Hers selber Anzeiger.
Wr* 51> HerSfeld, den 28 Juni. 1854*
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet: ,
den Major von Sturmfeder vom 2. Infanterie.Regi. ment zum Oberstlieutenant im 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst) den Hauptmann von Apell vom Leibgarde-Regiment zum Major und Bataillons-Commandeur im 2. Infanterie-Regiment, den Secondlieutenant Hilchenbach vom Leibgarde-Regiment zum Premierlieutenant in demselben, und den Seeondlienienant Gert and vom Artillerie-Regiment zum Premierlieutenant in demselben zu ernennen; ferner den Secondlieutenant Richter vom 2. Infanterie-Regiment demselben zu aggregiren.
EageSvegevenheite«.
Kassel, 25. Juni. Die Nachricht von der allerhöchsten Genehmigung eines vom Oberhofbaumeister Engelhard gefertigten Plans für den hiesigen Bahn- Hossbau scheint sich, zu bestätigen. Am gestrigen Tage hat eine Absteckung ves benöthigten Raums und ddr Hauptlinien der in großartigem Maßstabe projektirten Baulichkeiten stattgefunvcn. So viel man aus der Con- figuration der ausgesteckten freundlich bewimpelten Stangen ersehen kann, dürfte die Lage des Hauptgebäudes in gleichmäßige Richtung zu dem sogenannten grünen Wege und der aus der Kölnischen Straße gegenwärtig auf den Bahnhof führenden Straße kommen. Man sagt, die Fa?ade werde 300 Fuß betragen, während die Seitenflügel sich auf 500 Fuß Länge erstrecken würden. Die Ein- und Ausfahrt der Züge soll unter drei mächtigen, von Eisen construirten und mit Glas bedeckten Hallen stattfinden. Die Stadt Kassels hat demnach die Herstellung eines der größten Werke der Architektur zu erwar-
. (Kaff. Z>g.) . L
■ Wren, 21. Juni. Für die nächste Woche stehen fortwährend Truppen-Durchmärsche bevor; dieselben sind jetzt meistens nach Siebenbürgen beordert, von wo aus der Einmarsch Oesterreichischer Truppen in die große und kleine Walachei stattfinden würde.
Wien, 20, Juni. So weit über die diesjährigen
Ernte-Aussichten hier Berichte vorliegen, hat man vollkommen Anlaß, sich im Ganzen einer befriedigenden Hoffnung hinzugeben; die Feldfrüchte stehen im Allgemeinen gut, ja theilweise, vortrefflich, namentlich scheinen Kälte und Nässe, über die aus dem Auelande manche Klagen laut wurden, bei uns wenig geschadet zu haben.
Münster, 16. Juni. Der Bischof von Münster verkündet eine Säcular-Jubelfeier zu Telgt in Westpha- len zu Ehren der Jungfrau Maria. Eine große Wallfahrt, an welche sich ein Ablaß knüpft, wird dahin am Feste Mariä Heimsuchung statthaben. Das Jubelfest dauert 15 Tage (bis zum 16. Juli).
München, 19. Juni. Die Theuerung wird noch immer dazu benutzt, um die Massen aufzuregen. Sogar so weit ging man, mit der Zerstörung des GlaspalasteS zu drohen, wenn der Getreive-Äuöfuhr nicht Einhalt gethan wird. Noch ist es nicht gelungen, einen der Aufwiegler ausfindig machen zu können. Indessen wird an Arme reichlich Brod und Suppe von Seiten des Magistrats vertheilt.
Stuttgart, 13. Juni. Die Ablösungs-Commission unserer Zweiten Kammer wurde Enve voriger Woche zusammendcrufen, um die Vorarbeiten zu einem Entschädigungsgesetze für diejenigen Geistlichen zu beginnen, die durch die AblösungSgesetze in Dchaden gekommen sind. Deren Zahl ist' eine sehr beträchtliche, und die zu bringenden Opfer der Staatskasse werden es wohl ebenfalls sein. Ueberhaupt fängt das Ablösüngs- gesetz an, nach allen Seiten hin Unzufriedenheit zu erregen, gegenwärtig namentlich in Folge der herrschenden Theuerung, da der schlichte Verstand nicht umhin kann, zu glauben, daß wenn noch die Fruchtkästen des Staats und der Stiftungen beständen, über diese Zeit leichter hinwegzukommen wäre, als es nun der Fall ist. So aber sind nicht nur die Staats- und Stistungö-Frucht- kästen in Folge der Ablösung leer, sondern die meisten derselben sind sogar entweder gar nicht mehr vorhanden. oder bereits verkauft und anderen Zwecken von den neuen Eigenthümern gewidmet. Möchten die, die das Bedenk- liche und Schädliche der Ablösungen jetzt klar einsehen.