Sperrfeuer Anzeiger.
Nr. 4«. Heröfeld, den 20. Mai. 1854*
Der „Hers seid er Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expe- dition (Ncumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu.«— Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Oberstlieutenant »o n Cochenhausen vom General- stabe mit Pension ausscheiden zu lassen.
LageSvegsbenheiten.
Wien, 16. Mai. Die heutige „Wiener Zeitung" enthält ein Kaiferliches Handschreiben an den Minister Bach, durch ^welches eine neue Stefrutirung von 95,000 Mann zur Sicherung der Reichsgrenzen, verfügt wird. In Demselben wird Vertrauen auf Die Hingebung Der Bölker Oesterreichs ausgevrucki.
Pesth, 9. Mai. Zu St. Georgen in Siebenbürgen haben zwei Emissaire Kossuth'S am 29. April am Galgen gebüßt. Zweien ihrer gleichfalls zum Strang veruilheilien Genosten ist das Leben geschenkt worden: sie müssen aber 18 Jahre Schanzarbeit in fchweren Eisen verrichten.
München. — Hinsichtlich der Stellung, welche die Mitteleeuischen Regierungen zu dem Preußisch -Ocster- reichuchen «chutz- uno Trutzbünoniß zu nehmen geionnen sind,, vernimmt man von einem Vorschlag Der Baierschen Regierung, welcher die Zustimmung der Milteistaalen zu jenem Buncrnß davon abhängig machen wolle, daß die Deutschen Großmächte für die Selbstständigkeit des Königreiches Griechenland eine Garantie übernehmen.
Freiburg, 12. Mai. Allgemeines Aussehen machte hier eine im heutigen Amtsblatte erschienene Voll- ftreckungs-Verfügung. Baron Heinrich von Anblaw wurde wegen Veranlassung von Petitionen u. dgl. zu Gunsten des Erzbischofs in eine Geldstrafe verfällt. Frci- läßt nun eher im Zwangswege feine Sterbe versteigern, als daß er selbst die Geldbuße zahlt.
Hannover. — Durch eine General-Ordre ist ben eomtnanDeurs und Districts-Commißaricn aufgeqe- ben, klc^Kiiegsreserve, wozu diejenigen gehören, welche am 1. Zunr v. I. ihre sechsjährige Dienstzeit beendet
"^ b(r bisherigen Ordnung der Dinge am 1. Juni D. J. ihre vollständige Entlassung hätten er- können, sofort zu benachrichtigen, daß deren Verabschiedung einstweilen ausgesetzt bleibe.
M ein i n g e n. — Bei unserem Landtage ist von Selten einiger Abgeordneten der Antrag auf Wiederein
führung der Strafe der körperlichen Züchtigung gestellt worden, und es wird derselbe in den nächsten Tagen auf die Tagesordnung kommen.
D e t m o l v. — Eine Verordnung der Fürstlich Lip- pe'schen Regierung hebt die Jagdgesetze, welche von 1849 — 1851 erlassen sind, auf und stellt die früheren Jagdberechtigungen wieder her.
Bom russisch türkischen «Kriegsschauplatz.
Petersburg, 12. Mai. Ein Manifest des Kaisers befiehlt eine erneucte außerordentliche Rekrutirung Der Flotte und des Heeres innerhalb vier Wochen.
Von Der Donau. — Von sämmtlichen Punkten des Kriegstheaters ist es Silistria allein, wo im gegenwärtigen Momente Kämpfe der ernstesten Art gepflogen werden. Die Belagerung der Festung leiten die Generale Chruless, Samarin und Ablerberg.^ Letzterer ist vor Kurzem mit der 9. Division des Osten-Lückcn'schen CorpS zum BelagerungS-Corps gestoßen. — Die Ankunft des Fürsten Paskiewitsch beim Belagerungs-Corps ist für den 15. Mai angesagt, inzwischen ist daS ganze Hauptquartier am 9. o^ M. aus Bukarest nach Kalarasch überste- velt. Ob toiliftria Den Anstrengungen der Russen so lange werde wiederstehen können, bis die Englisch-Fran- zösifche Hülse eingetroffen ist, wird von competenter Seite in Frage gestellt. Es heißt sogar, Omer Pascha habe den Gedanken an einen Entsatz Silistria's fallen lassen, und wolle sich, ehe die Hüssstruppen der Westmächte zu ihm gerückt sind, auf eme Vertheidigung der Balkanlinie beschränken. Doch hofft man, Mussa Pascha werde die Festung bis Anfang Juli halten können; für Die Dauer freilich ist Silistria, wie selbst die Türken zugeben, ein unhaltbarer Posten.
— Die »Presse" bringt aus Bukarest, 13. Mai, folgende telegraphische Depesche über die neuesten Vorgänge bei Silistria: »Nach Russischen Berichten hat das Bombardement von Silistria am 11. wirklich begonnen und zwar gleichzeitig vonOpamare, Opamika und Gurabvrtsch aus. Man erwartet nur noch Die Ankunft des Gererals Lüvers, um die förmliche Belagerung nach allen Regeln der Kriegskunst zu führen."
Konstantinopel, 1. Mai. Die Ankunft von Französischen Truppen in Scutari dauert fort. Ein Franzose wurde aus dem TürkischenFrievhof todt und an seinen Gliedern gräßlich zerschnitten gefunden.