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wofür her Raum mangelt, dürfen wir annchmen, daß ein von Westen her anvringenves Heer die Russen dort starker finden würde, als Napoleon im Jahre 1812.

Viertens legt man ungeschickter Weise den Accent auf das damals bestehende Bündniß mit Großbritan­nien, wodurch angeblich für Rußland die Herrschaft zur See gewonnen worden. Aber von einem Bündniß ist niemals die Rede gewesen, und erst am 18. Juli ward zu Oercbro der Friedens-Tractat zwischen beiden Mäch­ten unterzeichnet, worin kein Wort davon steht; wir kön­nen nichts Wesentliches darin entdecken, als die Wieder­herstellung der früheren Handels-Verhältnisse. Rußland thätig, d.' i. mit Waffen oder Geld, zu unterstützen, lag gänzlich außer den Absichten des Britischen Ministeriums, dessen Vertrauen auf siegreichen Ausgang deS Kampfes sehr gering war. Was sodann dieHerrschaft zur See" betrifft, so konnte man diese zwar benutzen, aber die Russische Marine war damals so beschränkt, daß sie mit Mühe zehntausend Mann von Abo, Helsingfors und den Alands-Jnseln nach Reval brächte.

Eagesvegeb ertheile«.

Bom russisch türkischen «Kriegsschauplatz.

Der Fürst von Warschau ist an der Donau, und auf seinen Wink beginnt der Vormarsch der colossalen Heermassen; auf seinem linken Flügel dobouchirten die Rus­sen aus der Dobrudscha, die flammenden Städte und Dör­fer, die Leichenhügel der gemordeten christlichen Einwohner- schäften, lauter Denkmale der hochgerühmten Türkischen Civilisation, zeigen ihnen den Weg nach Lchumla. Schon stehen die Türken der Russischen Colonne bei Basard- schik gegenüber, die Kavarnabucht, in der freie dritten und hochherzige Franzosen von sicheren Schiffen aus dem Christenschlachten der Türken zuschauen, zur Seite lassend. Ueberall kommen ihnen die Bulgarischen Chri­sten als Rettern und Befreiern entgegen. Weiter donau- aufwärts fällt Rassowa, und auf Silistria schmettern die Russischen Bomben nieder im fuchtbaren Ernst des An­griffs. Jetzt erst hat Rußland den Krieg begonnen, der ruhmreiche Sabalkanski liegt in Lorbeeren begraben, aber der Sieger von Erivan und Warschau, der ihn in Polen ersetzte, mehr als ersetzte, wird auch für ihn über den Balkan steigen! Und nun blicke man der Englischen und türkensreunvlichen Presse in das jammerbleiche Ange- fi(i)t: wie Spreu zerstoben all der Türkenstolz, der Jubel über den Sieg bei Oltenitza verhallt, ja, derMorning- Croniclc" zittert sogar für das uneinnehmbare Kalasat. Die gerühmte Türkische Armee ist nun nichts mehr als Gesindel, es geht ein Grausen durch die ganze türken- freundliche Presse! Wäre die Renommage bisher nicht so riesenhaft gewesen, so würde die Blamage jetzt nicht >o jammervoll sein. Rußlandhat den Feldzug begonnen!

(N. Pr. Ztg.)

Von der Donau. DieOst-D. Post"meldet: Wir haben Briefe von mehreren Punkten des Kriegs­schauplatzes aus denen wir das Wesentlichste hier zusam- mensiellen: Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die Russen schon dieser Tage an der Furth unterhalb Giur- gevo über die Donau gehen werden, um Rullschuk zu berennen. Auch von Kalarasch auö soll der Versuch, den Uebergang bei Rassova zu erzwingen, erneuert werden. An beiden Furchen stehen 4 Infanterie-, 2 Cavaallerie- uno 2 Artillerie-Divisionen, das 3. und 4 Corps mit 18 Batterien und 2 Parkvrigaoen. Der Uebergang auf dem einen oder andern Punkte soll unter den Augen des Für­sten Paskiewüsch statifinden; die Russische Donauflolille hat an der Furth bei Raffova mitzuwirken und befindet sich bereits vollzählig in der Nähe, weil auf den Schif­fen für die Besatzung von Hirsova Proviant zugeführt wird. Die Position von Kalarasch und Giurgeva wer­den früher vom Fürsten Paskewitsch besichtigt werden. Einem Briefe aus Bukarest vom 15. d. M. zufolge war der FelvmarschaU an jenem Tage in Fockschani. Unsere schon vor vier Tagen gemachte Mittheilung von der Be­sitznahme des Trajanswalles durch die Russen, eigentlich von der freiwilligen Räumung jener Position durch die Türken, wird jetzt officieU imJourn. ve Const." vom 10. b. bestätigt.

Wien, 25. April. Nach hier eingetroffenen Nach­richten vom Kriegsschauplätze bat Fürst Paskiewüsch den Befehl ertheilt, daß die Russischen Truppen die kleine Walachei räumen sollen, und daß sowohl alle Verbin­dungen mit den Serben ausgehoben, als auch alle Frei­korps aufgelöst werden sollen. _ .. ........

Die Ostseezeitung har folgende telegraphische Depe­sche aus Wien von gestern Abend:Die Abendblätter melden: Konstantinopel, 14. April. Odessa bombarvirt, theilweise brennent. Die Russischen Strandbatterien sind nachden sie lebhaften Wiederstand geleistet, zum Schwei­gen gebracht.

Kvnstantinopel, 17. April. Es sind bereits zwei Transporte englischer Truppen dahier eingetroffen; der erste kam am 10., der zweite am 14. d. Sie wur- nen theils im sog. Marmorpalaste des Sultans einquar- tirt, theils kamen sie nach Bujukdere am Bosporus, Beykos gegenüber.

In Gallipoli lagern 25,000 Franzosen und 8000 Engländer; sie sind wegen Mangels an Unterkunstömit- teln großentheils in Moscheen einquartirt worden, an de­nen Gallipoli sehr reich ist. Admiral Bruat ist heute daselbst mit weiteren 6000 Mann angekommen.

Ein Theil der in Gallipoli ausgeschifften Truppen wird unverzüglich nach Avrianopcl abmarschiren, um dort in Reserve aufgestellt zu werden.

Kopenhagen, 19. April. Admiral Rapier er­hielt nach Hamburger Blättern während seines Aufenthalts in der Kjöge-Bai Berichte über den Bestand der Russi­schen Flotte im Finnischen Meerbusen. Sie zählt hier­nach nicht weniger als 30 Linienschiffe mit der entspre-