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Napoleon wahrlich nicht gefunden. Von Letzterem zu sprechen, scheint überflüssig-
Gewiß waren diese Nachtheile so bedeutend, daß jeder andere Staat Europa's hätte unterliegen müssen. Allein den Russischen begünstigen zwei Dinge, die ihn bei richtiger Benutzung unüberwindlich machen: seine räumliche Ausdehnung und das Verhältniß der Einwohnerzahl zur Bodenfläche. Hinsichtlich der ersteren sei bemerkt, daß die Entfernung Moskaus von der Grenze bei Kauen hundert und zwanzig Meilen beträgt. Erachtet der Russische Heerführer dort die Umstände nicht günstig genug, eine Schlacht zu liefern, oder verliert er sie, so bleiben ihm noch ungefähr sechszig Meilen zum Ausweichen nach Nischnü Now- gorod gen Osten, und siebenzig bis Woronesch in südlicher Richtung. Unmöglich kann eine vom Riemen her andringende Armee bei diesen Punkten so stärk ein- treffen, um mit Aussicht auf Erfolg dort zu schlagen. Klima, Mangel an Unterhalt, Strapazen und vor Allem die Nothwendigkeit, im feindlichen Lande eine 180—190 Meilen lange Linie durch hinlängliche Posten zu sichern, werden sie bis dahin, selbst ohne Berlust in Gefechten, unter die Hälfte herabgebracht haben. Eine verlorene Schlacht und der Rückzug würden sie gänzlich zu Grunde richten.
Damit dies recht anschaulich werde, betrachten wir das Verhältniß der Bevölkerung zum Flächen- raum zwischen Kauen und Moskau. Diese Strecke umfaßt die Gouvernements Wilna, Grodno, Minsk, Witebsk, Mogilov, Smolensk, Moskau mi 6797 geographischen Quadratmeilen und war damals von 6,266,000 Menschen bewohnt. Hiernach kommen auf die Quadratmeile 912 und, wenn das Gouvernement Moskau weggelässen wird, nur 784 Einwohner. Daß zweimal hunderttausend Mann, lediglich auf die Lebensrnittel des Landes angewiesen, dort Mangel leiden müssen, versteht sich von selber, auch war deshalb schon beim Borrücken der Abgang bedeutend. Eben so leuchtet wohl Jedem ein, daß für den vordringenden Feind die Magazin-Einrichtung früherer Zeiten in diesem Lande und auf hundertzwanzig Meilen unmöglich ist. Ohne Schwierigkeit können anderer Seits für das vertheidigende Heer-Magazine so angelegt werden, daß seine Bedürfnisse stets reichlich vorhanden sind. Dabei gestatten die dünne Bevölkerung und andere Verhältnisse dem einheimischen Heerführer beim Rückzüge immer die nächsten Quadratmeilen von den Einwohnern und ihrer Habe räumen zu lassen, was die Verlegenheit des Feindes ungemein erhöht. Unsere Landsturm-Wüthigen wollten das auch in Deutschland anwenden; wo aber dreitausend und mehr Seelen auf der Quadratmeile wohnen, geht es eben nicht. (N. P. 30
Die Türken-Glocke in Wien.
MÜgUst 1854.
„Die Glocke, Kinder. Eilt auch heute wieder, Dem Herrn zu danken für des Glaubens Macht." — Die Mutter sprichst die Kleinen knieen nieder; >
Der Aelteste nur zögert noch und lacht: „Mit dem Gebete, Mutter, ist's vorbei.
Ich muß es Dir doch endlich einmal sagen, Das Reich des Türken, hör' ich, werde'frei, Soll nimmermehr das Joch des Czaaren tragen, Oestreich hat mit dem Halbmond sich verbunden, s
Auch am Franzosen einen Freund gefunden,
Der alte Türkenhaß ist nun zu Ende. - Christus und Sultan reichen sich die Hände!" — „Schweig, schweig, mein «Lohn, Du lügst, Du redest 1 Dünde,
O lieber Gott, vergieb, vergieb es meinem Kinde!" — „Halt ein! Was ich örzählte das ist wahr, Auf jeder Straße, Mutter, kaünst Du's hören." — „Allmächtiger! Ist's möglich? Oestreichs Aaar Ließ sich von welscher List also bethören?
Nein, nein, es kann nicht sein, und ob eS sei, Es darf nicht sein, die Kette muß entzwei, Mein Vaterland bleibt seinem Glauben treu I" „Kommt, Kinder, betet laut — ich sag's euch vor — Den Kleinen schenkt Gott gerne ja Sein Ohr —: Ä
»»^err, der einst von den Türken uns befreit, 1 1
Dem täglich wir für Deine Hülfe danken,
Du bist Derselbe, wie zu jener Zeit, Tritt Du ins Felv, wenn Oestreichs Räthe schwanken!
Mit Deinen Feinden wollen sie sich einen,
Herr, duld' es nicht, sieh', uns're Herzen weinen. , Bewahre Oestreich bei dem Kreuze keusch und rein!
Laß Deine Fahne, Herr, Franz Joseph's Banner sein!"" —
Sie schwiegen. — Auch die Glocke hatte ausgetönet. Ist mit dem Kreuze wieder Oestreich jetzt versöhnet? Ich weiß es nicht. Die Thaten müssen Antwort geben; Doch, wie die Guten von vom Beten sich erheben, An ihrer Kammer Engel still vorüberschweben! —
I. d. N. P. Z,
Hersfeld, 21. August. Seit dem RegierungsAntritt Sr.Königlichen Hoheit des Kurfürsten . ist Allerhöchstbessen Wiegenfest hier niemals inniger und herzlicher gefeiert worden, als eben jetzt; diesesmal aber auch noch besonders gehoben durch die frohe Rückerinnr- rung an die treuliche Anwesenheit des erhabenen LandeS- Herrn in hiesiger Stadh, deren Bewohnerschaft hierbei die freudige Ueberzeugung von dem gesunden und kräftigen Aussehen Allerhöchstdesselben gewonnen hatte.
Als -Vorfeier des hohen Festes ertönte am 19. Abends das Geläute aller Glocken, in Zwischenpausen begleitet von Kanonendonner, welcher üderhaüpt auch an