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günstigen Jahreszeit möglich sein. Endlich die Türkische Armee, deren totärfe wir solchen Falles nicht einmal annähernv abzuschätzen wagen, Dagegen leise Zweifel aussprechen, ob auf selbe beim Offensivkrieg viel zu rechnen sei. Im Ganzen wurde doch die hauptsächlichste Last aus Oesterreichs Schultern fallen, uno deshalb obige Annahme gerechtfertigt sein.
Viertens bilD.cn wohl jene 240,000 Mann das Ma- rimum dessen, was Oesterreich wegen anderer schwer wiegender Rücksichten für Den vorliegenven Fall verwenden' kann. Außer den unentbehrlichen Belahungen fester Plätze und größerer Städte in den übrigen Kron- ländern, bedarf es einer zahlreichen, auf dem Kriegsfuß befindlichen Armee für Italien, einer ansehnlichen und jeden Augenblick disponiblen Truppenmacht in Galizien, einer eben solchen in Ungarn. Die Nothwendigkeit der Italienischen Armee muß selbst beschränkten Köpfen einleuchtend sein; durch einige leise Andeutungen ist sie in neuerer Zeit noch gesteigert worden. Wenn in Neapel von unsichtbaren Händen geleitet eine muratistische Bewegung ausbräche und, da bei Neapolitanern ziemlich Alles'möglich ist, Boden gewänne, würbe der Französische Heertheil in Rom zum Schutze Der bevrohlen Legitimität dahin eilen? — Man gestatte uns daran zu zweifeln, und erwäge selbst bie Rückwirkung eines solchen Ereignisses aus das übrige Italien. AchulichcS ist hinsichtlich der Polnischen Provinz zu sagen. Natürlich gestatten Die Verhältnisse nicht, daß wühlende Auslend- linge, von den Westmächten öffentlich begünstigt, Dort oder in der Nähe erscheinen: was aber insgeheim geschieht, haben sie nicht zu vertren, und der Boden ist für solche Saat in jeder Hinsicht vorbereitet. Vielleicht etwas besser steht es mit Ungarn, doch im Allgemeinen kann man behaupten: je energischer Oesterreich an seiner Ostgrenze auftritt, desto stärker muß es gegen die revolutionären Feinde gerüstet sein.
Unter solchcn Umständen ist der Entschluß des Wiener Cabinets zu einem gewaltigen Kampfe kaum denkbar, der vorläufig keinen anbern Gewinn verspricht, als das bedenkliche Lob der Times und den Beifall trivial Freisinniger in Deutschland.
Eagesbegevenheiten.
Wien, 23. Mai. Wie das »Fremdenblatt" berichtet, ist zwischen Oesterreich, Baiern, Würtcmberg und Baden eine Uebereinfunft wegen gemeinsamer Üeber- wachung der Bobenseegrenze abgeschlossen worden. — Am Jahrestage der Schlacht bei Aspern wird alljährlich in Der Kirche dieses Ortes eine Seelenmesse für die in dieser Schlacht gefallenen Krieger gelesen, zu welcher Feier sich auch heute Veteranen aus dem hiesigen Jnva- Iibenhause dahin begaben.
Wien, 23. Mai. Aus den näheren Kronländern liegen bereits Berichte über den allgemeinen Stand der
Saaten vor, die ganz befriedigend, theilweise sogar außerordentlich günstig lauten. Auch zeigen die Marktpreise der Cerealien, trotz Der starken-Einkäufe für Rechnung des Aerars, an mehreren Orten Neigung zum Sinken.
Berlin. In diesem Jahre wird bekannlich die General-Zoll-Conferenz in Darmstadt abgehalten werden. Die Einberufung Derselben steht zum August bevor. Wie Die „Zeit" bemerkt, werden auf Derselben einige Fragen, die schon auf Der vorjährigen Conferenz verhandelt wurden, abermals vorgelegt werden. Hieher dürfte auch die Angelegenheit wegen Herabsetzung des EisenzollS gehören.
Köln, 24. Mai. Heute Morgen stand der Redacteur der Kölnischen Zeitung, Dr. Brüggemann, vor Den Schranken des Gerichts, 'angeklagt, in' Nr. 84 in einem aus Berlin vom 23. März vatirten Artikel den Minister des Innern von Westphalen in Bezug auf dessen Beruf öffentlich beleidigt zu haben. Dr. Brüggemann suchte in einer eine Slunve langen Selbstoerthei« digung Die Anklage zu entkräften. Der Straf-Antrag des öffentlichen Ministeriums lautete auf 4 Wochen ®e< fängmßstrafe. Der Angeklagte wurde in eine Strafe von 25 Thlrn. und in Die Kosten verurtheilt.
Stuttgart, 23. Mai. Das amtliche Blatt erklärt es für grunbloS, daß »die Grundlagen, auf welchen der provisorische Vergleich zwischen Der Regierung und dem Bischöfe von Rottenburg zu Staube gekoinmcn, die Genehmigung und Ratifikation deS päpstlichen «tuh« leö nicht erhalten haben."
Freiburg, 23. Mai. Gestern Mittag um 4 Uhr verfügte sich Der Stablamtmann v. ©enger mit einem, Protokollführer in die Wohnung des 'Erzbischofes, um denselben wegen der ihm zur Last gelegten Handlungen einzuvernehmen. Balv darauf verbreitete sich in Der Slabt das sonderbare Gerücht, Der Erzbischof solle in die Beste Kiölau verbracht werden. Kurz vor 5 Uhr sah man den Hofrath Dr. v. Wänker aus dem erzbi« fchöflichcn Palaste heraustreten, nachdem er ein ärztliches Gutachten Darüber abgegeben hatte, ob Der Erzbischof in Der Lage sei, ohne' Gefahr für seine Gesundheit ein Verhör bestehen zu können, und welche Frage er mit „Ja" beantwortete. Der Erzbischof soll den an ihn von der GerichtSbehörve gestellten Fragen ein hartnäckiges Stillschweigen entgegengesetzt haben. Die Folge war, daß der Untersuchüngs-Richier Den Erzbischof im Namen des Gesetzes für verhaftet erklärte. Der Erzbischof ist nun in seiner Wohnung mit GenSb'armen bewacht und Darf ohne deren Gegenwart mit Niemandem verkehren. Früh Morgens wurden gestern von ihm noch eigenhändige Briefe nach Frankfurt (an die Bunves Versammlung) nach Wien an den Kaiser von Oesterreich und an den Papst nach Rom gesandt. Der Tumult, der auf dem Münsterplatze stattfand, scheint demnach bedeutend gewesen zu sein. Das Glockengeläute an allen katholischen Kirchen Freiburgs hat aufgehört. — Die Freiburger Zeiung bemerkt dazu ferner noch: Der Erz-