheinlichkeit nach den Frieden, in Smolensk gewiß nicht, unv überdies konnte Die Armee hier unmöglich Monate lang bleiben. — Dem Französischen Felvherrn wird ferner zum Vorwurf gemacht, in der Schlacht von Borodino, ungeachtet der Bitten seiner tüchtigsten Marschälle, nicht gegen Abönv die Larven verwendet zu haben. Allerdings konnte das Auftreten dieser noch beinah neunzehntausenv streitbare zählenden Kerntruppen den Kampf entscheidend machen. Alleim man erwäge, daß in den spätern Nachmittagsstunren der Rückzug des Feindes, und damit Moskaus Besitz gesichert erschien, und daß Buonaparte mit Zuversicht erwartete, dort den Frieden zu unterzeichnen. Sollte er/ unter diesen Umständen die letzte Reserve verwenden, um den ohnehin bedeutenden Verlust der Russen zu erhöhen? Endlich hat man vaS nachherige lange Verweilen zwischen den Trümmern der Hauptstadt gerügt. Wer diesen Tadel aussprechen will, muß ihn dahin formultren, daß die Französische Armee nicht am, zweiten oder drillen Tage nach dem Einrücken gen Süden aufgebrochen ist, wodurch sie Ven Besitz der alten unv neuen Kalugaer Straße sich gesichert hätte. Damals sah aber Buona- parle jeden Augenblick einer Friedensbotschaft entgegen; als sie ausblieb,' suchte er selbst Unterhandlungen'a'nzu- knüpfen und ließ sich, seiner gewöhnlichen Schlauheit entgegen, damit Hinhalten. Einer uralten Wahrnehmung gemäß, glaubt sogar der kluge Mensch gern, was er dringend wünscht, weil es ihm nothwendig ist.
(N. Pr. Ztg.)
Eagesvegevenheiten.
Wi^en. Am 18. August, dem Geburtstage Sr. Majestät' des Kaisers. Hat Allerhöchstverselbe sein 24. Lebensjahr beschütten. — Am 22. sind sehr betrübende Nachrichten über die verheerenden Uederschwemmungen aus Mähren eingelaufen; die ganze Gegend um Olmütz steht unter Wafler.
Hermannstadt, 20- August. Das Kriegsgericht veröffentlicht ein gegen 14 Personen gerichtetes kriegs- rechtliches Urtheil, welches dieselben der Theilnahme oder Mitwissenschaft an den im Jahre 1851 voll Kossuth betriebenen hvchverrätherischcn Plänen beschuldigt. Sie sollen im Szecklerlanoe für die Zwecke Kossuth's thätig gewesen sein. Das Urtheil, welches gegen einen Angeklagten auf den Tod durch den Strang, gegen die anderen auf mehrjährige Schanzarbeit, Festungöstrafe u- s- <p-, und nur gegen drei auf LoSsprechung von der Instanz lautete, hat im Wege der Gnade eine Milderung, unv für den mit der Todesstrafe Bedrohten eine Umwandlung in 15jährige Schanzarbeit in leichten^Eisen erhalten.
Im st, 18. August. An demjWege, wo des Königs von Sachsen Maj. neulich verunglückte, find bereits zum Denkmal der Pietät Bäume gepflanzt, und an der Stelle, wohin der König gelegt wurde, ist vom Rochus Meier ein Kreuz errichtet worden. Täglich
finden sich daselbst Fremde ein, und der Boden wurde schon von mancher Thräne benetzt.
Berlin. — Der Prediger Franz aus Schlesien, welcher unlängst die Landeskirche verlassen und ein Pastorat einer alllutherischen Gemeinde in Pommern ange- treten hatte, ist wieder zur Landeskirche zurückgetreten.
Stuttgart- — Die Brotunruhen haben sich am 20. nicht erneuert. Die Bäcker werden von der Polizei controlirt, mehrere Unruhstifter sind verhaftet. Es sind meist Lehrjungen.
München, 20. Aug. Infolge der Cholera ist an^ geordnet worden, baß, bis auf Weiteres bei Begräbnissen von Offizieren unv erbaten in unserer Stavt bis Aus- rückungen zu den vorschriftsmäßigen.Leichenkonvuckten unterbleiben. In Augsburg ist aus demselben Grunde das Abhalten von Tanzmusiken verboten worven. In letzterer Start hgt die königliche Regierung ein Komilee zur Ergreifung der energischsten Maaßregeln gegen das Umsichgreifen'der Brechuhr ernannt.
Augsburg, 20. Aug. In der heutigen Nacht starb, an Der Cholera, 53 Jahre alt, nachdem ihm drei Tage zuvor seine greise Mutter vorausgegangen, Dr. Eduard WidemanN aus Ludwigsburg in Württemberg, seit 21 Jahren Herausgeber der Zeitschrift „Auslanv", ein edler Mensch und ein Gelehrter vom umfassendsten und gründlichsten Wissen.
Regens bürg, 20. Aug. Auch hier ist die Cholera ausgetreten und von München eingeschleppt worden. Der von da zurückkehrende Geschäftsführer der Porzel- lanfabrick von Schwendler war das erste Opfer. Die Eigenthümerin ist ebenfalls daran gestorben unv ein Arbeiter liegt noch krank darnieder. Bis gestern waren 6 Cholerasälle angemelvet.
Stra ßburg, 4. August. In Barr^wurde gestern die 29jährige Giftmischer in Veronika von Meißen- gott hingerichtet. Um eine Bäuerin, v- h. die Frau ihres Dienstherrn, des Ackermanns George Guntz zu Nothallen, zu werden, hatte sie, ohne daß Dieser ihr irgend welche Zuneigung bezeugt, zuerst dessen Schwie- - germutter, Die 70jährige Witwe Ruhlmann (welche ihre Entfernung aus dem Hause verlangte) am 1. December 1852, sodann deren Tochter, die 15jährige Frau Guntz am 6. Juli 1853, und endlich, als der 44jährige Guntz nach sechsmonatlichem Wilwerfiande sich anverweitig wieder verheirathen wollte, diesen selbst am 27. Januar 1854 vergiftet. Vor Die Assisen gestellt wurde Die dreifache Mörderin am 17. Juli v. J. zum Tove verur- theilt.
Paris, 20. August. Nicht weniger als hundert und ein Kanonenschuß verkündigten gestern Der Stadt Paris, vaß eine Lanv-Armee von 12,000 Mann unter- - stützt von einer furchtbaren Flotte, die von 2000 Russen besetzte Feste Bomarsund erobert haben. Wie viele- Kanonenschüsse wird man abfeuern, um die Einnahme von Sebastopel zu verkündigen? Es ist wahr, daß man Sebastopel noch nicht hat. Das Publikum hat jene Nach-