Hers selber Anzeiger.
Me. 38. HerSfeld, den 13. Mai. L8S4.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Großherzoglich Hessischen Geheime Kabinetsrathe Zimmermann das Ritterkreuz des Kurfürstlichen Wsthelmsordens zu verleihen,
dem General-Musik-Director und Hof-Kapellmeister Dr. Louis Spohr die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des, von Seiner Majestät dem Könige von Barern demselben verliehenen Maximilians-Ordens für Wissenschaft und Kunst zu ertheilen.
Eagesvegebenheiten.
Wien. — Wie dem „Llopd" zur Kenntniß gekommen, hat der eben hier verweilende Russische Fürst Anatole Demiboff den von Trieft aus nach Rußland virigirten 468 Russischen Marine- Soldaten, welche auf ihrem Marsche durch Wien hier das (Griechische) Osterfest feierten, jedem ein rothes Ei und einen Gulden übergeben lassen. Der diese Mannschaft befehligende Marine- Oberst kam zu dem als eifriger Russischer Patriot bekannten Fürsten, um ihm für die Spende zu danken; als dieser eben in Zeitungen gelesen hatte, daß auf den Vorschlag des Großfürsten Konstantin zu Petersburg ein Marine-Hospital gegründet, da gab ihm der Fürst noch eine Anweisung auf 100,000 Fr. zur Ausstattung dieser Anstalt.
Verona. — Die Sequestration der. Güter von 160 Personen im Lombardischen und 29 Personen im Venetianischen Königreich ist aufgehoben worden. — Der Stand der Saaten in Italien ist ein günstiger.
Berlin, 3. Mai. Die Auswechselung der Ranfi- cationen des Preußisch - Oesterrelchtschen 'Schutz- und Trutzbündnisies hat gestern im Ministerium der auSwär- tigen Angelegenheiten stattgefunden.
— Dem Oberkirchenrath ist von verschiedenen Seiten der Wunsch vorgetragen worden, um eine nachhaltige Wirkung der Generat-Kirchen-Visüationen zu sichern, einige Zeit nach deren Verlauf einen nochmaligen Besuch der vlsilirten Diöcesen durch einen oder einige der früheren Visitatoren zu veranlassen. Wie das „C.-B." bemerkt, ist hier auch ein Erlaß an die Consistorien ergangen, in welchem das Bedürfniß anerkannt wird, 'von Kirchen-Regiments wegen dafür zu sorgen, daß die durch die Visitation gegebene Anregung sich nicht wieder ver
flüchtige, sondern daß aus ihr, wo möglich, bleibende heilsame Früchte erzogen werden. Doch, erklärt der Ober- kirchenlath, könne er es nicht für rathsam Hallen, diese Nachwirkung durch fortgesetzte außerordentliche Veranstaltungen, zu nähren, sondern müsse die Pflege der durch die Visitation geweckten neuen Keime kirchlichen Lebens den Pfaricrn, Superintendenten, General-Superintendenten und Consistorien befehlen.
Karlsruhe. — Der Erzbischof von Frei bürg geht daran, jetzt Punkt für Punkt der Forderungen, welche die Denkschrift der Oberrheinischen Bischöfe aufstellt, zu realisiren. Auch in der Schulfrage versucht er es jetzt, die vollständige Unabhängigkeit der katholischen Kirche vom Staate festzustellen. In einem Hirtenbriefe vom 15. März zeichnete er zuerst diese neue Stellung der katholischen Schule in Baden. Unter dem 6. April antwortete darauf der Großherzogliche Oberkirchenrath, daß die in vielem Hirtenbriefe enthaltenen Anordnungen „die Staalsgenehmigung nicht erhalten hätten" und befahl den Bezirks-Schulvisitatoren, denselben, «insofern sie den bestehenden Gesetzen und Verordnungen veS Staats, unter dessen Aufsicht und Leitung die Volksschule stehe, Widerstreiten, keine Nachachtung zu geben." Hierauf erließ das erzbischöfliche Ordinariat unterm 15. April d.J. ein Circular, wonach kein Geistlicher in kirchlichen Angelegenheiten von weltlichen Stellen Weisungen anzunehmen oder ohne Genehmigung seiner Obern zu vollziehen, und der Clerus sich unbehindert um Biese Anordnung einer weltlichen Stelle streng an die erzbischöfliche General- Verordnung vom 15. März d. J. zu halten habe. — Gleichzeitig hatte der Großherzogl. Oberkirchenrath ein Circular an die Bezirks -SeMvisilaturen erlassen, in weichem er mit Hinweis darauf, daß in letzter Zeit (Seitens des ErzbischofS) einseitig neue Schulbücher eingeführt seien, bestimmte «früher genehmigte" Bücher namhaft macht, welche für den Religionsunterricht zu benutzen feien._ Weitere anzuschaffen, sollten ohne seine Erlaubniß die Schüler nicht verpflichtet sein.
Paris. — Die Nachrichten aus dem Orient erregen mehr und mehr bange Befürchtungen, und selbst die Bonapartisten schütteln die Köpfe. Es ist so unfran- zösisch, so unbonapartistisch als möglich, wie man dort verfährt. Man hatte den Krieg erklärt unv erwartete zur See nichts weniger als einen Angriff auf Sebasto- pol, von dessen Werken man so affectirt geringschätzig