- 254
»altige Rednergabe und den tiefen Eindruck anzuerkennen, den Dieselben auf das katholische Volk gemacht h>- ben. In der für diese Gegend so wichtige» Eathalt- famkeitssache haben die Patres besonders eifrig ge:rirft.'
Dresvcn, 10. August. Heule früh gegen 2 Uhr langte von Wren bei Dem auswärtigen Ministerium durch den Telegraphen Die erschütternde Nachricht von dem plötzlichen Tode tor. Mas. deS Königs an. Der Chef des Gesammtministeriums Minister Zschinsky eilte sofort Nachts 2 Uhr nach Wesenstein, dem Svm- meraufenthalte Sr. K. H. des Prinzen Johann, und kam mit diesem heute früh zur Stadt, wo inzwischen von dem Kriegsministerium und den städtlichen Behörden die umfassendsten Maaßregln getroffen worden waren. St. Königl. Hoheit übernahmen nach unserer Verfassung und Dtm bestehenden Hausgesetze sofort als Kö- nig Johann die Regierung.
Karlsruhe, 9. August. Die Gerüchte von einer Minister-Krisis gewinnen an Bestand. Es sollen Concessionen an die katholische Kirche in Auesicht stehen, mit denen das Verbleiben der gegenwärtigen Minister im Amte oder wenigstens desjenigen für das Aus- wattige und für das Innere allerdings kaum zu vereinbaren sein würde.
Wo»»» eussifchtürk» scheu «Kriegsschauplatz
Von der Donau. — Wien, 12. August. Ueber die Abreise des Löchstcommancirenoen der 3. und 4. Armee FZM. Freiherrn v. Heß in das derzeitige Haupt- quaitier Luczawa verlautet noch nichts B stimmies, doch wird bestätigt, daß der Einm arich der Oesterrelchischen Truppen in die Donau - Fürstenthümer, so weit zur Leil Kstgeletzl scheine, zwischen dem 16. und 18 d. M. bevorstehe. Der Aufschub in Der Ausführung Dieser mit Der Pforte unter dem 14. Juni d. J. abgeschlossenen Convention wird durch die Aenderungen erklärt, Die sich in Beziehung auf die nulitairische Seite dieser Maaßregel durch den inzwischen begonnenen Rückzug der Russen herausgestellt halten. Laß diese Voraussetzung nicht »»gegründet sei, ergiebt sich unter Anderem aus Der neueilrch erfolgten Absenkung diesseitiger Ltabö- vsfiziere in das Lager Omer Pascha's.
Rustschuk, 5. August. Das Hauptquartir deS Servals Omer Pascha ist noch in unserer Festung. Die ganze Balkan-Armee ist jetzt an Die Donau Herabmar- schirt und Halt einige Punkte am Walachischen Boden besetzt. ES sind aber bereits Klagen einguroffen, daß einige Umerbesehlshaber in den OrMgcmeinden an der Dumbowitza Kriegssteuer einkassirt halirn. Diese Eigen- mächligkeit veranlaßte den oliomanischen Feldherrn zu einem Tagesbefehle, in welchem Die Commandanten des ehemaligen Klein-Walachischen Corps angewiesen werden, sich in ter Walachei so zu benehmen, wie wenn sie am Bulgarischen Bocen ständen, und sich überhaupt bei schwe- rer Verantwortung keinerlei Bedrückungen, zu erlauben.
— In der-Morgendämmerung des 26. Juli erschien
vor Sebastopol eine feindliche Flotte bestehend au# 3 Dreimastern, 11 Zweimastern unp 7 Dampsbooten, im Ganzen 21 segeln. Unter ihnen befanden sich fünf Schraubeuboote, von denen eins ein Dreimaster war, wahrscheinlich das Französische Schiff „Montebello". Die Dampischlffe bugsirien die Segelichiffe, wobei Die ganze Flone ihre Richtung gegen das Vorgebirge Lukull nahm, mit Ausnahme Dieter Dampfschiffe. Diese Drei Dampf, schiffe näherten sich Den Batterien des nördlichen Ufers, aber da eins von ihnen eine Kugel ins Schiffshintcriheil erhielt, die aus dem Wolochossffchen Thurme abgefeuert worden war, so entfernten sie sich und, ihren Lauf nach Noiden nehmend, nahmen Messungen beim Vorgebirge Lukull vor, bei welchem auch die ganze Flöt e ihren Stand nahm. Bei Sonnenuntergang vereinigten sich alle feindlichen Schiffe und legten sich '12 oder 14.Meilen vor Sebastopol vor Anker.' Da den ganzen Tag Windstille war, mußten alle Bewegungen des Feindes durch Dampf' oder Bugsirung bewirkt werden. '
Aus der Ostsee.
— Die Lübecker Zeitung enthält folgende ihr am 12. August zugegangene telegraphische Depesche: Die Englischen un» Französischen Truppen sind im Besitz der ganzen 3n|el Aland. Die Russen haben sich in Die Fe>lung Bo marsund zurückgezogen, welche seit dem 8. k. M. beichoffen wird. Rapier'soll diesmal Die^ 3 Orere gegeben haben, die Einwohner Der Inseln ju ’ schonen, ihnen nichts zu rauben, sondern baar zu zahlen für das Gelieferte. Es könnte demnach auch nicht angenehm ictn, eine Bevölkerung von 13,000 Seelen durch Erpressungen allzu lehl zu erbitten. Der „Börs. Halle" fchrerbt man, es käme den Feinden darauf an, die Festung in ihre Hand zu bekommen, ohne sie zu zerstören. Sie we.den daher durch Cermrurg und Blokaee zunächst zu wirken suchen, die Besatzung von Bomarsund zur Ca- pilutarron aufforvern > und erst im Weigerungsfälle zur förmlichen Belagerung schreiten. (Die ununterbrochenen Bombardements machen diese „Schonung" nicht eben glaublich. D. Red.) Die Kriegslchiffe, heißt es in Englischen Blättern, werden nur im äußersten Noth- falle in der Nähe der Russischen Batterien postirt werken, jonoern den Angriff Der Landungstruppen durch ein Bombardement aus der Ferne unterstützen. Die enbiffe „Wellmgwn", „St. Jean v'Acre" „Prince Royal" gehen viel zu tief, um sich in den Canal zu wagen.
Dem Westen unsere «Klinge! /^
Borussia, du ruhtest lang, Dom Frieden eingefungen; — Vergessen halten fast den Klang Die Schwerter uno Die Zungen — Doch ward Dein Schlummer treu beschützt ; Von deines Königs Fahnen, Und wachend haben stets geblitzt Des Heeres Partisanen.