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dem Ausbruche eines Aufstandes der Griechischen Bevölkerung entgegensehen müsse.

Marseille, 15. April. Prinz Napoleon ist heute in Begleitung des Türkischen Gesandten nach Toulon abgereist. (Am 17-, Morgens um 11 Uhr, hat sich der Prinz, einer telegraphischen Depesche aus Toulon zufolge, eingeschifft, nachdem er am 15. Abends dort eingeiroffen war.)

London. Die Griechischen Handelshäuser in Man­chester, London und Liverpool haben, wie man aus guter Quelle hört, große Summen zur Unterstützung des Grie­chischen Ausstandes in der Türkei gezeichnet. Die in Manchester veranstaltete Gelbsammlung allein soll an 10,000 L. betragen.

Konstantinopel, 6. April. Der neue Mufti ist am 3. vom Volke insultirt worden. (Dieser neue Mufti oder Scheik ul-Jölam trat tn sein Amt, weil sein Vorgänger wegen seines Widerstrebens gegen die Gleichberechtigung aller Unterthanen der Pforte abgesetzt wurde. Insulte gegen den neuen Mufti sind also zu­gleich Demonstrationen gegen die Türkische Regierung und gegen ihre von England und Frankreich geforderten

Plane.)

Bom russisch türkischen «Kriegsschauplatz

Von der Donau. Privat - Mittheilungen aus .Bukarest vom 14. d. M. melden, daß die Türken bei der Räumung von Kostendsche blutige Ercessc gegen die dortigen Christen verübt haben. Es wa»n Englische Marine-Truppen auf großen Booten bis zur Ltabt hcran- gekommen, zogen sich aber beim Heranrücken einer Ko- j'aken-Ablheilung zurück, welche Kostendsche besetzte.

Die Stadt Fockschan ist durch eine große Feuers­brunst verheert worden, welche auch sechs Russische Spi­täler in Asche legte. Die Kranken wurden jedoch geret­tet; auch das Russische Munitions - Magazin, welches 250,000 Pfund Pulver enthält, blieb unversehrt.

Die ersten Englischen Truppen sind am 8. eben­falls zu Gallipoli gelandet und rampiren 10 Meilen (4 Stunden) von der Stadt, aber an einem Ort, der den Englischen Befehlshabern nicht so gesund erschienen ist, wie der von den Franzosen eingenommene. Man glaubt allgemein, daß die Englisch-Französischen Truppen sogleich nach dem Eintreffen des ganzen ErpevitionS-Corps nach anderen Punkten dirigirt werden. Diese Nachrichten sind am 12. mit dem DampferGolven-Fleece" der den ersten Truppen-Transport bewerstelligt hat, nach Malta ge­bracht worden.

Konstantinopel, 6. April. In diesem Augen­blick werden die Briefe deS eben angekommenen Varna- Dampfboots ausgegeben. Die Russischen Vortruppen (Kosaken) sollen danach fünf Stunden von Varna stehen. Die Türken haben in Kostendsche, der Hafen­stadt, also unter den Kanonen der die Küste bewachenden Englisch-Französischen Flotte, alle Christen niedergemetzelt, ehe sie den Ort räumten. Zum SinopiSmus" gehört also gegenwärtig außer dem Zu­

sehen beim Verbrennen der Flotte, der Vernichtung deS Landheeres seiner Alliirten, auch das Zusehen beim Mor­den der Religionsverwanvien.

Die Pforte soll von den beiden Gesandten die Absenkung von Englisch - Französischen Truppen nach Varna verlangt, aber zur Antwort erhalten haben, daß dadurch die Hülfs-Armee zerstückelt werden würde und für eine so ernste Maaßregel zuerst bei den betreffenden Regierungen angefragt werden müßte.

Von Der" untern Donau. Vor kurzer Zeit sind auf einer Donau-Insel gegenüber von Brassorata Viebendürglsche (Oesterreichische) Viedwirihe von Türkifchen Freiwilligen Überfällen und nicht nur die Hirten beiläufig 30 an vxr Zahl ermordet, sondern auch etwa 7000 Schafe geraubt worden. Der Oesterreichische Gesandte in Konstantinopel hat da­rüber Beschwerde geführt und Abhülfe und Genugthuung verlangt. Die Pforte hat deshalb einen Erlaß an Omer Pascha gerichtet.

(Zum Griechischen Aufstand.) Patras,5. April. Die Französische BriggMercur" legte sich in unserem Hafen vor Anker, um die Freischaaren-Zuzüge auf der Wasserstraße nach dem Epirus zu verhindern. 500 Gricchifche Freiwillige wollten sich daher in Rio emschlffen; als dies der Capitain von der Französischen Brigg erfuhr, begab er sich sofort dahin; diese Abfahrt. deSMercur" benutzten die Griechen, eilten auf ihre Schiffe und segelten nach dem Epirus, und zwar in der Stärke von beiläufig 1200 Mann. Sie marschirten nach Arla und nahmen auch 6 Kanonen mit, um sofort den Osman Palcha anzugreifen. Der Enthusiasmus in Morea ist groß, und täglich gehen beträchtliche Streit- kräfte nach dem Schauplatze des Aufstandes. In einem Briefe aus Prevesa vom 30. März heißt es, daß dort und in Arta mchis Bcmerkenswerthes vorgefallen ist. Die Surfen haben beträchtliche Verstärkungen erhalten; in Janina stehen 8000 Mann, aber auch die Griechen sind zahlreich uno dürften nicht aliobald vernichtet werden. Die Schlappe des Jnsurgcntenhaufens unter Grivas ist keineswegs eine Niederlage.

Athen, 7. April.' Eine halbe Schwadron leichter CavaUerie ist unter Hauptmann Rally in der Richtung von Arta abgegangen. Der Kaiserlich Russische Lega« tions-Secrctair 9tef lonborff traf hier mit einer Note des Russischen CabinelS an die Griechische Regierung ein. Der bisherige Griechische Gesandte in Konstantinopel Metaras ist hier eingetroffen. ZssVolo vergriffen sich die Türken bei der Nachricht von dem Donau-Uebergange der Russen an der Kaiserlich Französischen Flagge des Consulats und insultirten auch das Griechische Consulat.

Athen, 9. April. Durch Missolunghi ziehen fort­während wohlbewaffnete Freiwillige aus guten Griechi­schen Familien, ebenso von den Ionischen Inseln, nach dem Kampfschauplatze. Mehrere Tausend Familien ha­ben sich aus Thessalien auf Griechisches Gebiet geflüchtet.