HerZfcldcr Anzeiger.
Np» 44» HerSfeld, den 3. Juni. ’ 1854»
Der »Hers feld er Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Erpe-, bitten (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 L>gr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeia^"' aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
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Mel. O Herre Gott, dein göttlich Wort rc.
1. Auf, seid bereit zu dieser Zeit
Den lieben Herrn zu loben!
Er sendet aus in Kirch' und Haus Den Heilgen Geist von oben.
DaS göttlich Licht, so uns gebricht, Strömt in die finstern Herzen' Und ew'ges Heil wird uns zu Theil, Nimmt weg die Süncenschmerzen.
2. O schöne Freud' der Pfingstenzeit!
O himmelsüßes Glänzen!
Wer teufet heut mit Traurigkeit
In Israelis Gränzen?
Der Tröster kommt und was uns frommt, Bringt er mit vollen Häncen; Licht, Trost und Kraft und Lebenssaft Will er den Blöden spenden.
3. Thu aus zur Stund weit deinen Mund, Ich will und werd' ihn füllen; Wer'S Heil begehrt, dem wird's gewährt, ' Ich will den Hunger stillen.
So spricht dein Gott und bricht die Noth Und fährt herab in Gnaden; Der heil'ge Geist, den er verheißt, Leucht' hell auf deinen Pfaden.
4. Das nenn' ich mir ein' Himmelszier, Darin man schön kann prangen.
Mag alle Welt, was ihr gefällt. Sich suchen mit Verlangen;
Ich rühme frei und bleib' dabei Den Geist der Zucht und Liebe. Der schmücket schön mit seinem Weh'n Und heiligt alle Triebe.
5. Er macht geschwind zu Gottes Kind Den, der sich ihm vertrauet.
Und seufzt und schreit in allem Leid Für den, der aus ihn bauet.
Dein Abba klingt und frostig dringt An unser's Vaters Herze, Da leuchtet schnell und sonnenhell DeS ew'gen Trostes Kerze.
6. Er hält und trägt, er hebt und pflegt, Die ihn in's Herz gelassen;
Die sich verirrt, mit Treuen führt Er auf die rechten Straßen, Verkläret ganz mit Himmelsglanz Den Herrn in gläub'gcn Seelen Und lässei's nie, so spät als früh An heil'ger Liebe fehlen.
7. Wer Jesum Christ zu dieser Frist Will seinen Herren nennen Und allezeit in Freud' und Leid In Gottes Liebe brennen, Wer hier und dort des Heiles Hort Will seiner Secl' erlangen: Der muß den Geist, der hoch gepreist, Mit Freuden heut empfangen.
8. Das ist die Gab', die kommt herab Vom Throne aller Gnaden, Dazu dich läßt am Pfingstenfest Dein lieber Heiland laden.
O Christenheit, komm hoch erfreut/ Nimm deines Gottes Spende, So hat in Zeit und Ewigkeit Dein Licht und Heil kein Ende.
«Krieg oder Frie-en?
Es ist eine alte Erfahrung, daß es kein wirksameres Mittel giebt, die sogenannte öffentliche Meinung zu bestechen, als die Anwendung von Slichworten und Spitznamen. Eine politische Partei, der es gelingt, ihren Gegnern einen Spitznamen anzuhängen, kann mit Sicherheit darauf rechnen, daß sie die große Masse der Schwachköpfe oder, um uns milder auszudrücken, die große Masse aller derer auf ihrer Seite haben wird, die außer Stande, sich ein selbstständiges Urtheil zu bilden, doch das Bedürfniß fühlen, ein Urtheil zu haben. Einen