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Kaufverträge, welche die Lieferung nach der Zeit- der Erndte bestimmen, sollen unter dem Verbote des Verkaufs der Früchte auf dem Halm begriffen sein und nach Maaßgade des Regierungs-Ausschreibens vom 2. Juli 1817, Den verbotenen Kauf und Verkauf der noch im Felde stehenden Früchte betreffend, geahndet werden.

Urkundlich Unserer Allcrhöchstcigcnhändigen Unter­schrift und des beigekrückten Staatssicgeis gegeben in Eassel am 24. Juli 1854.

Friedrich Wilhelm.

(St. S.)

Vt. Hassenpflug. Vt. Volmar. Vt. v. Haynau. Für den Minister des Hauses und des Aeußeren:

Vt. v. Meye r.

Seine Königliche- Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem in den PensionSstand übergetreienen Generalmajor v. Eschwege den Charakter als GcneraUicutenant zu ertheilen,

den Kreisscerctar Adam 'Hofmann zu Hünfeld zum Rc< Lierungs'Secrelar bei der Regierung zu Caffel zu bestellen, und

Pen Regierungs-Referendar Carl Kroger zu Caffel zum KreiSsecretar bei dem Landrathsamt Gelnhausen provisorisch zu bestellen.

LageSOegebenheiten.

' Wien, 18. Juli. Am 20. Juli wird die Sub- scription auf das neue Anlehen eröffnet und dieselbe am 19. August geschlossen. — Die amtliche Wiener Zeitung schreibt: Das Ergebniß der neuen Rekrutirung von 95,000 Mann ist nach Den vorliegenden Berichten ein hocherfreuliches, indem auf dieses Contingent bis zum 16. d. MlS. bereits 93,949 Mann abgestellt worden sind.

Berlin, — Der Oberkirchenrath hat sich in der letzten Sitzung mit der Frage wegen des Religions-Un­terrichts auf Seminarien und auf Schulen beschäftigt und sich in allen Stücken mit den Vorlagen des Cultus- Ministeriums einverstanden erklärt.

München, 20. Juli. Die N. Münchn. Ztg. schreibt heute: Dem Vernehmen nach wir» in den nächsten Ta­gen die Vorlage des österreichisch-preußischen Bündnisses vom^ 20. April am Bunde und der Beilritt des Bundes zu demselben erfolgen.

— Zu die und orf, Landgerichts Lichtenfelv, in Fran­ken hat sich am 17. Juli einer der reichsten Oekonomen in seiner Scheune erhängt. Derselbe hatte noch bedeu­tende Vorräthe an Getreide, konnte sich aber nicht ent­schließen, weil die Preise gesunken, von seinen ange- häusten Cerealien den Nachfragehaltenden abzugeben!

Fürstenthum Lippe, 20. Juli. Gestern feierte die Lippische Missionsgemeinde ihr jährliches Missions- fest zu Lemgo in der Kirche zu St. Nirolai, deren neu# berufener Prediger, Pastor Kahler aus Holstein, dem Lippeschen Misstonsvereine beigetreten ist und vor zahl­

reicher Versammlung die Festpredigt hielt. Möge sein inniges herzliches Wort namentlich in seiner eigenen Ge­meinde vielfachen Eingang finden. .* ^>5

Paris, 16. Juli. Der „Moniteur" fühlt das Be­dürfniß, abermals daran zu erinnern, daß an demselben Orte, wo heute die Nord-Armee lagert, die „große Armee von 1804" gebildet wurde, baß von dorr aus die Sol­daten nach Austerlitz zum Siege zogen, und daß nach einer Zwischenzeit von fünfzig Jahren die Söhne- (oder Neffen?) jener heroischen Soldaten aus demselben Lager gegen dieselben Feinde ziehen werden. An Die Stelle ' des Generals Baraguay b'HiUicrs, der sich zur „Erobe­rung von Petersburg" einschifft, ist der General Schramm zum Chef des ersten Corps des Lagers ernannt worden. — Zu Scanne ist {inkomplett von lauter Gymnasiasten entdeckt, und neun derselben, lauter junge Leute von 17 bis 23 Jahren verhaftet worden. — Aus einem offikiellen Document gehl hervor, daß die Cholera im obern Marnc- Deparlemenl sich innerhalb zweier Monate über 99 Dör­fer verbreitet hat und dergestalt grassirt, daß die Staats­und Kirchenbehörden sich zu außerordentlichen Unterstützun­gen rurch Geld, zur Absendung von 16 Aerzten aus Paris und zur Bestellung von barmherzigen Schwestern und so­gar Hebeammen zur Krankenpflege veranlaßt gesehen haben.

Bom russisch türkische« «Kriegsschauplatz.

— Französische Blätter berechnen, daß das vereinigte e Ostseegeschwader in seiner jetzigen Zusammensetzung in­nerhalb sechs Stunden, während deren die Kanoniere mit größter Bequemlichkeit die Bedienung der Geschütze un­unterbrochen versehen können, im Stande sei, drei Mil­lionen Kugeln auf Kronstadt werfen zu lassen. Denn jedes Geschütz, könne vier Mal in der Minute feuern,, wobei die Netz - Anstalten es vor Erhitzung sichern, und daß auf einmal immer nur Die eine Seite D. h. die Hälfte der gesammlen Artillerie eines Schiffes schießen kann, sei in der Berechnung vollkommen berücksichtigt. Indessen fahren dieselben Blätter fort, die Gefahr für größere Kriegsschiffe bei einer Fahrt in Den Gewässern von Kronstadt anszumalen. Die drei Millionen Kugeln scheint man also sparen zu wollen, wahrscheinlich weil man Die Leistungen Der Gegner ohnehin in Abzug bringt und befürchtet, den „pote'nzirien Schegoleff" in Kronstadt wieder zu finden.

Wien, 22. Juli. Aus Bukarest vom 19. Juli ist die wichtige 9la$ud>t eingelaufen, daß Der Fürst Gort- 1 9 schakvff Den Bojaren erklärt hat, er werde die Mol­dau und die Walachei mit 200,000 Mann ge­gen jeden Feind vertheidigen. Bei Paraipani ist es zu einem Scharmützel gekommen. General Butur- lin wurde verwundet.

Bon Der Donau. — Die neuesten Berichte aus Konstantinopel vom 10. Juli melden das Einlaufen der oltomanischeo Flotte in Den Hafen von Bujukvere, weil Die Schiffe derart beschädigt sind, daß sie die hohe See im PontuS Eurinus nicht mehr halten können.