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Operationslinien haben die Russen die Dobrudscha be­setzt und schicken sich so eben an, bei Kalaraich-Lüsstrea mit der Hauptmacht, bei Oltenizza-Turtukai mit zwei Divisionen über die Donau zu gehen und Silistria, dann Rustschuk gleichzeitig zu belagern. Die Erobe­rung dieser zwei strategisch wichngen Festungen will Fürst Paökiewitsch dem General-Lieutenant v. Schilder an der Spitze der Reserve-Armee überlassen; General-Lieutenant LuoerS hätte nach Parawadi mit dem linken Flügelcorps, Fürst Gorlschakoff mit dem Centrum gegen Schumla und Fürst Pasklewltsch mit dem Hauptcorps über den HämuS bei Manlit gegen Adrianopel zu rücken. Zur Ausfüh­rung dieses kühnen OperanonsplaneS sind in der That die nöthigen Etreilkräfle, das betreffende Kriegsmaterial und sogar Proviant aus sechs Monate für eine Armee von 200,000 Mann vorhanden. Das Gelingen dieser Operationen gründet Fürst Gorlschakoff aus den bereits am 24. März von ihm befohlenen Uebergang über die Donau, und Fürst Paökiewitsch, welcher neuestens das Oberkommando der activen Donau-Armee übernahm, ist auf diesen Plan eingegangen. Er gedenkt, die Truppen auf allen drei Operationslinien so schnell als möglich vernieten zu machen, damit dieselben die heiße Jahres­zeit nicht an der Donau zuzubnngen gezwungen wären. Die Gelch chte der F lbzüge an rcr Donau aus ^den Jahren 1736, 1773, 1774, 1810, 1811, dann 1828 — 1,829 belehrt uns, daß die brennende Dürre am Tage, kühle Rächte, Mangel an frischem Wasser an der Donau Rühren, Wechsel- und Faulfievcr erzeugen, und daß La- gerkrankheiien den Russen bisher mehr'Menschen gekostet haben, als die blutigsten Schlachten. Bon dem 54,000 Mann starken Heere deS Russischen Feiemarschalls Mu- nich starken 1736 in Folge der Einflüsse des Kluua's 30,000 Krieger, und während der Belagerung Belgrads durch Eugen 1717 unterlagen auch Pferde einer anstek- kenden Krankheit. Ursache genug, um an die Absicht deS Fürsten Paskiewilsch, mit einer Armee von 180,000 M- aus den sumpfigen Donaugegenden in die gesunden Ge- birgsrayons zu rücken, eben so zu glauben, wie den Ent­schluß Omer Paschas zu loben, daß er den größeren Theil der Donau-Armee in den Sammelplatz Schumla dirigirte, um die Truppen nicht eine Beute der Lager- krankheiten werden zu lassen. Die Nachricht von dem Uebergange der Donau bet Silistria und Turtukai wird täglich und stündlich erwartet. Dann, aber auch erst bann, wird die Belagerung von Siliftna und Rustschuk ernstlich beginnen. Der Kampf um den Besitz der trei von Silistria nächst dem rechten Ufer situirlen Donau- Zuseln war mörderisch; die Türken mußten ihre Position räumen, weil ihnen die Russische Flotte später den Rück­zug abgeschnitten hätte.

'— Den neuesten Berichten aus Bukarest zufolge ha­ben die Demonstrationen der Schiffe der vereinten Flot­ten die Vcrrammelung der Sulinamündung von Seite der Russen nicht hindern können. Dieselbe'ist nun voll­ständig erfolgt, so daß selbst Schiffe kleinster Gattung nicht mehr passiren. Auch ist es den Kriegsschiffen nicht möglich, so weit vorzudringen, um einen ernsten Angriff ^uf die Russischen Strandbalterieen zu versuchen.

[lieber die Insel-Festung SweaborgJ be­kanntlich vor Helsingöfors liegend, liest man im „Hamb. Cvrr." Folgendes: „Die B-fesugungen Sweaborg's sind so gewaltiger Art, daß Sachlundige sie für uneinnehm - bar erklärt haben — und bis heute hat sich noch Nie­mand die Mühe gegeben, sie Lügen zu strafen. Den Grund zur Festung Sweaborg legte Graf AugustuS Eh- r-nsvärd im Jahre 1749. Mit ungeheurem Kosienauf- wanvc wurden sämmtliche Zugänge'durch Versenkungen mächtiger Granitblöcke, an denen in Finnland kein Man­gel ist, für größere Schiffe unfaßbar gemacht, und eine Gruppe von fünf nahe an einander liegenden Felsen- Inseln zu einer Festung ersten Ranges umgewandelt. Die südlichste diese- Inseln Gustavsvärd bildet den Schlüs­sel zur Festung. Zwischen Gustavsvärd und der Insel Back, welche unmuieloar unter der Bakerinne von Gu- stavsvärb liegt, läuft das alleinige Fahrwasser in so ge­ringer Breite mitten durch, daß zu derselben Zeit nur ein Schiff passiren sann. Ist dieser Engpaß durchschifft, so erweitert sich die See wieder zu einem großen Bassin, das Dia um für die mächtigste Flotte entbietet, von allen Seiten durch Felsen-Inseln eingefchlossen ist und so die hier ankernden Schiffe gegen das Toben der Elemente wie gegen die Feinde schützt. In ganz geringer Entfer­nung von Güsiavfvärv und nordwärts hegt die Insel Wargör, welche mit ihren Kanonen die L-ee westlich be­herrscht. Neben Wargör in östlicher Richtung liegt die Stora Ostrasvanö, deren Ballericen das große Bassin bestreichen, und wieder nördlich von diesen die beiden Inseln befinden sich die Inseln PestensMiö und Ltte- Ostrasvarlö. Woci) ist die kleine Insel Lennan zu er­wähnen, welche in der Mitte dieser Insel-Gruppe liegt und gleichsam die Befestigungen veivollständigen hilft. Was die Fahrstraße zwischen der Backinsel unv Gustav- svärv betrifft, so dürfte sie schwerlich zu forciren sein, da die Granttfelsen nicht vernichtet werden können. Für kleine Fahrzeuge einer sogenannten Scheeren-Flotte giebt es aber noch andere Zugänge durch die Felsen-Inseln, ohne Gustavsvärd zu berühren. Diese hätten aber immer noch die Battericen von etora= und Lile-Ostrasvarlö zu befürchten, deren Kanonen jenes Bassin vollständig be­herrschen, so wie die gegenüberliegenden Jnkcln bestreuten können. — Jedenfalls ist Sweaborg so fest, daß nur ungeheure Anstrengungen diese Festung nehmen können, und wenn Rapier dies dennoch aussührt, so hätte er allerdings etwas Ungeheures durchgesetzt.

WollBericht

Breslau, ld. Mai. Die größere Nähe der neuen Schur und die gewisse Aussicht aus niedrige Preise ver­anlaßte die Woll-Jnhaber, ihre Forderungen abermals wesentlich zu ermäßigen, um sich, wo möglich, von ihren alten Beständen zu befreien, und da sich für preiswürdige Waare fortdauernd Nehmer zeigen, ist unser Geschäft in letzter Zeit recht lebhaft geworden. ES blieben jedoch vorzüglich die geringen unv mittelfeinen Gattungen von Rufs. Kamm- und Tuchwollen zu 45 a 55 Thlr.,' so wie feine Polnische Einschuren zu 60 a 65 Thlr. und Schles. Schwkißwvllen zu 45 a 55 Thlr. begehrt, welche meist