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bischos hat dem Vernehmen nach die Hofg.- Advokaten Schmilt und Lamry zu seinen Vertheidigern erwählt. Was den Hütenbrief vom 5. Mai betrifft, so höre ich, daß er in den meisten Landgemeinden am letzten Sonn­tag von Der Kanzel -erlesen wurde, obgleich Die Gens- d'armermie ihn an vielen Orten abverlangt hatte. Es scheint demnach,, daß die Geistlichen zwei Eremplare be­saßen. Die Geistlichkeit hat gestern Abend den Ge­brauch der Glocken in beiden katholischen Stadtpfarreien eingestellt, und heute sind nur stille Messen (ohne Sang und Klang gelesen worden. Bei dem heutigen Bittgänge in der Flur war weder der sonst übliche Gesang, noch das Geläute zu hören. Dagegen wurden in den zur Stadt gehörigen Pfarreien Hervern und der Wiehre der Gottesdienst und Flurumgang wie gewöhnlich gehalten. Der Gemeinoevoistand ist cingeschnuen, damit das in allen christlichen .Gemeinden nullte Morgen-, Mittag- und Abendläuten fortan stanfinde, zumal die Domkirche und die Glocken unbestrittenes Eigenthum der hiesigen Kirchengemeinde sind. Diesen Morgen ertönten auch Die Glocken wieder. Die Verwirrung im Lande Baden scheint groß zu sein.

Bremen, 19. Mai. Eine heute erschienene obrig­keitliche Bekanntmachung verbietet Den Verkauf von Billeis zur Weiterbeförderung von Auswanderern von dem über- seeilchen Landungsplätze nach dem Bestimmungsorte im Innern.

Turin, 17. Mai. (Nachträgliches zum Mazzini- pulsch.) Nachrichten aus Genua vom 16. Mai zufolge zeigten sich Die ländlichen Bürgergarden sehr thätig in Der Veifolgung Der bei Svczia gelandeten Flüchtlinge, von Denen 12 bis 15 ergriffen wurden. Die Zahl der mit Beschlag belegten Gewehre soll sich auf 300 belau­fen. Man erkannte unter Den Verhafteten Theilnehmer des im September v. J. bei Sarzana versuchten Ueber» falles. Aus Spezia vom 14. wird über denselben Gegenstand gemeldet: Auf den gestern aufgefangenen Flinten- und Munitionskisten stand die Namenschiffre C. M. (Compagnia Mazzini). Die Natwnalgarve von Spezia uno Sarzana, so wie jene des flachen Lan­des machten Die ganze Nacht Die Runde. Heute früh wurden Drei ziemlich gut gekleidete Theilnehmer der Lan­dung eingebracht. Die Küste wird streng bewacht.

Wom russisch türkischen «Kriegsschauplatz.

Von Der Donau. Eine in Wien eingetroffene Nachricht aus Bukarest vom 22. d. M., Nachts 11 Uhr, meldet: Nach einer Mittheilung aus Kalarasch ist ein Vorwerk Silistria's nach mehrstündiger Kanonade durch die Russen genommen. Die Festung schickte einen Parlamentair an den Fürsten Paskiewitsch.

Trieft, 24.JDiai. Der Dampfer aus Konstanti­nopel ist eingetroffen und bringt Nachrichten von dort bis zum 15. b. M. Nach den Briefen der Triester Zei­tung sind die Englischen Truppen in Scutari malsch- fentg, aber die Französischen Truppen waren noch nicht eingetroffen. Noch b0 Millionen neue Caimes (eine

Art Papiergeld!) sind ausgegeben worden. Ein Verbot wegen pollischer Gespräche wurde in Den Moscheen ver­lesen!! Es hieß in Konstanllnopel, daß Die Russischen Slrctlkräfle in Asien concentrit würden.

K onsta n Nn o p e i, 15. Mai. In Gallipoli ist in diesen Tagen Die erste Französische Artillerie und Caval- leite angekommen, im Ganzen aber nicht mehr als 3000 Pferde. An Der befestigten Linie (!) über Den dortigen Zghmus bei Blajar arveucn täglich an 10,000 Menschen. Französische MiNtairs versichern, es werde mit diesen Arbeiten ein Eanal aus Dem weißen Meere nach dem Meerbusen von Saros beabsichtigt, wodurch die Darda- neUenfiraße ihre bisherige Bedeutung verlöre. Es scheint also, daß Frankreich und England sich jedes seine eigene Straße nach Konstanttnopel sichern wolle.

Folgendes ist Der Toast, Den Der P rinz Napo­leon am 4. Mai bei Dem ihm zu Ehien im sultanischen Palast von Beglerbey veranstallclcn Banket ausbrachte: Auf die Gesundheit Sr. Maj. des Sultans! Zch bringe sie mit Freuden ' aus und bin stolz, das Organ seiner Bundesgenossen hier zu sein, wenn ich sage, daß wir kräftig entschlossen ftno, Der Türkei in ihrem gerechten Krieg beizustehen, Den sie mit so viel Muth unternom­men hat und der, wie der Minister er, Hoheit so eben sagt, Die Sache Europa's und der Eivilisution vertheidigt. Ich hoffe, wenn Die Mächte des Occi. denis, während sie sich bekämpften, mit Erstaunen erfüllt haben, daß sie in ihren Bündnissen ebenso gewaltig sein werden, in je in ihren Streiten. Der Vertrag, den sie unterzeichnet haben, bezeugt ihre Uneigennützigkeit; die Zukunft wird ihre Suite beweisen. Seit ich dieses ichone Land, wo ich eine so herzliche Aufnahme gefun­den, in Der Nähe gesehen habe, wünsche ich mir mehr als je zu Der Erlaubniß Glück, Die Se. Maj. der Kaiser Der Franzosen mir zu ertheilen geruht hat, mich unter Die feinem erhabenen Freund zugeschicklen ersten Solda­ten zu reihen. Auf Se. Maj. oen Sultan!"

Zum Griechischen Aufstanv. Trieft, 23. Mai. Mit dem Livyb-Dampfcr sind Nachrichten aus Athen vom 18. d. Eingetroffen. Nach Denselben ist der Griechischen Regierung ein Ultimatum von Seiten Eng­lands und Frankreichs zugegangen. Dasselbe giebt nach Den Berichten der Triester Zeitung eine vier­tägige Bedenkzeit, uno droht im Falle der Verwerfung mit Blokaoe, Occupanon, Wegnahme der Douanen, Auf­bringung Der Schiffe uno Einführung Französischer Ver­waltung. In Athen, so wie im Lande herrschte Ruhe. Im Ptrüus befanden sich fünf Kriegsschiffe der Fran­zösisch-Englischen Flotte. Nach ferneren Berichten der Triester Zeitung haben Die Aufständischen Py- ramilhia und Margäriti genommen. TzamiS ,KarataSzos befinde sich mit zunehmenden Anhänge 12 Stunden von Salonichi. Gegen denselben seien 4000 Türken aufge- boten worden.