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Und dieselbe Frage bringt er täglich von dem guten Herrn:

„Ist Lysander denn noch immer von den alten Ael- tern fern?"

Und dasselbe Wort erwiedern täglich sie voll Zuversicht: „„heute ist er nicht gekommen! Morgen ober säumt er nicht.""

Redet dann der Diener weiter: „Säumt er aber mor­gen noch?"

„,,O, so harren wir noch länger! Eines Tages kommt er doch.«"

„Kehrt er aber nimmer wieder? Fiel er wie so man­cher fällt!"

„„Hat er es uns nicht versprochen? Glaubst du, daß er Wort nicht hält?""

Sardenjüngling! o wo weilst du? Fielest du am frem­den Strand,

Daß du nimmer wiederkehrest zu dem lieben Vaterland?

Sardenjüngling war gezogen, in der stolzen Krieger

Reihn,

Mit den fränk'schen Siegesadlern wohl in manches Land hinein.

Hatt' in manchem Land _bcr Erde mitbestanden manchen

Strauß —

Zog mit dem zerriss'nen Herzen weiter stets vom Vaterhaus.

In dem weiten Russenreiche, wo der fränk'sche Kaiser stritt, Wo die stolzen Adler fielen, focht der junge Sarve mit,

Focht, und schmachtet nun gefangen in dem fremden, kalten Land,

Wo der Tod auf Schncegefiiven tausend Opfer täg­lich fand.

Sah den kargen Sommer färben vierzehn Mal die Bäume grün,

Bis nach langem Harren endlich sein Befreiungstag erschien.

Harren denn die alten Gleitern immer noch auf ihren Sohn?

Oder streut der Wind die Blätter auf den stillen Hügel schon?

Von der Ulme am Gestade, vom bemoosten Kieselstein, Blicken sehnend sie noch immer in das weite Meer hinein.

Wie der Stein, auf dem sie sitzen, sind die Züge grau und alt,

Doch sie hoffen noch und reden: „Unser Einz'ger kehrt nun bald!"

Täglich wandelt noch der Diener Abends den gewohn­ten Gang,

Mit derselben Frage bringt er täglich ihnen Speis' und Trank

Wieder naht sich so der Abend und die Sonne sinket schon —

O! da liegt in ihren Armen weinend der geliebte Sohn.

Und zum Diener, der genahct, rufen sie: „„Wir ster­ben gern!

„„Heute ist er wiederkommen! Sag' eS unsrem guten Herrn!*"

Wie das Wort der Lipp' entflohen, sinken Beide stumm zurück;

Auf den Langentbehrten heftet sich der schon gebroch'ne Blick.

Und so schlummern sie nun Beide friedlich unter jenem Stein,

Wo sie zwanzig Jahre saßen, spähend in das Meer hinein.

Also ward mir die Erzählung von dem Ulmenbaum vertraut,

Und der Graf hat jenen Tempel frommen Sinnes auferbaut.

Amtliche- Bekanntmachungen.

Um die Entlassung des Conrad und des Martin Dvll von Kerspenhausen aus dem Kurhessischen Unter- thanenverbandk, Behufs Auswanderung nach Nordame­rika, ist gebeten worden.

Hersfeld, am 9. Mai 1854.

Kurfürst!. Landrathsamt. Muffarth.

Die unterm 9. September v, I. dem Kiefer Ernst Land zu Philippsthal und dessen Sohn Wilhelm Land ertheilte Entlassung aus dem Kurhessischen Unterthanen- verbandc, Behufs deren Auswanderung nach Nordame­rika, wird hiermit zurückgezogen.

Hersfeld, am 6. Mai 1854.

Kurfürst!. Landralhsamt. A'uffarth»

Am 7. d. M. ist in hiesiger Stadt ein, mit den Buchstaben E. D. — gothischer Schrift — gezeichnetes, battistcnes Taschentuch verloren worden. — Der Finder wird, unter Zusicherung einer angemessenen Belohnung, zur Ablieferung desselben anher aufgesordert.

Hersfeld, am 8. Mai 1854.

________Kurfürstliches Landrathsamt._ A'uffakth,__

Gefundene Gegenstände:

1) ein wollener Geldbeutel, zwölf Dreihellerstücke und sieben einzelne Heller enthaltend,

2) ein altes Taschenmesser,

3) ein kleiner Schlüssel. _

Die Eigenthümer dieser Sachen können sich beim Orlsvorstauv von Kalkobes zum Empfang derselben melden.

Hersfeld, am 6. Mai 1854.

Kurfürst!. Landralhsamt. Muffarth.