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und dem geheimen Auftrag, seinen Feldzugsplan vor dem Russischen Kaiser zu entwickeln, was seiner Erzählung nach mit Erfolg geschehen ist. ■
Endlich hatte das damalige Orakel Alexanders in Kriegs-Angelegenheiten, der General-Lieutenantv. Phull, einen Entwurf bearbeitet und dessen Genehmigung erlangt, wonach der Kampf gleichfalls mit Dem Rückzüge begann. Allein nur die erste West-Armee sollte bis zur Düna weichen und dort ein verschanztes Lager beziehen, wozu die Gegend von Drissa gewählt war. Während sie hier, sicher vor Dem unmittelbaren Angriffe, den Gegner aufhalte, würde die zweite West-Armee gegen rechte Seite und Rücken desselben wirken. Dieser'Plan war grundschlecht, weil er, die numerische «tärke und Leistungsfähigkeit des Feindes untertchätzend, den großen Vortheil des Raumes unbenutzt ließ. Vielleicht beruheie die Wahl von Drissa aus der festgewurzelten. Ansicht des Kaisers, daß Buonaparte mit der Hauptmasse gegen S t. Petersburg marschiren werde. öobalD er eine andere Richtung nahm, konnte das> verschanzte Lager durchaus zu gar nichts helfen.
Obiges ergiebt, daß schon damals denkende Soldaten, die Rußlands eigenthümliche Verhältnisse, selbst gegen eine Uebermacht wie die Buonaparte's ihrem vollen Werthe nach würdigten. Wer heute Aehnlichcs aus- spricht, muß descheidenttich auf den Anspruch verzichten, neue Ideen zu entwickeln. Desto abgeschmackter erscheinen daher die kriegswüthigen Auslassungen solcher Individuen, denen offenbar jede Ahnung von dem Wesen der behandelten Angelegenheit mangelt. (N. Pr. Z.)
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben aUcrgnaoigst geruhet:
dem Oberbefehlshaber General-Lieutenant von K a l t e n b ö r n, Commandeur "der Infanterie-Division und interimistischen ersten Commandanten der Residenzstadt Gaffel, das Commandeurkreuz erster Classe des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen.
Eagesvegebenheiten.
.Kassel, 23. August. Ihre Hoheit die Herzogin von Sachsen-Meiningen sind gestern mit Gefolge hier angekommen.
Wien. Der Bischof von Budweis bat an den Clerus seiner Diöcese ein Schreiben erlassen, worin er darauf hinweist, daß sich die Selbstmorde in einer Weise häufen, die den Christen und jeden wahrhaften Menschenfreund ynl Schauder und tiefer Trauer erfüllen muß. Es wird die oberhirtliche Anordnung getroffen, daß jeder Seelensorgungs-Priester in der nächsten Zeit und künftighin wenigstens einmal des JahreS an einem beliebigen Tage eine Predigt abhalte über die Sträflichkeit des Setbstmordes. Unter den abzuhaltenden Predigten werden solche, die sich durch Gediegenheit, Kürze und doch reichen Inhalt, durch Wärme und kräftige Ausführung,
durch Salbung und apostolische Würde auszeichnen, eine besondere Prämie erhalten.
Stuttgart, 19. Aug., Nachts 11 Uhr. Seit 7 Uhr haben wir einen schlimmen Bäckerkrawall, der fast in eine förmliche Revolte auszuarien droht. Nachdem vorgestern der Brodpreis, den Fruchtpreisen angemessen, um 7 Kreuzer für 6 Pfund herabgesetzt worden war, die Bäcker aber eine geringere Tarermäßung verlangt hatten, suchten die Bäcker in,ihrer Verblendung Obrigkeit und Publikum dadurch zu chikaniren, daß sie zu schlechtes, zu leichtes und zu wenig Brod backten. Heute verweigerten sie die Brvvabgabe vom Morgen an ganz, so daß Die arbeitende Bevölkerung in Harnisch gerieth und in der Hauplstäcterstroße, wo 48'47 auch der Mai- krawall seinen Anfang genommen hatte, einigen Bäckern die Fenster einzuwerfen und Alles im Hause zu Demo» ' liren anfing, auch sich mit Gewalt Brod holte. Von Erceß kam es zu Exceß; das Erscheinen der Obrigkeit mit Polizei und Genödarmeric vermochte nichts mehr, es mußte Militär requmit werden, das die Bäckerhäuser zu schützen und daS Volk auseinanderzutreiben genöthigt war. Viele Verhaftungen von Tumulluanten, auch von Bäckern, wurden vorgenommen.
— Am 19. und 20. erlebten wie hier zwei Todesfälle an der Brechruhr. Der erste der Gestorbenen war Wundarzt Braumüller der Aeltere, der erst den Tag zuvor von München, schon den Keim der Krankheit in sich tragend, zurückgekehrt. Der zweit'e ist Dr. Mebold, einer der Hauptredacteure der AugSburger Allgemeinen .Zeitung, Der gleichfalls schon mit den Vorboten der Ktankheit und in schon längerer^Zelt zerrütteten Gesunv- Heitsumstänven hier anlangte.
P a ri s. — Die Nachrichten ausSpanien lauten fortwährend sehr beunruhigend. Man glaubt hier fast allgemein, daß sich Differenzen zwischen Spanien und Frankreich erheben weroen. Eine große Anzahl Fran- "zoffischer Flüchtlinge befindet sich nämlich in der Spanischen Hauptstadt, und man befürchtet, daß die Pariser Regierung deshalb in Mavriv Reklamationen erheben -wird, denen man dort Nicht Folge leisten kann.
Spanien. — [Die Spanischen Zustände.j Die heute eingetroffenen Nachrichten aus Spanien berichten kein neues Factum von Bedeutung, sind aber wohl geeignet, uns die jammervolle Lage klarer zu machen, in der sich das Königthum Jsabellens und das ganze Land befinden. Auch Die Englischen Blätter fangen jetzt an für vaö Königthum zu fürchten. Das haben sie nicht gewollt. Times und „Chronicle" erklären, Die Königin Christine vor Gericht stellen, heiße, ihre Tochter, die Königin Jsabelle zur Abtretung zwingen. Richtig, aber die Revolution will eben nichts anderes- Der „Globe" erwähnt eines Privatschreibens aus Biarritz, nach welchem Louis Napoleon geäußert haben soll, daß er, bei aller Unlust zur Einmischung, das «schalten der Flüchtlinge in Spanien und etwaige republikanssche Experimente daselbst nicht dulden werde. Spanien habe jetzt sein