t
190 -
im Preise steigen. Denn ungeachtet des Verlustes der Donau-Fürstenthümer ist doch handgreiflich die Lage der Russen hinter dem Pruth viel günstiger als jetzt, sogar wenn sie Silistria genommen haben sollten.
C. Nehmen wir ferner an, außer Schweden treten ' auch die zwei Deutschcu Großmächte zur Coalition, was wir übrigens bis zum vollständigen Beweise des Gegentheils für unmöglich halten. So gewaltige Verstärkung der Gegner Rußlands würde zu einem wahrhaften Riesenkampfe führen, dessen Ausgang nichts desto weniger sehr verschieden sein kann. Freilich nicht der vulgäiren Ansicht unserer freisinnigen Publicisten gemäß, deren Unwissenheit aber ihren Urtheilen jede Bedeutung raubt. Vielmehr sind drei sehr verschiedene Wendungen der Angelegenheit wohl denkbar, und zwar die folgenden: 1) alle Streitenden fühlen sich früher oder später so,erschöpft, daß sie Unterhandlungen anknüpfen und die Sachen so ziemlich auf dem alten Fuße bleiben; vielleicht würde Oesterreich seine Anerkennung als Mil- schutzmacht der Donau-Fürstenthümer durchsetzen. 2) Die Coalition erreicht ihr Ziel, Kaiser NicolauS witd dahin gebracht, die von ihr ausgestellten Bedingungen anzuneh- men. 3) Sie scheitert an den räumlichen Verhältnissen Rußlands, deren ausdauerndste Benutzung man mit Bestimmtheit Voraussagen kann.
Ohne Unterschied sind alle diese drei Fälle vorzugsweise der Revolution vortheilhaft, die während der Beschäftigung so großer HeereSmassen im Osten, freies Feld der Thätigkeit hat. In zweiter Linie der Gewinnenden steht Napoleon HL, wie demnächst zu erörtern ist. Welche Rückwirkung die verschiedenen Ergebnisse des großen Kampfes auf die betheiligten Staaten äußern würden, soll nämlich den Inhalt eines zweiten Artikels bilden. (N. Pr. Ztg.)
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Premierlieuteuant v. Langenschniarz' vvm Leibgarde- Regiment, unter Führung ü la suite desselben, zum Adjutanten der 1. Infanterie-Brigade zu ernennen;
den Hülssprobator Georg Jouvenal und
den Bauschreiber Carl Theodor R e u s s e zu Güter-Expedienten den Eduard Ernst zum Gepäck-Expedienten, und
den Louis S charfscheer zum Billeteur auf dem Bahnhöfe zu Kassel,
den Bausckreibkk Johann Carl Ferdinand Kanngießer zum Güter-Expedienten,
den Louis Böcking zu Kassel zum Gepäckexpedienten, und den Friedrich Falkenhain er zu Trepsa zum Billeteur auf dem Bahnhöfe zu Guntershausen,
den Gustav Siebert zum Güier.Expcdientcn, und
den HülsSredisor Eduard Rexrod zum Billeteur auf dem Bahnhöfe zu Marburg, sowie
den Cbristian Wilhelm Persch zu Kirchhain zum Güter- Expedienten auf dem Bahnhöfe zu Trepsa auf Widerruf zu ernennen,
den Wachtmeister Schwarz köpf vom 1. (Leib-) Husaren- Regiment znm Polizei -Commiffar bei der'Polizei-Direction zu Cassel, und — den Wachtmeister Fuchs von der Gardegendax.
merie zum Polizei-Commissar bei der Polizei-Direction zuFuld«, beide provisorisch, zu bestellen.
* HerSfeld, 20. Juni. — Se. Königliche Hoheit Der Kurfürst, Allerhöchstwelche bereites am vorigen Sonnabend unsere Stadt auf Der Durchreise nach Fulda berührt hatten, trafen heute Mittag gegen 1 Uhr wieder hier ein, um nach Cassel zurück zukehren. Den ersten Ausdruck der Freude, den geliebten Landesherr» in unseren Mauern zu sehen, bezeichnete eine am Peters- thor errichtete Ehrenpforte, unv das herzliche Lebehoch! der daselbst zahlreich versammelten Menge. In größeren Massen strömte jedoch die Bevölkerung zusammen, als Se. Königliche Hoheit, unter dem .Geläute aller Glocken, abwechselnd mit dem Spiele der VoUshpmne, vor dem Posthause ankamen, hier auS dem Wagen stiegen unv die Behörven empfingen. Allerhöchst- dieselben wurden während dem von dem freudig bewegten Volke dicht umringt, welches sich dann auch ganz besonders des guten und gesunden Aussehens, wie nicht weniger der freunvlichen Herablassung seines LanveSvaterS erfreute. (Nach längerem Verweilen setzten Allerhöchst- dieselben Die Rückreise nach Cassel fort')
Gemeinnützige s.
Die Geheimmittel -ex neuesten Zeit.
. 2.
Die Pate pectorale des Apothekers Georg« zu Epinal. *
Mit großem Pomp werden seit einiger Zeit "die zj von jeher gegen Husten und Heiserkeit und sonstige leichtere Beschwerden cer Brustorgane als wirksam bekannten Zusammensetzungen aus Gummi und Zucker zur Heilung aller möglichen Brustkrankheiten, ja selbst der Engbrüstigkeit, des Keuchhusten unv — Der Schwindsucht um theuere Preise angeboren.
Wer- die Zusammensetzung dieser Mittel durchschaut, wer diese „berühmten" Pasten vergleicht mit den bisher in den Apotheken käuflichen Pasten, wie dem Eibisch- Lederzucker (Jungfernlever), der Reglisse, der Gummi- unv Brustbcercn-Paste u. s. w. oder aber Die „gerühmten" Caramellen, Schneckenkuchen, Brüstbon- bouS u. dgl. m. mit den bisherigen Malz-, Klatschrosen-, BrechwurzA-, Zwiebel- rc. Bonbons, beziehungsweise Dem Gerstenzucker zusammenhält, der hat auch gleichzeitig die Ueberzeugung gewonnen, daß Die fraglichen Anpreisungen übertriebene und marktschreierische sind und daß eS sich hierbei nicht so leicht um den Dienst für die leidende Menschheit, als vielmehr um die Bereicherung der Fabrikanten und den Verdienst der Agenten derselben handelt.
Schon aus dem Umstände, daß von den Fabrikanten und deren Unlerhänrler sehr erhebliche Summen auf zahllose Inserate, mit unv ohne Holzschnitte, in allen