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Hersfelder Anzeiger.

Mp. 33* HerSfeld, den 26. April. 1854.

Der »Hersfelder Anzeiger» erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Erpe- dition (Neumarkt No. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postausschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Premier-Lieutenant von L ang enschwarz, vom Leib- garde-Regiment, den Kurfürstlichen Wilhelmsorden vierter Classe zu verleihen.

Eagesvegebenheiten.

Wien, 21. April. Am heutigen Tage betritt die durchlauchtigste Braut Sr. K. K. Apostolischen Majestät den Boden Oesterreichs, um ihm für immer anzugehören. Wohl ist die Bedeutung dieses schönen Tages im vollsten Maaße geeignet, den 'tiefsten Eindruck auf alle treuge- sinnlen Oesterreichischen Herzen zu machen. Ein Bund, welcher das häusliche Glück deS allgcliebten Monarchen begründen wird, gereicht der unermeßlichen Menge seiner Unterthanen, welche- in seinem Glücke und Wohlergehen auch die Bürgschaft des ihrigen erblicken, zur höchsten Freude und bildet den würdigsten Gegenstand ihrer Be­geisterung und ihrer mit Helpen Gebeten zum Himmel emporgesenderen Segenswünsche.

22. April. Herzogin Elisabeth von Baiern, die durchlauchtigste Kaiserbraut, steigt so eben, halb 5 Uhr, aus dem Dampfboote in Nußoors an's Land und wird jubelnd empfangen. Der Belagerungszustand in der Lombardei und Venebig wird aufgehoben. Zahl­reiche Begnadigungen stehen bevor.

23. April. Zn der Wiener Zeitung wird heute bekannt gemacht, daß der Belagerungszustand in öster­reichisch Italien aufgehoben worden ist; 336 politische Verurlheille sind gänzlich begnadigt; für Galizien ist Amnestie ausgesprochen.

^ä, 20. April. Ein hoher Akt der reichen kai- ferllchen Gnave ist gestern hier besannt geworden. Für Majestatsbeleidigungen ist eine Amnestie erfolgt.

Berlin. Das Schutz-und Trutzbündniß, welches zwischen Preußen und Oesterreich am 20. d. M. hier abgeschlossen ist, bezeichnet einen neuen Schritt auf dem Wege der Entwickelung der orientalischen Frage. Zunächst darauf berechnet, die Einigkeit zwischen den'beiden Groß­mächten zu fördern, ist es bestimmt, als eine Consequenz der m der Bundesacte und in der Wiener Schlußacle niedergelegten Grundsätze alle Deutschen Staaten zu um- fafsen und dies gewaltige Reich von siebenzig Millionen

als eine Macht auf den diplomatischen oder militärischen Kriegsschauplatz zu führen.

Bom russisch-türkischen «Kriegsschauplatz.

Semlin, 20. April. Der Blavika von Monte­negro hat einen Aufruf zum Religionskampfe gegen die Türken erlassen. 6000 Freiwillige haben sich bereits ge­meldet. Der Augenblick des Angriffs ist noch nicht fest­gesetzt.

Bon der Donau. AusOrsowa den 12.April meldet man, daß die wiederholten Versuche der Türken, die Russische Cernirungs-Linie durch Angriffe zu erschüt­tern, erfolglos blieben. ES zeigt sich, daß die Stellung der Russen nicht minder vortheilhaft gewählt fet als jene der Türken und daß die Angriffe von beiden Seiten mit gleichen Schwierigkeiten verbunden sind. Die Russen verhalten sich in der Walachei fortwährend defensiv und es haben bis zum 12. d. Kriegsereignisse von größerer Bedeutung nicht stattgefunden.

Jvraila, 10. April. Sonnabend, den 8. d., began­nen die Russen auf Anordnung des General-Lieutenants Baron Schilder abermals in die Sulina (Donaumün­dung) mehrere mit Sand beladene Schiffe zu versenken, welches bis Donnerstag bewerkstelligt sein muß. Der Zweck dieser Maaßregel ist, das Einlaufen der Kriegs­schiffe der combinirten Flotte in die Donau zu verhindern, invem die Sulinamündung nicht so stark befestigt ist, um den Angriff einer Seemacht auszuhalten.

Nach brieflichen Mittheilungen im Soldatenfreund aus der Bukowina ist der Kaiserlich Russische General- Felbmarschall, Fürst Paskiewicz mit zahlreichem Gefolge am 11. v. M. in Bjetza (Bessarabien) eingelroffen. Der Russische FelkmarschaU und Ober-Befehlshaber sämmt­licher activer Streitkräfte setzte seine Reise nach Buka­rest über Jassy und Fokschan ohne Aufenthalt fort.

Pera, 6. April. Das wichtigste TageSereigniß ist die von Lord Redcliffe befohlene Ausweisung der sämmtlichen freien Hellenen (v. h. aus dem König­reich Griechenland), die binnen 13 Tagen Konstantinop'cl verlassen müssen. Man glaubt, daß nahe an 25,00) hier und in der Umgegend wohnen, in der gesammlen Türkei dürften sich etwa 60,000 aufhalten.

(Aus der Ostsee.) - Memel, 17. April. Das Russische BarkschiffIndustrie", Capitain Fühl, welches mit Salz nach Riga bestimmt, gestern mit vier anderen